Bildung

Marktoberdorfer Volkshochschule soll fusionieren

Die Marktoberdorfer VHS soll mit weiteren Volkshochschulen fusionieren.

Die Marktoberdorfer VHS soll mit weiteren Volkshochschulen fusionieren.

Bild: Dirk Ambrosch

Die Marktoberdorfer VHS soll mit weiteren Volkshochschulen fusionieren.

Bild: Dirk Ambrosch

Warum der Marktoberdorfer Kulturausschuss für die Gründung der neuen Volkshochschule Ostallgäu Mitte stimmt
19.10.2020 | Stand: 12:01 Uhr

Für den Beitritt der Volkshochschule Marktoberdorf zur gGmbH Volkshochschule Ostallgäu Mitte sprach sich der Kulturausschuss des Marktoberdorfer Stadtrats einstimmig aus. Ziel ist, dass sich alle Gemeinden im mittleren Ostallgäu an der gGmbH beteiligen, die voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres gegründet wird. Der Verein Volkshochschule Marktoberdorf bleibt bestehen, wird aber Gesellschafter der gGmbH. Das Konzept wurde von einem Projektteam ausgearbeitet, dessen Leiter, Norbert Scheifele, den Plan erläuterte.

Die Anforderungen an die Erwachsenenbildung, die die Volkshochschulen (VHS) in Bayern zu 72 Prozent übernehmen, steigen. Unter anderem nannte Scheifele die wachsende Nutzung digitaler Technologien. Die Volkshochschule finanziere sich im Schnitt zu 60 Prozent aus Teilnehmergebühren, sei also auf Zuschüsse angewiesen, um den Rest der Kosten abzudecken. Diese wiederum seien an Ansprüche an die steigende Qualität des Kursangebotes gebunden. Allein deshalb sei ein Zusammenschluss kleinerer Volkshochschulen sinnvoll und notwendig.

Im mittleren Ostallgäu bleiben die bestehenden Volkshochschulen Marktoberdorf, Biessenhofen und Obergünzburg erhalten, die Gemeinden schließen sich aber der neu zu gründenden gGmbH an. Mit ins Boot sollen prinzipiell alle Gemeinden des mittleren Landkreises. Etliche haben bereits zugesagt, noch nicht alle haben eine Entscheidung gefällt. Sie würden sich verpflichten, zwei Euro pro Einwohner im Jahr an Zuschüssen an die gGmbH zu zahlen. Die Hauptstelle bliebe in Marktoberdorf, Zweigniederlassungen gäbe es in Obergünzburg und Biessenhofen, Repräsentanzen sind auch in anderen Orten möglich. Die gemeinnützige GmbH, kurz gGmbH, verfolgt gemeinnützige Ziele und ist daher steuerlich begünstigt.

Wie Scheifele weiter erläuterte, wäre Marktoberdorf bei derzeit rund 18 500 Einwohnern mit 37 000 Euro im Jahr dabei. Die Stadt verpflichtet sich zudem, Räume in der Gesamtfläche von 240 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen. In der Summe läge der Betrag für die Kreisstadt bei 65 000 Euro – eine Ausgabe, die sie in etwa auch schon bislang für die Volkshochschule im Haushalt zu Buche schlug.

Mitspracherecht für Mitglieder

Als Ausschussmitglied begrüßte Thorsten Krebs (CSU) die Fusion. Sie bringe viele Vorteile. Einer davon sei, dass alle Mitglieder auch ein Mitspracherecht haben. Der Zusammenschluss sei ein „Schritt in die richtige Richtung“ und ein Gewinn für Marktoberdorf. Dr. Andrea Weinhart (Freie Wähler) wollte wissen, wann die Gründung der gGmbH sein wird, wie die räumliche Ausstattung aussehen wird, die im Moment ja doch sehr beengt sei, wie die personelle Ausstattung sein werde und was mit möglichen Kochräumen ist, nachdem die VHS-Küche ja wegfalle. Wie Scheifele erläuterte, war als Start eigentlich der 1. Januar 2021 angedacht. Es könnte jetzt aber ein paar Monate später werden. Zurzeit verfüge die VHS Marktoberdorf etwa über die Hälfte der 240 Quadratmeter, die dann nötig wären. Personell gab er zu bedenken, dass derzeit auch schon Personal in den Volkshochschulen Biessenhofen und Obergünzburg tätig sei. Wie sie im Einzelnen eingesetzt werden, müsse sich zeigen. Und zur Küche sagte er, dass zum Beispiel die vorhandenen Küchen an der Mittelschule oder auch an der Berufsschule mitbenutzt werden könnten.

Dr. Simon Behr sagte, dass eine gGmbH sicher sinnvoll sei. Er wollte, wissen, wer entscheidet, wenn es einmal zu Streitigkeiten kommen sollte. Es gebe in der gGmbH einen Geschäftsführer und eine Geschäftsordnung, sagte Scheifele. Als Startkapital seien 25 000 Euro nötig, die anteilig von den Gesellschaftern eingebracht werden. Für Marktoberdorf wäre das laut Kulturamtsleiter Rupert Filser ein einmaliger Betrag von 2800 bis 3450 Euro.