Ronsberg

Unvorhersehbare Kosten

Geld Euro Scheine

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Bild: Ulrich Weigel

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Bild: Ulrich Weigel

Bürgerversammlung Weil in Ronsberg beim Bau für den Hochwasserschutz verbotene Schadstoffe zutage kommen, steigen die Ausgaben. Zu schaffen machen der Gemeinde auch zwei Hangrutsche
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Von mil
12.11.2019 | Stand: 16:56 Uhr

Die laufenden Baumaßnahmen des Marktes Ronsberg waren die schwerpunktmäßigen Themen der Bürgerversammlung in Ronsberg. Eine große Baumaßnahme, die das Ortsbild diesen Sommer prägte, war der Bauabschnitt 4 der Hochwasserfreilegung, sagte Bürgermeister Gerhard Kraus. Bei diesem Projekt wurde die Brücke auf der Hauptstraße neu gebaut. Dieser Neubau erfolgte leicht diagonal, wodurch die Spannweite verlängert wurde und somit mehr Wasser durchfließen kann.

Zu Beginn der Baumaßnahme kamen schon die ersten unvorhergesehenen Kosten auf die Gemeinde zu, sagte Kraus. Beim Abtragen des Asphalts kamen Schadstoffe zum Vorschein, die eigentlich bei der letzten Sanierung der Brücke im Jahre 1985 bereits verboten waren. Jedoch wurden diese damals nicht entsorgt, sondern in der Brücke belassen, was kein Einzelfall sei, sagte Bürgermeister Kraus. Für die Entsorgung dieses Schadstoffes fielen Mehrkosten in Höhe von 48 000 Euro an.

Im weiteren Verlauf kam es noch zu Schäden an einem Bohrer sowie einer Wasserleitung, da es die ausführende Firma versäumt hatte, die Versorgungsleitungen mittels Suchschlitzen zu lokalisieren, sagte Kraus. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch das Bachbett unter der Brücke gesäubert. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 872 000 Euro, wovon 608000 Euro durch Fördergelder finanziert sind. Aktuell ist die Hauptstraße für den Verkehr wieder freigegeben, es fehlt jedoch noch die Feinschicht, welche spätestens Anfang Dezember aufgebracht werden soll, sagte der Bürgermeister.

Ein unvorhergesehener Kostenblock für die Gemeinde waren die beiden Hangrutsche am 1. März sowie 6. September oberhalb des Baugebietes Binzerhof. Die im Vorfeld erstellten geologischen Gutachten hatten keine Einwände gegen die Ausweisung eines Baugebietes am Binzerhof ergeben. Jedoch sollte auf Behördenwunsch ein Geologe hinzugezogen werden, sobald Erdarbeiten durchgeführt werden. Trotz aller Absicherungsmaßnahmen kam es oberhalb eines neugebauten Hauses am 1. März zu einem Abrutschen des Hanges. Als Ursache wurde eine nicht ausreichende Drainage ausgemacht. Als Abhilfe wurden weitere Drainagen sowie eine Ableitung zum Abwasserkanal errichtet. Für diese Arbeiten musste die Gemeinde finanziell in Vorleistung gehen. Am 6. September kam es erneut zu einem Hangrutsch auf dem Gelände der Gemeinde. Ursächlich hierfür war eine im Untergrund befindliche Rutschmasse. Daraufhin mussten Spundwände in den Hang eingesetzt werden, um diesen zu sichern. Insgesamt belaufen sich die Baukosten für den Hangrutsch im September auf 220 000 Euro.

Ein weiteres großes Bauprojekt für die Gemeinde ist die Erneuerung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Sonderhof und Wolfs. Die Baumaßnahme musste auf zwei Teile aufgeteilt werden, mittlerweile liegen alle Verträge für den zweiten Bauabschnitt vor. Doch es sei aber nicht möglich gewesen, die Planeinreichungsfrist beim Bauamt einzuhalten, weshalb ein lückenloser Übergang in den weiteren Bauabschnitt nicht möglich sein wird, sagte Kraus. Nicht auszuschließen ist laut Bürgermeister, dass der nächste Bauabschnitt sogar erst im Jahr 2021 begonnen werden kann. Da die Umfahrung einen anderen Verlauf nehmen wird als zunächst geplant, müsse sogar unter Umständen ein Teil der bereits erneuerten Straße wieder zurückgebaut werden. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich zum Stand vom 31. Oktober auf rund 1,8 Millionen Euro.

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Auf die Anfrage von Manfred Freudling, ob eine Sanierung der in Mitleidenschaft gezogenen Birkenstraße angedacht ist, antwortete Bürgermeister Kraus, dass dies durchaus von der Gemeinde vorgesehen ist. Es sollen auch Versorgungsleitungen und ein Kanalanschluss saniert werden. Wann dies allerdings durchgeführt wird, kann momentan nicht vorhergesagt werden.

Auf die Anfrage, ob es bereits Kandidaten für das Bürgermeisteramt und den Gemeinderat für die kommenden Kommunalwahlen gibt, lud Bürgermeister Kraus die Bevölkerung zu einer Vorstellungsversammlung am 8. Januar in der Schule ein. Die Bürgerliste sei bereits aktiv und spreche mit Kandidaten.

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