Natur

Dachse bereiten in Marktoberdorf Kopfzerbrechen

So ein "Frechdachs".Dachse wühlen in der Stadt Marktoberdorf Gärten um und suchen Engerlinge.

So ein "Frechdachs".Dachse wühlen in der Stadt Marktoberdorf Gärten um und suchen Engerlinge.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Archivbild)

So ein "Frechdachs".Dachse wühlen in der Stadt Marktoberdorf Gärten um und suchen Engerlinge.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Archivbild)

Dachse wühlen in der Stadt Marktoberdorf Gärten um und suchen Engerlinge. Was Jäger gegen sie tun.

12.08.2020 | Stand: 14:54 Uhr

„So ein Frechdachs“ oder „Frech wie ein Dachs“. Mit diesen Aussagen ist meistens ein Mensch gemeint. Doch diesmal geht es um den richtigen Dachs, einer Marderart, der neben vielen positiven und negativen Eigenschaften auch noch schlau wie ein Fuchs scheint.

Die eher negativen Eigenschaften lernen seit einiger Zeit viele Gartenbesitzer in verschiedenen Stadtgebieten kennen. „Mein Garten ist total umgegraben“, klagen Anwohner. Es wird gerätselt, welches Tier sich hier verirrt hat. Der eine meint, es war der Fuchs, er hat mir auch die Schuhe mitgenommen, ein anderer denkt vielleicht an Waschbären oder sogar Wildschweine, die die tiefen Furchen in den Rasen pflügten.

Tiefe Furchen

Doch es ist vermutlich der nachtaktive Dachs, der sich an diesen Stellen seine Leckerbissen sucht. Denn er bevorzugt neben vegetarischer Kost gerne Mai- oder Junikäferlarven (Engerlinge), Wiesenschnakenlarven oder andere. So sieht die Rasenfläche vor der Berufsschule aus, als wäre ein Traktor bei Nässe hin- und hergefahren, tiefe Furchen prägen das Landschaftsbild. Auch am Mozartplatz, in einigen Gärten der Fenebergstraße und der näheren Umgebung treibt der „freche Dachs“ sein Unwesen.

„Oft sind die Jungen jetzt schon mit unterwegs“, sagte der Vorsitzende der Jägervereinigung Marktoberdorf, Dr. Stefan Bea, „und das Gebiet der Dachse ist sehr groß.“ Sein Jägerkollege Erwin Schreyer aus Sulzschneid meint, dass sich auf der Buchel oder in der Nähe des Reitstalles im Gschlatt Dachsbauten befinden. Und wenn dann so ein Familienclan unterwegs ist, suchen sie sich die Gebiete, „wo der Tisch reichlich gedeckt ist“. „Es gibt in diesem Jahr sehr viele Engerlinge“, sagte Schreyer, der in einem Garten der Fenebergstraße eine Lebendfalle aufgebaut hat, um diese „Buddelei“ zu unterbinden. „Doch bisher war nur eine Katze in die Falle gegangen“, meinte eine Mieterin. Ein Nachbar versuchte, mit Bewegungsmelder und einer Lichtquelle den Dachs zu vertreiben – erfolglos.

Bilder von Dachsschäden der Berufsschule in MOD
Dachse ramponierten auch an der Berufsschule Ostallgäu in Marktoberdorf den Rasen.
Bild: Wolfgang Hepke

Zusätzlicher Drahtzaun

In einem anderen Grundstück soll ein zusätzlicher Drahtzaun das Eindringen verhindern. Da heißt es vielleicht für die geplagten Mieter und Hausbesitzer, mal eine oder mehrere Nächte wachzubleiben und dem „Meister Grimbart“, wie er in der Fabel genannt wird, mit Geräuschen, Licht, Wasser oder ähnlichem zu vertreiben. Einziger, wenn auch schwacher Trost scheint bisher zu sein, dass die vielen Larven und Engerlinge dann nicht mehr die Wurzeln des Rasens anfressen.