Corona-Pandemie

Wie das große Marktoberdorfer Festival Musica Sacra gelingen soll

Im Rahmen des Festivals Musica Sacra International präsentiert ModFestivals eine Ausstellung im Marktoberdorfer Kultur-Schaufenster des Emmi Fendt-Hauses. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Weltethos konzipiert und lädt ein, die Welt der Religionen besser kennenzulernen. Sie besteht aus mehreren Motiv-Tafeln zu den fünf großen Weltreligionen.

Im Rahmen des Festivals Musica Sacra International präsentiert ModFestivals eine Ausstellung im Marktoberdorfer Kultur-Schaufenster des Emmi Fendt-Hauses. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Weltethos konzipiert und lädt ein, die Welt der Religionen besser kennenzulernen. Sie besteht aus mehreren Motiv-Tafeln zu den fünf großen Weltreligionen.

Bild: Gerlinde Schubert

Im Rahmen des Festivals Musica Sacra International präsentiert ModFestivals eine Ausstellung im Marktoberdorfer Kultur-Schaufenster des Emmi Fendt-Hauses. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Weltethos konzipiert und lädt ein, die Welt der Religionen besser kennenzulernen. Sie besteht aus mehreren Motiv-Tafeln zu den fünf großen Weltreligionen.

Bild: Gerlinde Schubert

Die Wahl fällt auf live plus online: Neun Ensembles reisen zu Musica Sacra International in Marktoberdorf an. Wie die Auftritte zu sehen sein werden.

14.03.2021 | Stand: 10:51 Uhr

Richtig was auf die Beine stellen will der Verein ModFestivals mit seinem Festival Musica Sacra International, das vom 21. bis 24. Mai unter dem Motto „Unsere Erde“ stattfindet. Als Vertreter der Weltreligionen sind neun Ensembles eingeladen. Sie werden zur Eröffnung und zum Abschluss live im Modeon in Marktoberdorf auftreten, aber auch in Sälen und sakralen Räumen in Altenstadt, Kempten, Kaufbeuren, Bad Hindelang und Augsburg.

Das Publikum ist online im Livestream dabei: bei den Konzerten sowie bei Diskussionen und Interviews

Gleichzeitig werden diese Konzerte online übertragen. Überhaupt wird das Publikum weltweit dieses Festival in großen Teilen online miterleben können. Denn nicht nur die Musik von Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam und Judentum wird gestreamt, sondern auch Interviews, Diskussionen, Vorträge und die Vorstellung interreligiöser Projekte.

Das Festival Musica Sacra in Marktoberdorf findet in einer corona-verträglichen Weise statt.
Das Festival Musica Sacra in Marktoberdorf findet in einer corona-verträglichen Weise statt.
Bild: Alfred Michel

Die Corona-Pandemie hat auch das Pfingstfestival Musica Sacra ordentlich durcheinandergewirbelt. Im vergangenen Jahr musste kurzfristig umgeplant werden und es konnte ausschließlich online stattfinden. Und heuer wäre eigentlich der Internationale Kammerchorwettbewerb an der Reihe gewesen, der seit 1989 im jährlichen Wechsel mit Musica Sacra stattfindet.

An einen internationalen Chorwettbewerb war wegen Corona nicht zu denken

Aber an einen internationalen Wettbewerb war bei hohen Inzidenzwerten und Lockdown nicht zu denken. Also entschied ModFestivals, heuer noch einmal Musica Sacra zu veranstalten. Die Musiker sind zwar international, leben aber alle in Deutschland. Mit Einreisproblemen ist also nicht zu rechnen.

(Lesen Sie dazu auch: Feste im Ostallgäu: Viele wollen entweder ganz oder gar nicht feiern.)

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Festival "Musica Sacra"

Warum das Weltreligionen-Festival in Marktoberdorf zeitlich entzerrt wird

Dass unter den neun Ensembles diesmal gleich zwei jüdische sind, ist dem Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zu verdanken. Das Ensemble Zeker wird dem Publikum jüdische Kammermusik näherbringen, das Abraham Geiger Kolleg Ensemble stellt Facetten jüdischer Vokalmusik vor. Eingeladen wurden auch drei christliche Ensembles. Das Ensemble Abios stellt Chormusik der russisch-orthodoxen Kirche vor, Gospels aus dem afrikanisch-karibischen Bereich singt das Frankfurter Ensemble Jabulani und Musik des Mittelalters bringt Ars Choralis Coeln mit.

Singen, tanzen und musizieren: von Hinduismus bis zum Islam und zu einer Naturreligion

Wie die Musik buddhistischer Wandermönche klingt, führt die Japanerin Renkel Hashimoto auf einer Bambusflöte vor. Der Hinduismus ist mit der indischen Musik-Tanz-Formation Anubhab vertreten. Die Sufi-Tradition des islamischen Glaubens repräsentiert das Ensemble Misafir. Wie schon im vergangenen Jahr ist wieder das Ensemble Spinario des Österreichers Rupert Huber dabei, der das sogenannte Wirkungssingen des Animismus – also einer Naturreligion – pflegt. Ob es diesmal einen Festivalchor geben ist, steht noch nicht fest.

Neben den Konzerten hat das Festival-Team um die künstlerische Leiterin Dr. Verena Grüter und die Geschäftsführerin Ramona Wegenast ein umfangreiches Rahmenprogramm ausgearbeitet. Obwohl die Online-Version des Festivals im vergangenen Jahr gut angekommen sei, sei dem Team heuer „nur online“ zu wenig gewesen.

Großes Helfer–Team mit rund 80 Beteiligten ist trotz Corona beim Festival am Start

„Wir wollen dem Publikum alles bieten, was wir können“, sagt Wegenast. Auch wenn coronabedingt der Aufwand teils größer sein mag. Die Musiker brauchen alle ein Einzelzimmer. Und auch die Hygieneauflagen werden enorm sein. Aber das rund 80-köpfige Helferteam hält den ModFestivals auch in dieser schweren Zeit die Treue.

Musica sacra ist ein faszinierendes Festival, das sich mit den Weltreligionen beschäftigt.
Musica sacra ist ein faszinierendes Festival, das sich mit den Weltreligionen beschäftigt.
Bild: Ellen Schmauss

„Alle freuen sich schon aufs Festival. Alle wollen wieder mitmachen“, sagt Pressesprecher Bertram Maria Keller. „Auch Sponsoren sind uns treu geblieben“, freut sich Wegenast. Dennoch werde es finanziell ein schwieriges Festival werden.

Musica Scara kommt auch zu Marktoberdorfer Schülern in die Stadt

Es gebe aber auch neue Kooperationen. Zum Beispiel bei der Durchführung des Programms „Toleranz macht Schule, wenn Musica Sacra zu Marktoberdorfer Schülern kommt. Beteiligt ist auch die Stadtbücherei mit einem Online-Vorlesen. Auch hier geht es um die Weltreligionen. Und Schüler können sich im Rahmen eines Workshops mit jungen Juden treffen und von ihnen im Gespräch mehr über das jüdische Leben in Deutschland erfahren.

Vier Stationen: Friedensweg führt dann am letzten Festivaltag durch die Stadt Marktoberdorf

Am letzten Festivaltag (24. Mai) können sich alle am Friedensweg beteiligen: Dieser Weg der Religionen ist den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer gewidmet. Er führt von der Musikakademie zum Modeon. An vier Stationen werden Gebete gesprochen, die in den Weltreligionen zu Hause sind, und es werden Lieder gesungen, bei denen jeder mitsingen kann.

Zur Einstimmung auf das Festival ist schon jetzt im Schaufenster des Clemens- und Emmi-Fendt-Hauses eine Ausstellung zum Thema Weltreligionen zu sehen. Wer Fragen dazu hat, kann eine Postkarte in den dort angebrachten Briefkasten werfen. Sie werden während des Festivals online beantwortet. Schon in den ersten Tagen der Ausstellung sind einige Fragen eingegangen.

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