Solidarität

Hilfe aus dem Unterallgäu für Projekte in Uganda

Die Kinder und Jugendlichen in Kyankwanzi freuen sich wieder zur Schule gehen zu können.

Die Kinder und Jugendlichen in Kyankwanzi freuen sich wieder zur Schule gehen zu können.

Bild: Uganda-Freunde

Die Kinder und Jugendlichen in Kyankwanzi freuen sich wieder zur Schule gehen zu können.

Bild: Uganda-Freunde

Unterallgäuer Verein zeigt auf, welche Folgen die Corona-Pandemie für verschiedene Projekte in Afrika hatte und stellt 50.000 Euro bereit, um diese abzumildern.
07.05.2022 | Stand: 12:00 Uhr

„Ich dachte, mein Leben ist zu Ende und ich habe nichts mehr zu erwarten“, so beschreibt Rosemary N. ihre Situation, nachdem der Onkel, der ihr das Schulgeld bezahlte, an Covid verstorben war. Doch nun kann sie die Schule wieder besuchen, nachdem der Unterallgäuer Verein Uganda-Freunde einen Fonds für bedürftige Mädchen eingerichtet hat. Viele weitere solche Berichte waren laut Mitteilung des Vereins an der Tagesordnung, als Peter Förg, Projektleiter von Uganda-Freunde e.V., sich bei einem Besuch in dem ostafrikanischen Land mit den Partnern austauschte.

Schulen sind überfüllt

Frater Henry und Noa Kakooza erzählten, wie schwierig die Situation für alle war. Die lange Zeit der Schulschließungen, die engen Wohnverhältnisse, häusliche Gewalt, Kinderehen, täglicher Existenzkampf, fehlende Nahrungsmittel haben demnach an den Nerven aller gezehrt. Der Lockdown endete im Januar. Doch in nahezu allen Projekten, die von Frater Henry und Noa Kakooza geleitet werden, sind Folgen der Pandemie zu spüren. Die Cosna-Schule mit über 1000 Kindern und die Realschule St. Tereza mit über 600 Kindern sind überfüllt. Klassenzimmer und Schlafräume reichen kaum, um alle Kinder aufzunehmen. Ein Großteil der Eltern ist nicht in der Lage, Schulgeld zu bezahlen. Dennoch werden alle Kinder aufgenommen, die zur Schule gebracht werden.

Spezieller Fonds für Mädchen

Wie die laufenden Kosten für die schulischen Einrichtungen gedeckt werden sollen, bleibt im Moment offen. Die Projektverantwortlichen hoffen, dass Spendengelder und zukünftige Einnahmen der Eltern dabei helfen. Außerdem hat der Verein einen Mädchen-Fonds eingerichtet, durch den vor allem Mädchen finanziell unterstützt werden, die unverschuldet in Not geraten sind. Dank der Überbrückungshilfe (einer Art Kurzarbeitergeld), die vom Verein und der Sternsingeraktion bezahlt wurde, ist es gelungen, fast alle Lehrer in den Einrichtungen zu halten.

Im Krankenhaus St. Francis ist die Lage ebenfalls schwierig, da vielen Kranken für eine Behandlung die finanziellen Mittel fehlen. Zudem sind die Kosten für Medikamente während der Pandemie massiv gestiegen. Auch im Krankenhaus wird aber niemand abgewiesen.

Auch wenn die Not in allen Gesprächen greifbar war, so war laut Förg andererseits Aufbruchsstimmung zu spüren. Die Mitarbeiter der Cosna-Schule und von Hosfa sowie das Personal in Kyankwanzi zeigten sich dankbar für die Solidarität, die sie durch die Uganda-Freunde und viele Spenden erfahren haben.

22.000 Euro für Bildungszentrum

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Um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, hat der Verein ein Hilfspaket geschnürt. Mehr als 50.000 Euro wurden bereitgestellt: darunter 22.000 Euro für das Berufsbildungszentrum in Zigoti, 16.400 Euro für bedürftige Familien und 7000 Euro für ein Aufforstungsprogramm. Vorsitzende Karin Berger-Haggenmiller dankte allen Spendern.

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