Eishockey-Bundesliga

Indians-Frauen mit Sieg und Niederlage gegen den Tabellenführer

Die Frauen des ECDC Memmingen (dunkle Trikots) haben am Samstag in der Eishockey-Bundesliga Tabellenführer Ingolstadt mit 3:2 geschlagen. Am Sonntagnachmittag verloren sie in Ingolstadt mit 1:4.

Die Frauen des ECDC Memmingen (dunkle Trikots) haben am Samstag in der Eishockey-Bundesliga Tabellenführer Ingolstadt mit 3:2 geschlagen. Am Sonntagnachmittag verloren sie in Ingolstadt mit 1:4.

Bild: Alwin Zwibel

Die Frauen des ECDC Memmingen (dunkle Trikots) haben am Samstag in der Eishockey-Bundesliga Tabellenführer Ingolstadt mit 3:2 geschlagen. Am Sonntagnachmittag verloren sie in Ingolstadt mit 1:4.

Bild: Alwin Zwibel

Die Eishockey-Frauen des ECDC Memmingen schlagen Spitzenreiter Ingolstadt zuhause mit 3:2. Am Sonntagnachmittag verlieren sie dann auswärts beim ERCI mit 1:4.
15.11.2020 | Stand: 17:06 Uhr

Wenn das so weitergeht, dann gibt es in dieser Saison in der Eishockey-Bundesliga der Frauen einen harten Dreikampf um den Titel. Zu den Anwärterinnen zählen die Frauen des ECDC Memmingen. Das untermauerten sie am Samstag mit einem beeindruckenden 3:2 (0:0; 2:1; 1:1)-Erfolg gegen Spitzenreiter ERC Ingolstadt. Die Indians-Frauen erzielten alle drei Treffer im Powerplay (Überzahl). Dem Heimsieg folgte am Sonntagnachmittag eine 1:4 (1:2; 0:0; 0:2)-Niederlage in Ingolstadt. Auch dabei verkauften sich die Memmingerinnen teuer. Bis kurz vor Schluss lagen sie nur 1:2 zurück und waren dabei dem Ausgleich eigentlich näher als die Ingolstädterinnen dem entscheidenden Treffer.

Zurück zum Spiel am Samstag: Teammanager Peter Gemsjäger von den ECDC-Frauen sagte nach der mitreißenden ersten Partie: „Nach der komplett ausgefallenen Saisonvorbereitung kommt unser Team nun immer besser in Schwung.“ Dass mit ihnen auch in dieser Saison wieder zu rechnen sein würde, demonstrierten die Indians-Frauen bereits Ende Oktober, als sie beim 0:4 gegen Planegg, ihren Dauerrivalen im Titelrennen, das Spiel zwei Drittel lang offen gestalteten und erst zum Schluss einbrachen. Seinerzeit fehlten aber wichtige Spielerinnen wie Kapitänin Daria Gleißner und die Kanadierin Kassandra Roache.

ECDC Memmingen Frauen: Mit Einsatz und großem Kämpferherz

Gegen Tabellenführer Ingolstadt konnte ECDC-Trainer Werner Tenschert nun in personeller Hinsicht nahezu aus dem Vollen schöpfen. Er musste lediglich auf die verletzte U18-Nationalspielerin Ronja Hark verzichten. Was sein Team bot, gefiel dem Coach. Nach dem harten Kampf gegen die „Schanzerinnen“ sagte er: „Über die ganze Spielzeit gesehen haben wir uns die besseren Chancen erarbeitet und verdient gewonnen. Ganz am Ende hat Ingolstadt viel Druck gemacht, aber wir konnten mit viel Einsatz und großem Kämpferherz den Vorsprung über die Zeit bringen.“ Dem kann man als Spielbeobachter nur beipflichten. Lange Zeit gewährte die Indians-Defensive um die überragende Nationalverteidigerin Carina Strobel den „Pantherinnen“ keinen Raum zur Entfaltung. Erst als bereits fast die halbe Spielzeit verstrichen war, nutzten die Gäste ihre erste echte Gelegenheit zur Führung. Torschützin war die ehemalige Memmingerin Marie Delarbre, die erst seit dieser Saison für die Frauen aus Oberbayern aufläuft (Lesen Sie auch: Eishockey-Oberliga: Corona bringt Spielplan ins Wanken).

Die Indians ließen sich davon nicht beeindrucken. Carina Strobel, die wie Marina Swikull ihr 150. Bundesliga-Spiel absolvierte, hämmerte den Puck von der blauen Linie zum 1:1 in die Maschen. Wenig später tankte sich Sonja Weidenfelder über die linke Seite durch und schob die Scheibe vors Tor – wo die frei stehende Savannah Rennie „nur noch“ vollenden musste.

"Gastgeschenk" einer ehemaligen Memmingerin

Dass der zweite Ingolstädter Treffer durch Nicola Eisenschmid nicht nur ein Shorthander (Tor in eigener Unterzahl), sondern erneut ein „Gastgeschenk“ einer ehemaligen Memmingerin war, ließ die Tenschert-Truppe kalt. Denn sie hatte ja Sonja: Die Deutsch-Kanadierin Weidenfelder krönte ihre starke Leistung mit dem Siegtreffer (Lesen Sie hier: Sprade.tv-Erfinder: Dieser Allgäuer macht tausende Eishockey-Fans glücklich).

Nicht nur Teammanager Gemsjäger bedauerte nach dieser packenden und temporeichen Partie, dass keine Zuschauer zugelassen waren. Er und die anderen Verantwortlichen des ECDC-Damenteams hoffen nun, dass die Saison unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen fortgeführt werden kann. Denn wenn das alles so weitergeht, wird es einen spannenden Dreikampf um den Titel geben – in dem die Indians-Frauen in der Form vom Samstag gewiss nicht die schlechtesten Karten haben.

Weitergehen soll es für die ECDC-Damen am Wochenende 28./29. November mit zwei Spielen in der Frauen-Bundesliga beim Tabellenletzten Kölner EC.