Nach Flutkatastrophe

Zwei Anhänger voll mit Hilfsgüter: Ostallgäuer packen im Ahrtal mit an

Das Hotel „Drei-Maderl-Haus“ in Winnerath hat sich zur Helfer-Einsatzzentrale verwandelt. Vor dem Haus posieren die Obergünzburger Helfer (von links): Alfons und Petra Eibeler, Helmut Klaus, die Hoteliers Susi und Sigi Gottfried, ein Betroffener aus Schuld und Angelika Haag. Im Pferdehänger ist noch ein Teil der Spenden zu sehen.

Das Hotel „Drei-Maderl-Haus“ in Winnerath hat sich zur Helfer-Einsatzzentrale verwandelt. Vor dem Haus posieren die Obergünzburger Helfer (von links): Alfons und Petra Eibeler, Helmut Klaus, die Hoteliers Susi und Sigi Gottfried, ein Betroffener aus Schuld und Angelika Haag. Im Pferdehänger ist noch ein Teil der Spenden zu sehen.

Bild: Tauschring Günzach/Obergünzburg

Das Hotel „Drei-Maderl-Haus“ in Winnerath hat sich zur Helfer-Einsatzzentrale verwandelt. Vor dem Haus posieren die Obergünzburger Helfer (von links): Alfons und Petra Eibeler, Helmut Klaus, die Hoteliers Susi und Sigi Gottfried, ein Betroffener aus Schuld und Angelika Haag. Im Pferdehänger ist noch ein Teil der Spenden zu sehen.

Bild: Tauschring Günzach/Obergünzburg

Mitglieder des Tauschrings Günzach/Obergünzburg fahren ins Flutgebiet im Ahrtal und helfen dort den Betroffenen. Im Gepäck haben sie jede Menge Sachspenden.
07.10.2021 | Stand: 07:08 Uhr

Wie kann man den Opfern der Flutkatastrophe helfen? Das fragten sich die Mitglieder des Tauschrings Günzach/Obergünzburg bei ihrem Sommerfest. Sechs Helferinnen und Helfer fanden sich zusammen, um etwas auf die Beine zu stellen. Sie organisierten Geld- und Sachspenden und packten im Ahrtal mit an.

Nachdem die Mitglieder des Tauschrings beschlossen hatten, im Ahrtal zu helfen, verbreitet sich die Aktion über Mundpropaganda. Schnell trudelten Sach- und Geldspenden ein. Über eine Sammelstelle im Ahrtal erhielten die Helfer aus dem Ostallgäu Auskunft, was dort dringend benötigt wird. Über E-Bay-Kleinanzeigen fanden sich Waschmaschinen, Wäschetrockner und Küchen-Elektrogeräte. So wurden die Geldspenden ebenfalls in Sachwerte umgewandelt.

Ostallgäuer Helfer fahren mit Sachspenden im Pferdeanhänger ins Ahrtal

Zu viert ging es dann Ende August mit einem gut gefüllten Pferdehänger an den Ort des Geschehens - in die Nähe von Schuld, wo die Geräte zu den Bedürftigen gebracht wurden.

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Anschließend unterstützten die Helfer eine Familie in Insul, die in der siebten Woche nach der Flut immer noch keine Hilfe bekommen hatte. Ihr Haus war bis in den zweiten Stock unter Wasser gestanden. Um an Mahlzeiten zu kommen, war die Familie bis dato auf Unterstützung angewiesen. Die Allgäuer entfernten Pflastersteine, um Baggerarbeiten möglich zu machen, befreiten eine Pferdekoppel von Unrat und eine Tannen-Zeile von einer dicken Schlick-Kruste.

Tief bewegt von den Schicksalen der Menschen fuhren die Allgäuer wieder in die Heimat. Auch die Solidarität ist beeindruckend. Aus ganz Deutschland waren Helfer ins Ahrtal gekommen. Manche reisen immer noch jedes Wochenende dort hin, um Hand anzulegen.

Die dritte Aktion ist in Planung

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Wieder zu Hause angekommen, kamen weitere Geld- und Sachspenden. Dringend benötigt werden nach wie vor Baumaterialien. Die Mitglieder des Tauschrings besorgten Trockenestrichplatten, Verputzmaterial, Bautrockner, Industriesauger und Schubkarren Der Anhänger war mit weiteren Elektrogeräten schnell wieder voll. So folgte die zweite Fahrt Ende September.

Da an einem Tag nicht so viel Arbeit bewerkstelligt werden kann, beabsichtigt die Gruppe, Ende Oktober mit einem weiteren Anhänger nach Schuld zu fahren. Die Helfer vom Tauschring danken aber schon jetzt ihren großzügigen Spendern und allen, die Material und Geräte zur Verfügung gestellt haben. Ein großer Dank geht auch an ein Ehepaar aus Engetried, das das „Helfer-Lager“ mit Zementsäcken gefüllt hat.

Auch wenn die Flutkatastrophe ein paar Monate zurückliegt, werden die Menschen vor Ort noch lange Hilfe benötigen.

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