Ausstellung

Fotokünstler Uwe Langmann ist ein Meister der klaren Linie

Uwe Langmann

Verdichtungen und Leere kennzeichnen die poetischen Fotografien von Uwe Langmann, die derzeit in der Galerie Köllner in Memmingen zu sehen sind. Unser Bild zeigt sein Werk „Threshold“ („Schwelle“).

Bild: Harald Holstein

Verdichtungen und Leere kennzeichnen die poetischen Fotografien von Uwe Langmann, die derzeit in der Galerie Köllner in Memmingen zu sehen sind. Unser Bild zeigt sein Werk „Threshold“ („Schwelle“).

Bild: Harald Holstein

Langmanns Werke nähern sich der abstrakten Malerei. Wie Corona seine Arbeit beeinflusst hat. Derzeit zeigt er „Spuren der Zeit“ in der Galerie Köllner in Memmingen.
16.03.2021 | Stand: 09:19 Uhr

Zwei Jahre nachdem der Fotokünstler Uwe Langmann mit dem Bildhauer Claus Peter Kögler in einer gemeinsamen Ausstellung der leisen Töne wunderbar harmonierte, ist nun eine Einzelausstellung mit den Fotos von Uwe Langmann in der Galerie Köllner in Memmingen zu sehen unter dem Titel „Spuren der Zeit“. Sie musste kurz nach ihrer Eröffnung im Dezember wegen des Lockdowns geschlossen werden und wurde jetzt bis zum 31. Mai verlängert. Für Besuche in der Galerie gelten die gleichen Regeln wie für den Einzehandel.

Uwe Langmann schafft poetische Fotografien.
Uwe Langmann schafft poetische Fotografien.
Bild: Harald Holstein

Der 34-jährige Künstler aus Memmingen, der inzwischen in Potsdam lebt, ist ein Grafiker mit der Kamera, ein Meister der der klaren Linie und der Tuschmalerei mit dem Objektiv. Er bildet keine Wirklichkeit im üblichen Sinne ab. Das Dokumentarische der Fotografie interessiere ihn nicht, sagt Langmann. Er möchte keine Geschichten erzählen, sondern die Bilder der abstrakten Malerei annähern. Der Druck mit echten Pigmenten auf hochwertiges Baumwollpapier unterstützt diese Absicht.

Spuren in der Landschaft

Uwe Langmann zeichnet mit der Linse. Sein Auge sucht Linien, Spannungen in der Fläche, Verdichtungen und Leere. Mit seiner Kamera sammelt er Spuren und Muster, die Grashalme, Landzungen oder Autoreifen in die Landschaft schreiben. Durch seine sanfte Überbelichtungstechnik reduziert der Fotokünstler Kontraste und schafft es, Starenschwärme oder Schafherden ins Grafische zu übersetzen. Ein äußerst ästhetischer Ansatz, der durch seine Leichtigkeit und Poesie fesselt und den Betrachter mit ins Bild hineinzieht.

Langmanns Hauptserie „Vanishing Time“ („Schwindende Zeit“) besteht überwiegend aus Winterbildern. Schnee und neblige, sonnenlose Tage kommen ihm sehr entgegen. Die Menschen in den oft surreal wirkenden Landschaften scheinen darin zu schweben und sich ihres Standpunktes vergewissern zu wollen. Auch der Betrachter im Bild „Threshold“ („Schwelle“), den Uwe Langmann vor einem riesigen Salzsee in Utah eingefangen hat, steht verloren vor der Landschaft. Weit blickt er auf das Gebirge am Horizont, das sich wie eine Fatamorgana im Schmelzwasser spiegelt.

„Branches“ („Geäst“) heißt dieses Werk von Uwe Langmann.
„Branches“ („Geäst“) heißt dieses Werk von Uwe Langmann.
Bild: Harald Holstein

Um das für ihn stimmige Motiv zu bekommen, nimmt sich der Fotokünstler viel Zeit. Wie ein Jäger sitzt er oft auch mal stundenlang auf der Lauer, bis der richtige Moment oder die passende Person im Bild auftaucht.

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Wegen den Corona-Beschränkungen konnte Uwe Langmann in diesem Jahr nicht auf Reisen gehen und in Amerika, Schweden oder Lettland Motive aufstöbern. Daher fing er seit dem Frühjahr mit der Kamera alles ein, was ihm in seinem nächsten Umfeld in Potsdam und Berlin in Auge fiel. Kratzspuren, Hausverputz, Gartenschläuchen und Farbspritzern vermag er grafische Werte abzugewinnen.

Serie mit wolkenlosem Himmel

Es gibt aber auch Fotos, die die Linie vollständig aufgeben und sich nur der Farbe widmen. In einer Serie mit wolkenlosem Himmel fängt er die Farbveränderungen der Abenddämmerung ein.

Die hauchzarten Landschaftsfotos sind von den Andeutungen der Japanischen Kunst angeregt und laden zum Verweilen und meditativen Anschauen ein.

Die Ausstellung „Spuren der Zeit“ von Uwe Langmann in der Galerie Köllner, Ulmer Straße 6, in Memmingen ist bis zum 31. Mai 2021 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag von 14 - 18 Uhr. Es gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln. Eine telefonische Voranmeldung und das Hinterlassen der Kontaktdaten ist für einen Besuch nötig unter Telefon 08331/9610255 oder per Mail an info@kirstinkoellner.com