300 bei Demo in Memmingen

Erstmals auch Corona-"Spaziergang" in Ottobeuren

OB Corona-Demo

Schweigend und ohne Transparente zogen am Montagabend erneut Kritiker der Corona-Maßnahmen durch Ottobeuren.

Bild: Volker Geyer

Schweigend und ohne Transparente zogen am Montagabend erneut Kritiker der Corona-Maßnahmen durch Ottobeuren.

Bild: Volker Geyer

Zahlreiche Menschen protestieren gegen Corona-Maßnahmen in Memmingen und dem Unterallgäu. So reagiert Landrat Alex Eder.
02.02.2022 | Stand: 10:54 Uhr

Kritiker der staatlich angeordneten Corona-Maßnahmen sind am Montagabend wieder in Stadt und Land auf die Straße gegangen. In Memmingen waren es bei einer angemeldeten Demonstration etwa 300 Teilnehmer auf dem Schrannenplatz. In Ottobeuren zogen laut Polizei rund 90 Personen bei einem nicht angemeldeten „Spaziergang“ etwa eine Stunde lang durch den Ort. Beide Veranstaltungen verliefen nach Angaben der Polizei störungsfrei.

Montagsspaziergang: auch Ottobeuren ohne Banner unterwegs

In Ottobeuren versammelten sich die Teilnehmer zunächst vor dem Rathaus. Gegen 18 Uhr zogen sie in einer langen Schlange auf dem Gehweg durch die Bahnhofstraße zum Gewerbegebiet und von dort wieder zurück zum Marktplatz und machten noch einen Abstecher an der Basilika vorbei. Die „Spaziergänger“, die zum Teil mit ihren Kindern unterwegs waren, hatten weder Banner noch Transparente dabei und liefen schweigend durch die Straßen. Reden gab es keine.

Wem drohen Konsequenzen?

Laut Polizeipressesprecher Holger Stabik haben die Teilnehmer einer unangemeldeten Versammlung keine rechtlichen Schritte zu befürchten, solange sie nicht gegen Auflagen der Behörden verstoßen. Dagegen muss der Organisator einer unangemeldeten Versammlung mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen. In Ottobeuren wurde bisher aber kein Organisator festgestellt.

Das sagt Landrat Alex Eder

Landrat Alex Eder (Freie Wähler) beurteilt die „Montagsspaziergänge“ im Unterallgäu auf Anfrage unserer Redaktion folgendermaßen: „Es handelt sich bisher um friedliche Versammlungen von Menschen, die mit den Corona-Maßnahmen der Regierung unzufrieden sind und die für eine freie Impfentscheidung plädieren.“ Zudem sei es eine wichtige Säule des Rechtsstaats, dass jeder Mensch friedlich Kritik äußern dürfe. Eder appelliert an die Teilnehmer, vor allem „weiterhin friedlich und mit der Polizei vor Ort kooperativ zu bleiben“. Außerdem bittet er darum, die Mindestabstände einzuhalten und Rücksicht auf Anwohner und gegebenenfalls auf Geschäftstreibende zu nehmen.

300 Demonstranten in Memmingen

Friedlich ist laut Polizei die Demo „Memmingen leuchtet“ auf dem Schrannenplatz verlaufen. Versammelten sich dort vergangene Woche etwa 600 Teilnehmer, waren es an diesem Montag 300 Personen, die ihre Strategie zur Freiheit in der Friedlichkeit sehen und sich unter anderem gegen eine Impfpflicht aussprechen. Während dort ein Lied zur Friedlichkeit, Gemeinsamkeit und Standhaftigkeit angestoßen wurde, sprachen sich gleichzeitig 1040 Personen bei einer Demonstration in Mindelheim ebenfalls gegen die Corona-Maßnahmen aus. In Memmingen gab es auf dem Marktplatz erneut eine Gegendemo unter dem Motto „Linksdenken Allgäu“ mit zwölf Teilnehmern.

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