Comedy

Jochen Prang schaut mit Humor auf unsere Gesellschaft

Comedian Jochen Prang war im Memminger Kaminwerk mit seinem aktuellen Programm „Stand-Up 2020“ zu Gast.

Comedian Jochen Prang war im Memminger Kaminwerk mit seinem aktuellen Programm „Stand-Up 2020“ zu Gast.

Bild: Linda Verbeek

Comedian Jochen Prang war im Memminger Kaminwerk mit seinem aktuellen Programm „Stand-Up 2020“ zu Gast.

Bild: Linda Verbeek

Der Comedian nimmt im Kaminwerk Memmingen ins Visier, was das die Menscheit gerade so umtreibt. Dabei bewegt er sich von  der Hauptstadt bis ins Elbenland.
Comedian Jochen Prang war im Memminger Kaminwerk mit seinem aktuellen Programm „Stand-Up 2020“ zu Gast.
Von Linda Verbeek
16.10.2020 | Stand: 11:16 Uhr

Jochen Prang kann reden, viel sogar, aber nie um den heißen Brei herum. Einige kennen ihn vielleicht vom Quatsch Comedy Club, auch bei Night Wash war er schon zu sehen. Der im Saarland geborene und aufgewachsene Comedian sagt, was er denkt, manchmal auch ohne vorher zu denken. Mit seinem erfrischend ehrlichen Humor nimmt er unsere Gesellschaft, unser Verhalten im digitalen Zeitalter und alltägliche Situationen ins Visier – jetzt auch im Memminger Kaminwerk.

Erst vor wenigen Monaten wurde Prang zum zweiten Mal Vater. Bisher nimmt er das sehr entspannt, hat er doch schon ein zweijähriges Mädchen zuhause. Diese kommt, wie er stolz berichtet, ganz nach ihm. Der Spaß in der Erziehung fehlt dem Komiker definitiv nicht, denn er plant schon, wie er die Helikoptereltern am ersten Kita-Grillabend veräppeln kann.

"In Berlin hat keiner eine Arbeit, alle haben ein Projekt"

Jochen Prang hat in Berlin gewohnt – und wurde geprägt von den Berliner Eigenheiten: In der Hauptstadt hat keiner eine Arbeit, alle haben ein Projekt – und wenn dieses nur den Transport von Passagieren im städtischen Linienbus umfasst, berichtet er zur Freude des Publikums. In Berlin werden auch neue Modetrends entwickelt, wie etwa in Jogginghose und Schlabberpulli zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Ein ganzes Viertel voller Hipster ist laktoseintolerant, abends könne deshalb Frau statt Pfefferspray genau so gut eine mit Milch gefüllte Wasserpistole mitführen. Dies ist nur ein kleiner Auszug der Erlebnisse aus seiner Zeit in Deutschlands Hauptstadt, die er zum Besten gab.

Vor einiger Zeit ist Prang mit seiner Freundin nach Heidelberg gezogen. Sein neues Zuhause vergleicht er mit Figuren aus Tolkiens „Herr der Ringe“. Es gibt die gebildeten etwas hochnäsigen Elben und die kleinen, einfachen, an den Füßen behaarten Hobbits. Welchen Städtern er welche „Wesen“ zuschreibt, das bleibt dem Publikum vorbehalten.

Was für den Büroangestellten das Homeoffice ist, ist für Jochen Prang ein Auftritt vor einer Kamera. Statt auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu begeistern, stand er während der Anfangszeit von Corona vor der Kamera – ohne Publikum, ohne Lacher und ohne die Atmosphäre.

Dass das alles für einen Comedian besonders wichtig ist, merkt man an diesem Abend im Kaminwerk. Trotz Mindestabstand kommt ein Gemeinschaftsgefühl zustande, verbunden durch das gemeinsame Lachen.

Elegante Themenwechsel

Sein Publikum zieht der Komödiant gekonnt in seinen Bann. Er hüpft elegant von einem Thema zum nächsten – und dann wieder zurück. Die Zuschauer bindet er mit Fragen immer wieder in seine Show ein. An diesem Abend sind auch ganz besondere Gäste dabei: Die Neue deutsche Härte-Band Märzfeld, die am Folgetag im Kaminwerk spielt, hat sich extra einen Tag früher auf den Weg gemacht, um Jochen Prang live zu sehen.