Ettwieser Weiher

"Ette": Jetzt spricht Marktoberdorfs Bürgermeister Hell mit den Behörden

Ettwieser Weiher: Darf er wieder aufgestaut werden? Derzeit wegen der Angst um die Bachmuscheln im Ettwieser Bach nicht

Beim Krisengespräch am Mittwoch in Marktoberdorf könnte sich in Sachen Aufstau des Ettwieser Weihers schon etwas bewegen.

Bild: Heinz Budjarek

Beim Krisengespräch am Mittwoch in Marktoberdorf könnte sich in Sachen Aufstau des Ettwieser Weihers schon etwas bewegen.

Bild: Heinz Budjarek

Den Ette aufstauen oder nicht? Diese Frage will die Stadt Marktoberdorf angesichts des derzeitigen Regens umbedingt geklärt wissen. Am Mittwoch wird geredet.

09.06.2020 | Stand: 21:16 Uhr

Schon am Mittwoch findet in Marktoberdorf nun ein erstes Behörden-Fachgespräch zum Ettwieser Weiher statt. Bürgermeister und Vertreter der Stadt kommen dazu im Rathaus mit Mitarbeitern von Landratsamt (Untere Naturschutzbehörde) und Wasserwirtschaftsamt zusammen. Das Treffen wurde auf Initiative der Stadt kurzfristig anberaumt.

Regenwasser nicht davonlaufen lassen

„Ich habe angesichts der derzeitigen Niederschläge auf eine Klärung des Aufstaus gedrängt“, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell am Dienstagabend unserer Redaktion. „Sonst läuft uns das Regenwasser regelrecht davon.“ Zu möglichen Ergebnissen des Gesprächs konnte er am Dienstag aber noch nichts sagen.

Wie mehrfach berichtet, haben es die Naturschutzbehörden der Stadt zur Auflage gemacht, zehn Liter Wasser pro Sekunde aus dem See in den Ettwieser Bach einzuspeisen, um die dort lebende, bedrohte Bachmuschel schützen. Laut Stadt macht das aber den Aufstau des Sees – für den sie kämpft – unmöglich.

Hell fühlt sich bestätigt

Wie Bürgermeister Hell gestern Abend sagte, fühlt er sich durch jüngst getroffene Aussagen des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) in seiner Haltung bestätigt, „dass sich der Fokus nicht nur allein auf den Bach mit der Bachmuschel beschränken darf, sondern auch der Weiher als Biotop und Badegewässer wichtig ist.“ Bestätigt habe das WWA ja auch, dass die Abflussmenge neu festzulegen sei und dabei der Zufluss zum Weiher berücksichtigt werden müsse (wir berichteten). „Der Ette ist schließlich Naherholungsgebiet, Badegelegenheit und wertvolles Biotop zugleich. Wir müssen die Interessen von Mensch und Natur auch weiterhin dauerhaft unter einen Hut bringen“, forderte Hell.

Der Rathauschef beharrt zugleich darauf, dass das Landratsamt bei Fragen zum Ette sein erster Ansprechpartner bleibe: „Gerade für Fragen zum Aufstau brauchen wir einen verbindlichen Ansprechpartner vor Ort“, sagt Hell. „Wenn wir uns da erst mit verschiedenen, räumlich entfernt liegenden Behörden auseinandersetzen müssen, verlieren wir Zeit.“