Nachruf

Missionar mit Leib und Seele: Pater Bottner aus Stötten gestorben

Pater Reinhard Bottner ist in Kenia im Alter von 80 Jahren gestorben. Er wirkte Jahrzehnte als Missionar und leitete viel Aufbauarbeit.

Pater Reinhard Bottner ist in Kenia im Alter von 80 Jahren gestorben. Er wirkte Jahrzehnte als Missionar und leitete viel Aufbauarbeit.

Bild: Richard Bottner

Pater Reinhard Bottner ist in Kenia im Alter von 80 Jahren gestorben. Er wirkte Jahrzehnte als Missionar und leitete viel Aufbauarbeit.

Bild: Richard Bottner

Reinhard Bottner hat in Afrika viel Segensreiches geleistet. Er baut Schulen, Kindergärten, Krankenstationen. Doch seine Arbeit passte nicht jedem.
10.10.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Nach kurzer Krankheit ist Pater Reinhard (bürgerlich Franz Xaver) Bottner aus Stötten 80-jährig in Nairobi/Kenia gestorben. Fünf Jahrzehnte war der Missionsbenediktiner von St. Ottilien in Afrika tätig. Viele Bürger aus dem Allgäu unterstützten seine Arbeit mit Spenden.

Er wuchs als viertes von fünf Kindern auf dem elterlichen Bauernhof in Stötten am Auerberg (Ostallgäu) auf. Nach der Volksschule in Stötten wechselte er auf eigenen Wunsch ins Missionsseminar in St. Ottilien, legte dort 1964 das Abitur ab. Er war beseelt davon, „in der Mission anderen Menschen zum ewigen Heil zu verhelfen“, und studierte nach der Profess an der klostereigenen Hochschule Philosophie.

Von der Geheimpolizei schikaniert

Nach der Priesterweihe 1967 und Stationen am Klosterinternat Ettal und als Erzieher an der Klosterschule in Fiecht/Nordtirol wurde er 1970 ins südafrikanische Zululand gesandt, wo er den Kontakt zu den Zulus suchte. Das führte zu massiven Konfrontationen mit dem Apartheidregime. Wohl weil er mit großem Einsatz den Kontakt zu den Zulus suchte und er einen Zulu im Auto mitgenommen hatte, wurde er auf einer Fahrt angehalten und zusammengeschlagen. Schikanen und Drohungen der Geheimpolizei folgten. Nach einer weiteren massiven und für ihn hoffnungslosen Konfrontation mit der Polizei flüchtete er schweren Herzens.

1972 wurde er der Keriotal-Mission in Kenia der Keriotal-Mission im Bistum Eldoret zugewiesen. Sein Aufenthalt im Zululand hatte die Grundlage gelegt für seine erfolgreiche Tätigkeit im Keriotal. Er baute dort zusammen mit einigen hochmotivierten Missionaren eine Vielzahl von Pfarreien und Außenposten auf. Er besorgte Baumaterial, errichtete Kirchen, die er teilweise selbst ausmalte, Pfarrzentren, Schulen, Kindergärten, Krankenstationen, Wasserleitungen und Straßen, gab Taufunterricht und bildete Katecheten aus, richtete Pfarrgemeinderäte ein und legte überhaupt Wert auf Formen von Selbstverwaltung.

Vermittler zwischen verfeindeten Stämmen

Als beliebter Seelsorger und begabter Prediger entwickelte er innovative Formen der Glaubensvermittlung, wozu er unzählige Fußmärsche mit Rucksack und Zelt im teilweise straßenfreien Berggebiet auf sich nahm und viele Gottesdienste unter Bäumen feierte. Ein Anliegen war ihm das Anbahnen friedlicher Beziehungen zwischen verfeindeten Stämmen.

Gesundheitliche Probleme zwangen ihn 2017 zur Rückkehr nach St. Ottilien. Aber noch vor einer Hüftoperation ging er erneut ins Keriotal, half als Priester aus, betreute den Aufbau von Grundschulen. Nach einem Nierenversagen wurde er in der Abtei Tigoni/Kenia begraben.