Bundestagswahl 2021

Die Spannung steigt: Das erhoffen sich Ostallgäuer Politiker von der Bundestagswahl

Am Sonntag ist die Bundestagswahl: Politikerinnen und Politiker aus der Region blicken gespannt auf den Wahltag.

Am Sonntag ist die Bundestagswahl: Politikerinnen und Politiker aus der Region blicken gespannt auf den Wahltag.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Am Sonntag ist die Bundestagswahl: Politikerinnen und Politiker aus der Region blicken gespannt auf den Wahltag.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Laut Ostallgäuer Politikern war eine Wahl nie so schwierig einzuschätzen, wie die Bundestagswahl 2021. Woran das liegt und welches Ergebnis sie sich wünschen.
24.09.2021 | Stand: 04:00 Uhr

Politikerinnen und Politiker aus dem Ostallgäu blicken gespannt auf die Wahl am Sonntag. Welche Partei wird ihre Ziele erreichen? Welche Fraktion wird möglicherweise eine Enttäuschung hinnehmen müssen? Und vor allem: Was wünschen sich die Ostallgäuer Politiker?

  • Günter Räder, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Grüne: „Ich gehe davon aus, dass wir die dritte Kraft werden und hoffe, dass ein Ergebnis nahe der 20 Prozent erzielen. Meiner Meinung sind etwa 18 Prozent drin. Die Wahl sollte auf jeden Fall so ausgehen, dass keine Regierungsbildung ohne uns möglich ist. Welche Koalition ich favorisiere? Das Ganze sehe ich weniger als ein Farbspiel an. Entscheidend ist letztendlich, dass eine auf vier Jahre stabile Koalition herauskommt. Das ist wichtiger als die Frage, ob es eine Ampel- oder Kenia-Koalition wird.
    Die Grünen sollten sich bei den Koalitionsverhandlungen auf jeden Fall beim Thema Klimaschutz durchsetzen. Im Wahlkampf war mir die politische Ausrichtung zu wenig im Blickpunkt. Da waren Gesichtsausdrücke oft wichtiger als Inhalte. Annalena Baerbock war und ist für mich die richtige Kandidatin. Sie bietet eine echte Alternative.“
Günter Räder, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Grüne.
Günter Räder, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Grüne.
  • Angelika Schorer, Kreisvorsitzende der CSU: „Ich wünsche mir, dass die Union die stärkste Partei im Bundestag wird. Wir haben in den vergangenen Wochen wieder mehr Zuspruch bekommen. Deswegen glaube ich, dass die Union noch gute Chancen hat. Die Koalitionsbildung nach der Wahl wird allerdings nicht einfach werden. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass sich die Verhandlungen bis Weihnachten hinziehen und Angela Merkel möglicherweise noch die Neujahrsansprache hält.
    Am liebsten wäre es mir, wenn die Union und die FDP die Regierung bilden, denn zwischen den beiden Parteien gibt es die meisten Übereinstimmungen. Gleichzeitig rechne ich aber auch mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU/ CSU. Viel Abstand gibt es laut den Umfragen ja nicht.“ (Lesen Sie auch: Digitaler Wahlkampf: So präsentieren sich die Ostallgäuer Kandidaten auf Facebook, Twitter, Instagram und Co.)
Angelika Schorer, Kreisvorsitzende der CSU.
Angelika Schorer, Kreisvorsitzende der CSU.
Bild: Ralf Lienert
  • Ilona Deckwerth, Unterbezirksvorsitzende der SPD: „Ich bin voller Hoffnung, dass die SPD die stärkste Fraktion wird und mit Olaf Scholz den nächsten Bundeskanzler stellt. Zwar können die guten Umfragewerte daneben liegen, doch ich habe den Eindruck, dass die Themen der SPD die Wählerinnen und Wähler ansprechen. Die Vorstellung, dass Olaf Scholz Kanzler wird, scheint den Menschen zu gefallen.
    Es ist Zeit für einen Wechsel. Eine Koalition mir der Union kann ich mir nicht mehr vorstellen. Die Inhalte beider Parteien sind mittlerweile weit voneinander entfernt. Die CDU und CSU sollten meiner Meinung nach endlich ihre Rechtsausleger in die Schranken weisen und sich klar gegen Rechts abgrenzen. Ich kann mir eher eine rot-grüne Regierung vorstellen – auch mit den Linken.
Ilona Deckwerth, Unterbezirksvorsitzende der SPD.

Ilona Deckwerth, Unterbezirksvorsitzende der SPD.

Bild: Benedikt Siegert
  • Marcus Prost, Kreisvorsitzender der FDP: „Mein Wunschergebnis wären 15 Prozent. Doch es ist sehr schwierig, das Ergebnis dieser Wahl einzuschätzen. Ich glaube, so schwierig wie seit dem Mauerfall nicht mehr. Es gibt viele kleine Parteien, viele Briefwähler und wir haben noch immer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen.
    Die Wählerinnen und Wähler sind unentschlossen, deshalb ist das Ergebnis offen. Ich bin aber sehr optimistisch und glaube, dass die FDP sich auch in eine Koalition einbringen kann. Eine schwarz-gelbe Regierung währe mir persönlich am liebsten, doch das ist unrealistisch. “
Marcus Prost, Kreisvorsitzender der FDP.

Marcus Prost, Kreisvorsitzender der FDP.

Bild: Partei
  • Matthias Fack, Vorstandsmitglied der Freien Wähler: „Wenn die Freien Wähler in den Bundestag einziehen würden, das wäre was. Deswegen hoffe ich auf ein Ergebnis um die fünf Prozent. Ich bin aber guter Dinge, dass unsere Partei dieses Ergebnis erreicht. Die Umfragen vor der Wahl sagen meiner Meinung nach nicht so viel aus.
Matthias Fack, Vorstandsmitglied der Freien Wähler.

Matthias Fack, Vorstandsmitglied der Freien Wähler.

Bild: Benedikt Siegert

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