Bauprojekt in Ruderatshofen

Lebensraum statt Brachland: Das ehemalige EVG-Gelände wird zum Wohngebiet

Baugebiet

Der Planungsentwurf für das neue Wohngebiet in Ruderatshofen ist gebilligt.

Bild: Anton Reichart (Symbolbild)

Der Planungsentwurf für das neue Wohngebiet in Ruderatshofen ist gebilligt.

Bild: Anton Reichart (Symbolbild)

Auf dem leerstehenden Gelände in Ruderatshofen entsteht die Siedlung "Im Weitfeld". Der Planungsentwurf ist gebilligt und der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt.
26.02.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Glück im Unglück: Zwar stand das Gelände der Ein- und Verkaufsgenossenschaft (EVG) am östlichen Ortsrand von Ruderatshofen seit dem EVG-Konkurs leer. Dafür sollen nun Wohnhäuser neuen Lebensraum entstehen lassen. Hierfür wird der Bebauungsplan „Im Weitfeld“ geändert und an die neue Nutzung angepasst.

Mehrfamilienhäuser, Stellplätze und eine Tiefgarage

Im Wesentlichen geht es um das ehemalige EVG-Gelände, das sich nach dem Konkurs nun im Eigentum der Marktoberdorfer Baufirma Hubert Schmid befindet, wie Bürgermeister Johann Stich zu Beginn der Gemeinderatssitzung konkretisierte. Benjamin Buck vom Planungsbüro Sieber Consult in Lindau stellte im Ruderatshofener Ratsgremium den Planentwurf im Detail vor. Vorgesehen sind vier Mehrfamilien- und drei mehrgeschossige Häuser. Dazu kommen Stellplätze und eine Tiefgarage.

Das Planungsbüro hatte laut Buck mehrere städtebauliche Entwürfe erstellt. Der nördliche Bereich des Plangebietes umfasst das ehemalige EVG-Gelände. Dieses Areal sollte an das übrige Dorfgebiet angepasst werden. Daher wurde pro Grundstück eine eigene Grundfläche festgesetzt. Weiteres markiert das Baufenster den Bereich eines Baugrundstücks, innerhalb dessen das Gebäude errichtet werden darf. Weitere Zeichnungen im Plan stellen die Garagenlinien und den Bereich der Tiefgarage dar.

Drei Arten von Wohnhäusern

Vorgesehen sind drei Arten von Gebäudetypen. Typ eins sieht Einzel- oder Doppelhäuser vor. Dabei dürfen Einzelgebäude maximal drei Wohnungen enthalten, Doppelhäuser nur zwei. Typ zwei sind Mehrfamilienhäuser, Typ drei lässt noch etwas größere Nutzung zu. Es sind für Typ eins vier Häuser vorgesehen, zwei für Typ 2 und eines für Typ drei. Je Wohneinheit sind zwei Stellplätze notwendig. Die oberirdischen Parkplätze bleiben öffentlich. Denn sie dienen im Winter auch der Schneeablage.

Abgrenzung zur Kreisstraße

Da unmittelbar nördlich entlang des neuen Baugebietes die Kreisstraße OAL 5 verläuft, ist hier eine besondere Abgrenzung vorgesehen. Direkt am Nordrand der Häuser wird ein Geh- und Radweg verlaufen, der drei Meter Breite aufweist. Zur Fahrbahn folgt ein Grünstreifen mit zwei Meter Breite, der allerdings nach Osten hin schmäler wird. Der Lärmschutz musste nachgebessert werden mit dem Ziel, eine massive Lärmschutzwand zu vermeiden. Dazu wurden diverse Regelungen in die Bauvorschriften geschrieben.

Gemeinderat Ruderatshofen befasst sich mit Details

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Ebenfalls festgelegt wurden laut Planung Details wie Dachneigung und Fassadengestaltung. Unstrittig war hier, dass die Wände verputzt oder mit Holz verkleidet werden müssen und keine grellen Farben bekommen dürfen. Eine kleine Diskussion entstand lediglich bei der Frage, ob ein Dachüberstand vorgeschrieben werden sollte. Die Ratsmitglieder Wolfgang Halbritter und Christian Schmölz sowie Zweite Bürgermeisterin Andrea Euband beantragten, einen solchen Dachüberstand festzulegen, der mindestens 30 Zentimeter betragen sollte. Dem stimmte das Gremium mit 9 zu 3 zu. Der zusätzliche Antrag von Ratsmitglied Franz Popp, bei Flachdachgebäuden keine Aufständerung für Sonnenenergieanlagen zuzulassen, damit sie optisch vom Boden aus nicht sichtbar sind, wurde mit 10 zu 2 beschlossen.

Somit konnten sowohl der Planungsentwurf im Gesamten die Billigung erhalten, als auch die öffentliche Auslegung und Beteiligung von Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange in Gang gesetzt werden. Als nächstes muss nun noch ein Erschließungsvertrag abgeschlossen werden, der die vielfältigen Details der Planung enthalten soll.