Weihnachten im Allgäu

Lebendige Krippe in Memmingen: Ein bisschen Weihnachten in Corona-Zeiten

Auch die Engel durften bei der lebendigen Krippe nicht fehlen.

Auch die Engel durften bei der lebendigen Krippe nicht fehlen.

Auch die Engel durften bei der lebendigen Krippe nicht fehlen.

Kindergottesdienste sind in Zeiten der Corona-Pandemie kaum vorstellbar. Doch Memminger Kirchenvertreter hatten eine ganz besondere Idee für die Kinder.
25.12.2020 | Stand: 08:14 Uhr

Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen – dies ist bei einem Kindergottesdienst in Corona-Zeiten schier unmöglich. Schon im Oktober begannen deshalb die Planungen für eine Freiluftveranstaltung an Heiligabend auf der Pfarrwiese der katholischen Gemeinde Sankt Josef in Memmingen.

Die Idee hatten Dekan Ludwig Waldmüller und die Gemeindereferentin der Memminger Pfarreiengemeinschaft Ulrike Zenner. Zur dreistündigen Premiere einer „lebendigen Krippe“ am Nachmittag des Heiligabends sollte Kindern und ihren Eltern einiges geboten werden und sie wurden nicht enttäuscht. Zu den zahlreichen Besuchern zählt auch Mutter Crissy mit ihrem 7-jährigen Sohn Benni und der dreijährigen Helena. „Ich finde es ganz toll, was die Organisatoren auf die Beine gestellt haben. Meine Kinder sind begeistert“ sagt die zufriedene Mama, während Papa zuhause die letzten Weihnachtsvorbereitungen trifft. Benni und Helena haben einen guten Blick auf den nachgebauten Stall von Bethlehem, auf die heilige Familie, zahlreiche Engel und Hirten. Vor allem die Schafe, Kamele, ein Esel und ein richtiger Ochse lassen die Kinderaugen leuchten. So entsteht eine lebendige Krippe mit Weihnachtsmusik im Hintergrund und einer friedvollen Stimmung, die auch die Erwachsenen anrührt. (Lesen Sie auch: Krippe bauen - ein Holzbildhauer aus Oberstdorf erzählt von seiner Kunst.)

Corona hat die Planungen durcheinander geworfen

Sancho ist ein ganz besonderer Esel: eigentlich sollte er heuer bei den Oberammergauer Passionsspielen auftreten, aber wie bei vielen anderen Veranstaltungen machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Ochse Lucky sorgte kurzzeitig für Aufregung, als er seinen Pferch Richtung freilaufendem Esel verlassen wollte. Besitzerin Elke Kerler hatte jedoch keine Mühe, das mächtige Tier am Ausbruchsversuch zu hindern. Lucky ließ sich kurz darauf friedlich nieder und beobachtete gelassen die benachbarten drei Kamele Sargan, Polar und Sabo. Auf dem Kamelrücken hatte jeweils ein Heiliger König Platz genommen, wobei sich das Aufsteigen auf ein Kamel als gar nicht so einfache Übung herausstellen sollte.

Kind spricht Weihnachtsevangelium bei der "Lebendigen Krippe" in Memmingen

In regelmäßigen Abständen kommt vom Band eine Kinderstimme, die das Weihnachtsevangelium mit der Geburt Christi verkündet. Dekan Ludwig Waldmüller konnte bereitwillig die 10-jährige Klara gewinnen und testete dabei seine Fähigkeiten als Toningenieur und Cutter. Das 60-köpfige Helferteam, das in drei Schichten die verschiedenen Rollen und Aufgaben wahrnahm, konnte am Ende mehr als zufrieden sein: zahlreiche Kinder und Erwachsene besuchten bei Wind und Regen die lebendige Krippe, die in dieser Form in Memmingen erstmals stattfand. Die Besucher verteilten sich auf den gesamten Nachmittag, wobei die Veranstalter großen Wert auf die Einhaltung der Corona-Regeln hielten. Dekan Ludwig Waldmüller hatte bei einbrechender Dunkelheit noch eine besondere Aufgabe: mit der Trompete intonierte er gekonnt aus dem Pfarrhaus „O du fröhliche".

Bilderstrecke

Das ist die lebendige Krippe in Memmingen