Illegales Autorennen in Memmingen

Raser saust mit 120 km/h durch die Memminger Innenstadt - und steht nun vor Gericht

Deutlich zu schnell durch die Memminger Innenstadt sind zwei Männer mit ihren Autos gefahren. Beide kamen vor Gericht.

Deutlich zu schnell durch die Memminger Innenstadt sind zwei Männer mit ihren Autos gefahren. Beide kamen vor Gericht.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Deutlich zu schnell durch die Memminger Innenstadt sind zwei Männer mit ihren Autos gefahren. Beide kamen vor Gericht.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Ein verbotenes Autorennen in Memmingen hat ein Nachspiel vor Gericht. Der Angeklagte muss jetzt allerdings weniger Geldstrafe zahlen als zunächst geplant.
06.07.2021 | Stand: 10:58 Uhr

Im Juni 2020 erlebte eine Zivilstreife der Memminger Polizei ein Autorennen live in der Innenstadt. Jetzt mussten sich die beiden Fahrer vorm Amtsgericht verantworten.

„Wir standen gegen 20 Uhr an der Einmündung des Königsgrabens in die Donaustraße. Die Ampel war rot. Vor uns nebeneinander zwei hoch technisierte BMW, deren Fahrer offensichtlich Freude daran hatten, ihre Motoren laut laufen zu lassen. Für uns Polizisten ist so etwas schon ein Warnsignal und wir erleben das selten so direkt. Die beiden Fahrer hatten ihre Fenster offen und unterhielten sich. Wir konnten allerdings nicht verstehen, was sie sagten. Bei Gelb heulten die Motoren stark auf und sie düsten stadtauswärts davon“, erzählt einer der Polizisten als Zeuge vor dem Gericht.

Mit Blaulicht gestoppt

„Wir versuchten im gleichen Tempo, das sich schnell steigerte, mitzuhalten. Nach relativ kurzer Strecke zeigte mein Tacho 120 Kilometer pro Stunde an. Wir setzten unser Blaulicht aufs Dach“, berichtet der Beamte weiter. Das hätten die BMW-Fahrer offenbar bemerkt und abgebremst. „An der nächsten Ampel stellten wir die beiden und verhinderten eine Weiterfahrt“, so der Polizist.

Wegen des Verdachtes, ein verbotenes Fahrzeugrennen veranstaltet zu haben, erhielten die Fahrer – beide Mitte Zwanzig – eine Anzeige. Sie seien „vorschriftsmäßig belehrt“ worden, die Führerscheine eingezogen sowie die Fahrzeuge abtransportiert und sichergestellt, sagt der Zeuge.

Einer der Angeklagten widersprach der Aussage des Polizisten: Es habe keine Absprache und auch kein Rennen stattgefunden. Er habe auch schon bei Tempo 80 abgebremst. Ein entsprechender Strafbefehl wurde ausgestellt. Der Angeklagte widersprach diesem und lehnte die Strafe in Höhe von 15 Tagessätzen a 70 Euro ab.

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Gericht lehnt weitere Zeugen ab

Das tat auch sein Freund aus dem anderen BMW. Der machte bei seinem Verfahren vor Kurzem einen Rückzieher. Bei der jetzigen Verhandlung stellte der Angeklagte zusätzlich noch den Antrag, die damaligen Beifahrer noch als Zeugen zu hören. Das Gericht sah darin keine Änderung der Sachlage und keine Notwendigkeit, die Aussage der Polizei in Zweifel zu ziehen. Die Sperrung seines jetzt wieder freien Führerscheines hätte sich dabei um Monate verlängert. Nach einem internen Gespräch mit seinem Verteidiger nahm der Beschuldigte seinen Antrag zurück.

Weil der Kfz-Mechatroniker derzeit arbeitslos ist, war das Gericht bereit, die Höhe der verhängten Geldstrafe auf zwölf Tagessätze zu korrigieren. Einsichtig, wenn auch nicht mit Freude, nahm der Mann das Urteil an.

Bei einem anderen Autorennen kam es im Juni zu einem Unfall auf der A96.