Trunkelsberg

Chance auf Neubaugebiet in Trunkelsberg "ohne Not versemmelt“

TB Neubaugebiet

Nachdem die Änderung des Bebauungsplans für ein Neubaugebiet im Norden der Gemeinde Trunkelsberg vom Tisch ist, hat nun die Suche nach neuen Lösungsoptionen begonnen.

Bild: Armin Schmid

Nachdem die Änderung des Bebauungsplans für ein Neubaugebiet im Norden der Gemeinde Trunkelsberg vom Tisch ist, hat nun die Suche nach neuen Lösungsoptionen begonnen.

Bild: Armin Schmid

Bürgermeister und Vertreter der VR-Bank sind enttäuscht über fehlende Kompromissbereitschaft der Projektgegner. Nun wird nach möglichen Alternativen gesucht.
27.04.2020 | Stand: 10:07 Uhr

Wie geht es mit dem geplanten Neubaugebiet in Trunkelsberg weiter? Die Enttäuschung darüber, dass sich die VR-Bank Memmingen infolge der Querelen um das Bürgerbegehren als Baulandentwickler zurückgezogen hat, sitzt bei Bürgermeister Roman Albrecht auch mehrere Tage nach der Gemeinderatssitzung noch tief. „Eine herausragende Zukunftsoption und große Chance für die Wohnbauentwicklung in Trunkelsberg ist ohne Not versemmelt worden“, so der Rathauschef. Nun steht die Prüfung möglicher Alternativen im Vordergrund.

Wie berichtet, wollte der Gemeinderat den Bebauungsplan dahingehend ändern, dass gut 60 anstatt rund 40 Wohneinheiten entstehen. Geplant waren 40 barrierefreie Wohneinheiten für altersgerechtes Wohnen und 20 Wohneinheiten für jüngere Familien. Die Gegner des Projekts hatten befürchtet, dass sich das Bauvorhaben nicht in die vorhandene Wohnbebauung in der näheren Umgebung einfügt, ebenso ein erhöhtes Verkehrs- und Parkaufkommen. Darüber hinaus zweifelten sie daran, dass es eine große Nachfrage nach Seniorenwohnungen gibt.

Bürgermeister Albrecht bleibt Verfechter des Konzepts

Bürgermeister Albrecht ist nach wie vor ein Verfechter des Konzepts. Die Vorteile der Änderungsversion gegenüber dem bestehenden Bebauungsplan liegen für ihn auf der Hand. „Wir hätten den Fußweg realisieren können, hätten mehr Stellplätze untergebracht und den Verkehr auf eine gut ausgebaute Straße ableiten können.“ Das Problem, dass die Häuser für die Gegner des Projekts zu groß sind, hätte man laut Albrecht auch in den Griff bekommen können. Auf dem hangartigen Gelände hätte man die Wohngebäude „tiefer eingraben“ können. Darüber hinaus meinte der Bürgermeister, dass beispielsweise im ganzen „Südring“ ebenfalls zwei Stockwerke und ein Dachgeschoss zulässig seien. Gehe man mit der Geschossanzahl runter, sei für den Investor beispielsweise eine Tiefgarage nicht mehr bezahlbar. Letztlich könne man aber nur verhandeln, wenn alle beteiligten Parteien dazu bereit sind.

Aus Albrechts Sicht war dies bei den Gegnern nur in eingeschränktem Maße erkennbar. „Mir sind die Hände nun gebunden“, meinte der Rathauschef mit Blick darauf, dass der Gemeinderat die Änderung beziehungsweise Neuaufstellung des Bebauungsplans zurückgenommen hat. Diese Entscheidung hat ein Jahr Rechtskraft. Erst danach kann sich das Gremium wieder diesem Thema widmen. Albrecht meinte, dass man die Zeit eventuell nutzen könnte, um hinsichtlich der Erschließung des Baugebiets einen städtebaulichen Vertrag auszuarbeiten. Ansonsten müsse die Gemeinde abwarten, was Grundstücksbesitzer und Baulandentwickler für ein Konzept weiterverfolgen wollen. Der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahr 2004 habe weiterhin Rechtskraft und könnte umgesetzt werden.

VR-Bank prüft alle denkbaren Optionen 

Prokurist Stefan Geiger von der VR-Bank Memmingen teilte auf Anfrage mit, dass entsprechende Gespräche, die Klarheit über die weitere Vorgehensweise bringen sollen, bereits stattfinden. Zum überraschenden Rückzug der VR-Bank meinte Geiger, dass bei den Gegnern des Wohnbauprojekts einfach zu wenig Kompromissbereitschaft erkennbar war. „Es gab da nur schwarz oder weiß.“ Ein Bürgerbegehren wollte man vonseiten des Baulandentwicklers aber letztlich vermeiden. Geiger bekräftigte, dass man im Moment die Lage sondieren, Abklärungsgespräche führen und alle möglichen und denkbaren Optionen prüfen werde.

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