"Friseurbesuch gehört zu Leben dazu"

So stürmen die Marktoberdorfer die Friseursalons

Jetzt kann „Mann“ das Haar wieder kürzer tragen: Große Freude (und Andrang) herrschte zum Neustart am Montag bei den Marktoberdorfer Friseuren.

Jetzt kann „Mann“ das Haar wieder kürzer tragen: Große Freude (und Andrang) herrschte zum Neustart am Montag bei den Marktoberdorfer Friseuren.

Bild: Friseur Jung

Jetzt kann „Mann“ das Haar wieder kürzer tragen: Große Freude (und Andrang) herrschte zum Neustart am Montag bei den Marktoberdorfer Friseuren.

Bild: Friseur Jung

Am Tag 1 des Neustarts nach dem jüngsten Lockdown herrscht gute Laune bei Kunden und Friseuren in Marktoberdorf. Warum sich die Friseure über den Stress freuen.
02.03.2021 | Stand: 08:51 Uhr

Der Andrang in den Salons ist schon vor 8 Uhr Früh riesig, zum Teil stehen dutzende Friseurkunden bereits vor der Ladenöffnung draußen Schlange. Fast ebenso groß ist ihre Freude über den ersten Friseurbesuch nach rund elf Wochen Lockdown: „So lange ohne Haareschneiden ist Wahnsinn“, findet etwa Sven Nowak, der geduldig vor dem Salon Jung wartet, bis er an der Reihe ist. „Der Friseurbesuch gehört einfach zum Leben dazu.“

Neustart am Montag: Schon ganz in der Früh herrscht großer Andrang bei den Marktoberdorfer Friseuren.
Neustart am Montag: Schon ganz in der Früh herrscht großer Andrang bei den Marktoberdorfer Friseuren.
Bild: Heiko Wolf

Während Nowak kurze Haare hat, liegt anderen Kunden ungewollt viel Haupthaar überm Ohr beziehungsweise in Strähnen über dem Auge. „Die Farbe ist ’rausgewachsen“, sagt eine Marktoberdorferin mittleren Alters. „Und hinten am Kopf komme ich nicht hin. Keine Chance!“ Daher versuche sie erst gar nicht, ihre Haare selber zu färben.

Lieber die Matte auf dem Kopf lassen, als "sich selbst die Haare zu verschneiden"

Ihre „Matte“ habe sie auf dem Kopf gelassen anstatt selbst Hand anzulegen „und die Haare noch ganz zu verschneiden“, sagt auch eine Görisriederin, die den Friseurbesuch in Marktoberdorf mit dem Lebensmitteleinkauf verbindet. „So lang nicht zum Haare schneiden gehen zu dürfen“, findet die 67-Jährige „happig“.

„Männer tun sich da leichter“, meint indes ein jüngerer Mann. Sie brauchten keine Dauerwelle und anderen Schnickschnack. Thomas Panje wiederum kommt an diesem Montag nur zum Friseursalon, um einen Termin für seine Tochter (9) auszumachen. „Ich geh’ erst in zwei Wochen, wenn der große Run auf die Friseure vorbei ist.“

Die Marktoberdorfer Friseure und ihre Mitarbeiter sind nonstop beschäftigt.
Die Marktoberdorfer Friseure und ihre Mitarbeiter sind nonstop beschäftigt.
Bild: Heiko Wolf

Im Salon geht es trotz ständigen Telefongebimmels fast normal zu. Froh, aber unaufgeregt gehen Friseurinnen und Friseure ihrem Handwerk nach. „Es läuft gut“, sagt Friseur-Jung-Inhaberin Simone Hipp. „Der Andrang ist kein Problem. Ich hätte mir Sorgen gemacht, wenn es nach all der Zeit nicht so viele Leute wären.“ Sie lobt die Vorsicht der Kunden. „Nach einem Jahr Corona kennen alle die wichtigsten Hygieneregeln.“ Zugleich hofft Hipp auf weitere gesetzliche Lockerungen.

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