Wald

Mit wachsender Leidenschaft

Hans Kalopp

Hans Kalopp

Bild: Alfred Michel

Hans Kalopp

Bild: Alfred Michel

Jubiläum Hans Kalopp führt seit 25 Jahren Regie bei der Walder Theatergruppe. Seine Ansprüche an sich, ans Stück und an seine Schauspieler sind hoch. Der Erfolg gibt immer neuen Schwung
Von Gerlinde Schubert
14.02.2020 | Stand: 16:41 Uhr

Es wird eine große Herausforderung. Aber genau das liebt Hans Kalopp ja. In 25 Jahren als Regisseur der Walder Bühne hat er auch schon oft bewiesen, dass er ihnen gewachsen ist. Heuer steht „Die wahre Geierwally“ auf dem Programm. Die Proben laufen schon auf Hochtouren. Am 28. März soll Premiere sein. Die Aufführungsrechte hat Kalopp Claudia Lang-Forcher abgekauft. Das Stück war 2007 auf der Freilichtbühne Elbigenalp im Lechtal uraufgeführt worden. „Es auf die Bühne in der Waldhalla zu bringen, ist aber wieder etwas ganz anderes“, sagt Kalopp. „Ich freue mich auch deshalb sehr auf das Stück, da ich neben der Regie, die ich inzwischen seit 25 Jahren in Wald führe, auch die männliche Hauptrolle als Vater der Anna Knittel – Geierwally genannt – übernommen habe.“

Seit 110 Jahren wird in Wald Theater gespielt. Kalopp hat herausgefunden, dass die Geschichte der Geierwally schon einmal in Wald gespielt wurde. „Das war 1959 und damals sehr erfolgreich.“ Aber Kalopp unterscheidet. Es gibt den Roman, in dem die Autorin Wilhelmine von Hillern 1875 eine romantische Geschichte rund um die „Geierwally“ webt. Auf die Walder Bühne aber kommt eine Aufarbeitung der wahren Geschichte von Anna Stainer-Knittel (im Stück Geierwally genannt), die nahe am wirklichen Leben der Lechtalerin dran ist. „Es ist ein Volksstück mit allem, was dazugehört.“ Im Mittelpunkt steht mit der Geierwally eine Frau, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts für ihre Rechte kämpft.

Wie Kalopp sagt, umfasst das Stück 32 Szenen. 20 Mitwirkende spielen mit, dazu kommen zehn Statisten. Wichtig sei ihm immer auch, dass Kinder dabei sind, denn sie sollen hineinwachsen können ins Theaterspielen. „Wir haben inzwischen sogar eine eigene Jugendsparte.“ Auf der Bühne stehen also Schauspieler zwischen elf und 65 Jahren. Gespielt wird im Allgäuer Dialekt. „Tirolerisch, glaube ich, käme bei uns zu gekünstelt rüber.“

Schon viele Jahre stand Regisseur Kalopp selbst auf der Bühne. Erstmals mit 17 Jahren, erinnert sich der 56-Jährige, der von Beruf Bankkaufmann ist. Damals habe man unter der Regie von Nikolaus Socher und danach von seinem Vater Hans Kalopp sen. noch die klassischen Bauernschwänke aufgeführt. Auch die ersten Opernparodien habe es schon gegeben. Nahtlos ist die Regie 1995 vom Vater auf den Sohn übergegangen.

Der Bau der Waldhalla mit ganz anderen Bühnenmöglichkeiten habe einen Umbruch mit sich gebracht. Auch die Ansprüche an die Stücke sind gestiegen. In den 1980er waren es Stücke von Ulla Kling, die gefallen haben. In den 90ern waren es eher Boulevardkomödien, die gespielt wurden. Jetzt aber sollen die Stücke immer den Touch des ganz Besonderen haben. „Der Boindlkramerblues“ (2016) sei so eines gewesen – es war ein Riesenerfolg mit vielen tausend Zuschauern. Auch an Gewagtes trauen sich die Walder dran: „Eine ganz heiße Nummer“ wurde 2018 Jahr gespielt – und gefiel. In den 25 Jahren Regie musste nur eine Inszenierung abgesagt werden: das war 2015 wegen Erkrankung des Hauptdarstellers.

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Als Regisseur will Hans Kalopp immer auf dem Laufenden bleiben. Er hat schon viele Fortbildungen gemacht, liest viel. „Es sind an die 50 Theaterstücke, die ich mir anschaue, bevor ich der Truppe eines vorschlage“, sagt Kalopp. Er schaut auch zahlreiche Theateraufführungen anderer Bühnen an, holt sich dort Anregungen. Die Stücke selbst bearbeite er normalerweise „gnadenlos“. Bei dem Aktuellen sei das nicht nötig gewesen. Heuer will er auch selbst wieder einmal auf der Bühne stehen. Als Vater der Geierwally, „ein eisenharter Mann“. Diese Rolle wollte er keinem anderen zumuten.

Für den Erfolg entscheidend aber sei, „dass sich so super Leute habe“. Von der Gestaltung des Programms bis zur Tontechnik, vom Bühnenbau bis zur Öffentlichkeitsarbeit. Es wird wieder viele interessante Effekte auf der Bühne geben, verrät Kalopp.