Verhandlung

Prozess um Schlägerei in Kaufbeuren endet mit Freisprüchen

Gefährliche Körperverletzung lautete nach einem Streit der Vorwurf vor Gericht. Justizia aber war ratlos. Trotz Zeugenaussagen konnte der Tathergang nicht geklärt werden.

Gefährliche Körperverletzung lautete nach einem Streit der Vorwurf vor Gericht. Justizia aber war ratlos. Trotz Zeugenaussagen konnte der Tathergang nicht geklärt werden.

Bild: dpa

Gefährliche Körperverletzung lautete nach einem Streit der Vorwurf vor Gericht. Justizia aber war ratlos. Trotz Zeugenaussagen konnte der Tathergang nicht geklärt werden.

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Ein schlechter Scherz führte offenbar dazu, dass zwei Männer bei einer tätlichen Auseinandersetzung verletzt wurden. Doch vor Gericht blieben viele Fragen offen.
Gefährliche Körperverletzung lautete nach einem Streit der Vorwurf vor Gericht. Justizia aber war ratlos. Trotz Zeugenaussagen konnte der Tathergang nicht geklärt werden.
Von Barbara Bestle
02.11.2020 | Stand: 12:39 Uhr

Ein Strafprozess wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung war jetzt von derart widersprüchlichen Aussagen geprägt, dass sich der genaue Hergang des Vorfalls nicht mehr klären ließ. Letztlich stand nach der Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht nur Eines mit Sicherheit fest: Ende Oktober 2018 war es vor einem Lebensmittelgeschäft in Kaufbeuren zwischen einem heute 25-jährigen Syrer und einem 26-jährigen Landsmann zu einer Auseinandersetzung gekommen, nach der beide Männer Blessuren im Gesicht hatten.

Von wem das Ganze ausgegangen war, ließ sich nicht feststellen. Auch zu einer angeblichen Beteiligung von zwei weiteren Personen gingen die Aussagen weit auseinander. Die beiden 24 und 26 Jahre alten Freunde des Hauptangeklagten wurden deshalb ebenso wie dieser freigesprochen. (Lesen Sie auch: Polizeikontrolle in Weitnau eskaliert - 25 Personen solidarisieren sich gegen Beamte)

Salz im Tee sorgt für Ärger

Hintergrund der Konfrontation war offenbar ein schlechter Scherz gewesen: Wie sich der Hauptangeklagte im Prozess erinnerte, hatte er seinen Kontrahenten ein halbes Jahr vor dem Vorfall eingeladen, um mit ihm und anderen Landsleuten Tee zu trinken. Einer der Anwesenden habe dem Besucher dann aus Spaß Salz in das Getränk geschüttet. Dieser reagierte offenbar wenig erfreut und hielt den Angeklagten für den Übeltäter. Beim zufälligen Zusammentreffen vor dem Lebensmittel-Geschäft kochte der Konflikt dann erneut hoch. Laut der Zeugenaussage des angeblichen Opfers sei ein Rempler seines Kontrahenten der Auslöser gewesen.

Der Angeklagte schilderte die Situation genau umgekehrt. Beide Männer warfen sich vor, danach als erster zugeschlagen zu haben. Der Zeuge wollte auch noch einen Schlag mit einer Flasche erhalten haben, während ihn die zwei Freunde des Hauptangeklagten von hinten festhielten. Alle drei Angeklagten bestritten die Vorwürfe ganz entschieden. Einer von ihnen verwies darauf, dass er aufgrund einer Knieverletzung gar nicht zu einer aktiven Beteiligung am Geschehen in der Lage gewesen wäre.

Auch ein Zeuge,konnte jetzt nichts zur Aufklärung beitragen. Seine Aussage war in weiten Teilen widersprüchlich und stimmte mit keiner der bisher vorgetragenen Varianten überein. Anschließend gab der Richter zu bedenken, ob die Vernehmung eines weiteren Zeugen überhaupt Sinn mache: Nach nunmehr zwei Jahren sei letztlich wohl nicht mehr feststellbar, „welche Version der Wahrheit entspricht“.

So sahen es auch die Staatsanwältin und die Verteidigerin des Hauptangeklagten. (Lesen Sie auch: Auto kracht in Fensterfront - und landet mitten in Allgäuer Bäckerei)