Flughafen Memmingen

Allgäu Airport kommt deutschlandweit fast am besten durch die Krise

Airport Memmingen

Der Allgäu Airport rechnet heuer mit einer Million Fluggäste und hofft, dass die Pandemie nicht doch noch einen Strich durch diese Rechnung macht.

Bild: Matthias Becker

Der Allgäu Airport rechnet heuer mit einer Million Fluggäste und hofft, dass die Pandemie nicht doch noch einen Strich durch diese Rechnung macht.

Bild: Matthias Becker

Am Flughafen gibt es wieder fast so viele Ziele wie vor der Corona-Krise. Und die Entwicklung der Passagier-Zahlen ist trotz der Pandemie positiv.
29.06.2021 | Stand: 18:40 Uhr

Nach dem Krisenjahr 2020 ist beim Memminger Flughafen der Optimismus zurückgekehrt: Geschäftsführer Ralf Schmid rechnet heuer mit einer Million Passagiere und damit einer klaren Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als nur 69. 000 Fluggäste gezählt wurden. Da immer mehr Reisewarnungen wegfielen und immer mehr Menschen geimpft seien, hätten die Fluggesellschaften eine größere Planungssicherheit, sagt Schmid. „Das Licht am Ende des Tunnels wird immer heller.“

Vom Flughafen Memmingen aus nach Rhodos und Korfu

Vom Memminger Flughafen aus geht es derzeit zu 48 Destinationen. Das sind laut Schmid fast so viele wie 2019, also vor der Corona-Krise. Allerdings seien die Flugzeuge noch nicht so stark ausgelastet wie damals. Verbindungen, die zuletzt ausgesetzt waren, stehen wieder auf dem Flugplan. Hierzu zählen beispielsweise Athen, Dublin und Barcelona-Girona. Es gibt auch neue Ziele wie Rhodos und Korfu.

Nach über 1,7 Millionen Fluggästen im Rekordjahr 2019 hatten die Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen für ein massives Minus bei den Passagierzahlen gesorgt. Dennoch habe Memmingen den zweitniedrigsten Rückgang aller deutschen Flughäfen verzeichnet, sagt Schmid. Der Airport habe niemanden entlassen, aber Kurzarbeit angemeldet. In dieser Zeit hätten Mitarbeiter den Flughafen verlassen. „Wir müssen jetzt wieder neu einstellen, zum Beispiel für die Passagier-Abfertigung und die Feuerwehr. Aber es ist schwierig, Leute zu finden.“

Zur betriebswirtschaftlichen Bilanz für 2020 äußert sich der Geschäftsführer noch nicht: Die Zahlen müssten erst den Gesellschaftern vorgestellt werden. In der Vergangenheit hatte es stets geheißen, dass eine Million Passagiere für ein positives Ergebnis notwendig seien.

Bilder zeigten Passagiere am Allgäu Airport dicht an dicht

Vor einigen Monaten sorgten Bilder vom Allgäu Airport für eine öffentliche Diskussion. Im Einreisebereich standen viele Passagiere dicht an dicht – von Abstand halten keine Spur. Ein Fluggast-Ehepaar sprach von „unfassbaren“ Zuständen. Für diese Kritik hat der Airport-Geschäftsführer kein Verständnis: „Solche Szenen gibt es überall. Auch in U-Bahnen herrscht Gedränge, aber das interessiert niemanden.“ Die Passagiere seien selbst dafür verantwortlich, sich richtig zu verhalten: „Von uns wird etwas Unmögliches verlangt. Wir können nicht 100 Ordnungskräfte für 150 Fluggäste hinstellen.“ Zudem seien die Passagiere entweder negativ getestet, genesen oder geimpft.

Das sagt der Flughafen-Geschäftsführer zur Abschaffung von Kurzstreckenflügen

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Ein Thema, das während der Corona-Hochphase etwas in den Hintergrund geriet, kehrt nun wieder auf die politische Agenda zurück. Es geht um die Frage, wie sich die Luftfahrt in Zeiten des Klimawandels verändern muss. Über die Abschaffung von Kurzstreckenflügen wird ebenso diskutiert wie über die Einführung einer Kerosinsteuer. Er frage sich, wie die Bahn das Fahrgast-Potenzial von Kurzstreckenflügen aufnehmen sollte, sagt Schmid. Er sei grundsätzlich kein Freund von Verboten: „Stattdessen sollten wir uns die Frage stellen, wie wir die Luftfahrt umweltfreundlicher gestalten können.“

Die Pläne, dem Kerosin einen bestimmten Anteil an synthetischen Kraftstoffen beizumischen, hält der Airport-Geschäftsführer für richtig. Für Fahrzeuge, die auf dem Airport-Gelände unterwegs sind, habe der Flughafen seit einiger Zeit eine Erdgas-Tankstelle.

Wie der aktuelle Stand der geplanten Ansiedlung von Amazon am Flughafengelände ist, lesen Sie hier.