Narturschutz

Aus Wald bei Marktoberdorf Samen für 1,2 Millionen junge Bäume geerntet

Förster Manfred Zinnecker (rechts) nimmt Benno Jenninger das gesammelte Saatgut ab.

Förster Manfred Zinnecker (rechts) nimmt Benno Jenninger das gesammelte Saatgut ab.

Bild: AELF

Förster Manfred Zinnecker (rechts) nimmt Benno Jenninger das gesammelte Saatgut ab.

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Warum die Moorbirken aus dem Filzmoos  eine wichtige Quelle für die Aufforstung im Allgäu sind.
09.09.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Benno Jenninger vom Forstsamenbetrieb Jenninger nutzte das gute Wetter der letzten Tage zur Samenernte bei den Moorbirken im Naturschutzgebiet „Filzmoos mit Korbsee und Dachssee“. Hierzu stieg er mit einer Leiter bis zu zehn Meter in die Kronen der Bäume und schnitt dort kurze Äste mit den Birkenkätzchen ab. Diese werden in großen Säcken gesammelt. Anschließend werden die Samen von den Ästen getrennt, gereinigt und in Baumschulen in Beeten ausgesät. Aus den 55 Kilo Rohsaatgut, das bei der Ernte gewonnen wurde, können etwa 1,2 Millionen junge Bäume keimen und den Waldbesitzern als Jungpflanzen zur Verfügung gestellt werden.

Manfred Zinnecker, Revierleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, begleitet und dokumentiert die Saatguternte. Er betont die wichtige Rolle der Moorbirke im Allgäu: „Die Moorbirke ist in den Wäldern Bayerns insgesamt eine Seltenheit, in den Moorgebieten im Voralpenland jedoch eine sehr wichtige Mischbaumart.“ In den Allgäuer Mooren und Moorrandwäldern ist sie neben den Nadelbäumen Fichte, Spirke und Waldkiefer eine der wenigen Laubbaumarten, die mit den nassen, sauren und sehr nährstoffarmen Böden zurechtkommt. Viele Insekten- und Pilzarten sind auf die Birken als Wirtspflanzen angewiesen. Daher besitzt die Moorbirke als Mischbaumart in den Moorwäldern einen hohen ökologischen Wert. Aus aus besonders schön gewachsenen Birken lassen sich neben Brennholz auch Furniere und Möbel herstellen.