Wo der Impfstoff zum Menschen kommt

Impfbus geht in Memmingen in Betrieb

Impfen Bus

Der Impfbus des Malteser Hilfsdienstes wurde zuvor im Ingolstädter Stadtverkehr eingesetzt und hat 670.000 Kilometer auf dem Buckel.

Bild: Uwe Hirt

Der Impfbus des Malteser Hilfsdienstes wurde zuvor im Ingolstädter Stadtverkehr eingesetzt und hat 670.000 Kilometer auf dem Buckel.

Bild: Uwe Hirt

Premiere für Angebot der Malteser. Wie es an der ersten Station in Dickenreishausen angenommen wurde und wie es weitergehen soll.
14.04.2021 | Stand: 17:57 Uhr

Bislang mussten die Menschen in der Region für eine Impfung in der Regel in eines der Impfzentren in Memmingen oder Bad Wörishofen fahren. Nun kommt der Impfstoff auch zu den Menschen selbst – zumindest zu denen, die über 70 Jahre alt sind beziehungsweise der Priorisierungsgruppe 2 angehören. Denn am Mittwoch hat der Impfbus des Malteser Hilfsdiensts den Betrieb aufgenommen. Erste Station war der Memminger Ortsteil Dickenreishausen. Als „mobile Impfstelle“ diente ein acht Jahre alter, dreitüriger Stadtbus, der zuvor im Linienverkehr in Ingolstadt eingesetzt worden war und bereits 670000 Kilometer auf dem Buckel hat. Er wurde von den Maltesern erworben und umgebaut.

Testlauf für weitere mobile Impfungen

Das Angebot am ersten Tag, der als Testlauf für weitere mobile Impfungen in anderen Stadtteilen und Gemeinden im Unterallgäu galt, wurde gut angenommen. „Wir sind sehr zufrieden. Die Rückmeldungen waren sehr positiv“, sagte Dr. Hardy Götzfried, Leiter des Impfzentrums Memmingen bei der Vorstellung des Impfbusses. Die Leute hätten die kurzen Wege als angenehm empfunden. Alles laufe relativ unbürokratisch ab, die Wartezeiten seien kurz und überschaubar. Über 80 Menschen aus Dickenreishausen, Buxach und Volkratshofen ließen sich am Ende des Tages impfen. Und da es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu handelt, waren auch Bürger aus dem benachbarten Woringen unter den Impflingen. „Wir wollen für die Menschen in der Region das bestmögliche Angebot“, brachte es Landrat Alex Eder auf den Punkt. „Es ist ein Angebot quasi vor der eigenen Haustür“, sagte Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder. Beide betonten, dass man dabei vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Blick habe, die von den beiden Impfzentren relativ weit weg wohnen.

Geeignete Infrastruktur notwendig

Damit die Impfungen für die Bürger so angenehm wie möglich ablaufen, ist neben dem Bus, aus dem ein Großteil der Sitze entfernt wurde, eine geeignete Infrastruktur notwendig. So sollte es in der Nähe Räume geben, in denen die Impfwilligen auch bei winterlichen Temperaturen warten können. Toiletten sollten ebenso zur Verfügung stehen wie eine Stromversorgung. Neben Feuerwehrhäusern wie etwa in Dickenreishausen seien beispielsweise auch Pfarrheime als Standorte geeignet, erklärte Bruno Ollech, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer des Malteser Hilfsdiensts.

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Der Impfbus ist in vier Bereiche eingeteilt. Ganz vorne, wo sonst der Busfahrer sitzt, befindet sich laut Hardy Götzfried die Annahmestelle. Im Bereich dahinter finden die Aufklärungsgespräche zwischen Arzt und Impfling statt. Danach folgt, getrennt von einem Vorhang, der eigentliche Impfbereich. Im hinteren Teil ist der Überwachungsbereich untergebracht. An Bord sind der Impfarzt und medizinisches Fachpersonal, in der Regel drei Mitarbeiter. Der Impfstoff wird über die Impfzentren bezogen. Er wird in einem großen Kühlschrank gelagert.

Bürger aus Memmingen und dem Unterallgäu werden von Impfzentrum kontaktiert

Speziell für einen Termin im Impfbus anmelden kann man sich im Übrigen nicht. Wer sich online unter impfzentren.bayern.de registriert hat, zu der Priorisierungsgruppe zählt, die aktuell geimpft wird und aus den angefahrenen Ortsteilen kommt, wird von Mitarbeitern des Impfzentrums kontaktiert. Dies geschieht über die Postleitzahl, die bei der Registrierung angegeben wird.

„Der erste Tag zeigt, dass das System funktioniert“, freute sich Bruno Ollech. Nun sei geplant, weitere Stadtteile wie Steinheim oder eventuell auch Eisenburg anzufahren, ebenso Unterallgäuer Gemeinden wie Bad Grönenbach, Babenhausen und Ottobeuren. „Dafür müssen wir aber noch entsprechende Vereinbarungen mit den Gemeinden treffen“, erklärte Ollech. Konkrete Termine gibt es noch nicht.

Neben den über 70-Jährigen profitierten bei der Premiere auch 19 Mitglieder der Feuerwehr Dickenreishausen von dem Angebot. „Vor allem bei Einsätzen gibt das einem das Gefühl von mehr Sicherheit“, sagte Kommandant Stephan Hörger, der sich ebenfalls impfen ließ.

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