Behandlungen werden teilweise verschoben

Lage am Klinikum Memmingen bleibt angespannt: Keine regulären Patienten-Besuche mehr wegen Corona

Die Besucherregelung im Klinikum Memmingen wird ab Samstag, 30. Oktober 2021, wegen steigender Corona-Zahlen verschärft.

Die Besucherregelung im Klinikum Memmingen wird ab Samstag, 30. Oktober 2021, wegen steigender Corona-Zahlen verschärft.

Bild: Haas/Klinikum Memmingen

Die Besucherregelung im Klinikum Memmingen wird ab Samstag, 30. Oktober 2021, wegen steigender Corona-Zahlen verschärft.

Bild: Haas/Klinikum Memmingen

Im Klinikum Memming steht die Corona-Ampel auf Gelb mit Tendenz zu Rot. Würde die Ampel regional gelten statt bayernweit, müssten die Regeln verschärft werden.
29.10.2021 | Stand: 10:53 Uhr

Denn immer mehr Patientinnen und Patienten müssen wegen Corona im Klinikum aufgenommen werden. Die aktuellen Zahlen von Freitagvormittag: 30 Corona-Patienten insgesamt, davon liegen neun auf der Intensivstation. Drei Menschen sind seit Beginn der neuen Welle im Zusammenhang mit Corona bisher gestorben.

Vier der Intensiv-Patienten sind geimpft, hieß es am Donnerstag. Es handle sich um ältere Menschen. Die Menschen, die nicht geimpft sind und in Memmingen auf der Intensivstation behandelt werden müssen, seien in den meisten Fällen die Jüngeren. In der Regel hätten Menschen, die trotz Impfung auf der Intensivstation landen, Vorerkrankungen. Deshalb rät Maximilian Mai, Vorstand des Memminger Klinikums, zur dritten Impfung. Diese wird von der Ständigen Impfkommission unter anderem für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Laut Gesundheitsministerkonferenz sollten sich sogar schon Über-60-Jährige die dritte Impfung verabreichen lassen – allerdings erst nach Absprache mit ihrem Arzt.

Für Maximilian Mai ist klar: Sich gegen Corona impfen zu lassen, ist wichtig. Laut Robert-Koch-Institut schützen die Impfstoffe Erwachsene unter 60 Jahren zu 96 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung, die auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Und bei Menschen über 60 Jahren gebe es einen etwa 95-prozentigen Schutz. Mai: Ohne Corona-Impfungen würde die Situation in Memmingen und in anderen Krankenhäusern wesentlich schlimmer sein als jetzt. Und schon jetzt sei sie angespannt. Deshalb musste das Klinikum reagieren und die Besuchsregeln verschärfen. Ab Samstag, 30. Oktober, dürfen Patienten nicht mehr besucht werden.

Zum Schutz von Patienten und Klinikpersonal müsse daher die Besuchsregelung wieder eingeschränkt werden: Besuche von stationären Patienten sind ab Samstag, 30. Oktober, vorerst im Klinikum Memmingen nicht mehr möglich. Dabei gelten folgende Ausnahmeregelungen (mit 3G):

  • Besuch von Patienten am Ende ihres Lebens
  • Begleitung bei Geburten
  • ein Elternteil bei minderjährigen Patienten
  • Patienten, mit denen aufgrund einer entsprechenden Erkrankung, zum Beispiel Demenz oder eine psychische Erkrankung, eine Kommunikation erschwert oder nicht möglich ist.

Die hohe Zahl an Corona-Patienten im Klinikum soll aber nicht mehr viel mit einem Fall zu tun haben, der am 21. Oktober bekannt geworden war: Vermutlich durch einen infizierten Mitarbeiter hatte es auf einer Station des Klinikums einen Corona-Ausbruch gegeben. Diese Station wurde unter Quarantäne gestellt und zu einer Corona-Station umgewandelt. Mittlerweile kämen die meisten Patientinnen und Patienten mit Corona-Erkrankung von außen, teilweise direkt auf die Intensivstation.

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Mit der schärferen Besuchsregelung gelten ab Samstag die gleichen Regelungen wie zu Beginn der Winter-Corona-Welle im Oktober 2020. „Das Klinikum Memmingen hat großes Verständnis für den Wunsch der Patienten, Besuch zu empfangen, bittet aber um Verständnis für diese notwendige Maßnahme“, schreibt die Krankenhausverwaltung. „Die Situation in der Bevölkerung zeigt eine sehr rasch steigende Inzidenz in unserem Versorgungsgebiet.“

Allein in den vergangenen drei Tagen seien elf Corona-Patienten im Klinikum Memmingen aufgenommen worden. Davor waren es zwei bis drei pro Woche. „Die Kliniken in unserer Umgebung verzeichnen ebenfalls steigende Fallzahlen. Aus diesem Grund müssen auch temporär wieder geplante Behandlungen verschoben werden, sofern dies medizinisch vertretbar ist. Die Aufrechterhaltung eines weitestgehenden Normalbetriebs ist mit der derzeitigen Coronasituation nicht vereinbar.“

Das Infektionsgeschehen werde genau beobachtet und sobald es die Entwicklung zulasse, würden Besuche wieder ermöglicht und die Besuchsregelung schrittweise gelockert.

Noch gelten in Bayern die gelockerten Corona-Regeln. Obwohl Krankenhäuser wie das in Memmingen wegen Corona wieder ausgelastet sind. Vorstand Maximilian Mai: „Ich bin gespannt, wie lange die Ampel in Bayern noch auf Grün bleibt.“

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