Jahresabschluss

Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf überwindet Altlasten

Das Wohngebäude in der Hans-Weber-Straße 8 (Ecke Alemannenstraße) hat die Wohnungsbaugenossenschaft neu errichtet. Im Hintergrund ist noch das direkt anschließende, komplett sanierte Objekt Hans-Weber-Straße 6 zu sehen. Es wurde zum Januar dieses Jahres neu vermietet.

Bild: Robert März/Wobau Marktoberdorf

Das Wohngebäude in der Hans-Weber-Straße 8 (Ecke Alemannenstraße) hat die Wohnungsbaugenossenschaft neu errichtet. Im Hintergrund ist noch das direkt anschließende, komplett sanierte Objekt Hans-Weber-Straße 6 zu sehen. Es wurde zum Januar dieses Jahres neu vermietet.

Bild: Robert März/Wobau Marktoberdorf

Wie ihr Jahresabschluss verrät, steht die Marktoberdorfer Wobau auf sehr solider Grundlage. Warum die Genossenschaft 2019 drei Millionen Euro investiert hat.

Von Redaktion Allgäuer Zeitung
15.06.2020 | Stand: 06:00 Uhr

„Die betriebswirtschaftlichen Probleme der Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf aus der Zeit Ende der 1990er Jahre sind endgültig überwunden.“ Das berichten Wobau-Geschäftsführer Robert März und seine Mitvorstände David Blömeke und Markus Zendath in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Wobau steht damit wieder auf einer soliden finanziellen Grundlage, schreibt März.

März beruft sich dabei auf den Genossenschaftlichen Prüfungsverband VdW Bayern. Dieser bescheinigt der Genossenschaft in seiner jährlichen Pflichtprüfung nach langer Durststrecke erstmals wieder eine gute Finanz- und Ertragslage. 2019 verbesserten sich demnach erneut wichtige bilanzielle Kennzahlen, und der Jahresabschluss erfolgte ohne Feststellungen.

Neubau wird im Juli bezogen

Aufgrund guter Rahmenbedingungen investierte die Genossenschaft 2019, wie in den Vorjahren, laut März wieder über eine Million Euro ins Instandhalten und Modernisieren ihrer Bestandsobjekte. Parallel zu den normalen Sanierungstätigkeiten wurden für fast zwei Millionen Euro elf barrierefreie Wohnungen in der Hans-Weber-Straße 8 neu gebaut (wir berichteten).

Der Neubau wird nun zum 1. Juli nach nur eineinviertel Jahren Bauzeit ab dem Spatenstich Ende März 2019 bezogen. Das Wohngebäude ist laut Wobau schon vollständig vermietet. Im abgelaufenen Kalenderjahr wurde zudem das direkt anschließende Sanierungsobjekt (Hans-Weber-Straße 6) mit neun Wohnungen fertiggestellt. Erstbezug durch die Mieter war hier zum 1. Januar dieses Jahres. Außerdem wurden einige Objekte an den Außenfassaden und mehrere „Bestandswohnungen“ umfangreich saniert, und auch aktuell laufen Sanierungsmaßnahmen, berichtet Geschäftsführer März.

Gebäudekomplex mit 15 Wohnungen wird saniert

Derzeit sei zudem die umfassende Komplettsanierung des Objektkomplexes Saliterstraße 31-35 mit insgesamt 15 Wohnungen in Planung. Die Vorbereitungen dazu seien bereits im vollen Gange. „Sanierungsbeginn ist im Herbst 2020“, meldet März. Die dort wohnenden Mieter würden soweit wie möglich in anderen Wohnungen der Genossenschaft untergebracht.

Aus der Corona-Pandemie ergeben sich laut Wobau-Vorstand bislang noch keine Risiken für die aktuelle Geschäftsentwicklung. Der Vorstand reagiere bedarfsweise. Dank der soliden Finanzlage der Genossenschaft werden laut März aber selbst „unter Annahme von Worst-Case-Szenarien“ derzeit keine Planungs- und Investitionstätigkeiten beeinträchtigt.

"Mieter nicht im Stich lassen"

Daher werde die Genossenschaft auch keinen Mieter wegen eventueller finanzieller Probleme, deren Ursache die Pandemie sei, im Stich lassen, betont März. Es würden, wie auch früher geschehen, gemeinsam sinnvolle Lösungen für die Mitglieder gesucht. „Und das nicht, weil dafür gesetzliche Vorgaben beschlossen wurden.“ Zugleich schütze der Vorstand freilich das Vermögen der Genossenschaft.

Die Ziele der Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf bleiben laut Vorstand in den kommenden Jahren die gleichen wie in der Vergangenheit: So soll weiterhin in die Bestandsgebäude investiert werden – bei Mietpreisen, die dem genossenschaftlichen Gedanken entsprechen. Zudem gehe es erneut darum, das Eigenkapital zu stärken sowie die „kontinuierliche Entschuldung der Genossenschaft“ voranzutreiben.

Der Jahresüberschuss für das Kalenderjahr 2019 beträgt rund 292 000 Euro.