Ehrenamt

Lisa Schwarz ist Jugendleiterin der Musikkapelle Amendingen

Lisa Schwarz kümmert sich als Jugendleiterin um den Nachwuchs der Musikkapelle Amendingen.

Lisa Schwarz kümmert sich als Jugendleiterin um den Nachwuchs der Musikkapelle Amendingen.

Bild: Franz Kustermann

Lisa Schwarz kümmert sich als Jugendleiterin um den Nachwuchs der Musikkapelle Amendingen.

Bild: Franz Kustermann

Sie hält den Nachwuchs der Blaskapelle zusammen und denkt jeden Tag an etwas, was mit ihrem Amt zu tun hat. Mit wem sie seit Januar zusammenarbeitet.
21.11.2020 | Stand: 06:00 Uhr

„Sie ist immer zuverlässig, bringt sich mit vollem Einsatz ein und es macht einfach Spaß, mit ihr zusammenzuarbeiten“: Dieses ausgezeichnete Zeugnis stellt Manfred Gudd, der Vorsitzende des Musikvereins Amendingen, seiner Jugendleiterin Lisa Schwarz aus. Dabei wohnt die 29-Jährige nicht einmal im Stadtteil, sondern inzwischen in Bad Grönenbach.

„Ich bin aus Amendingen, das ist meine Heimatkapelle, der bleibt man immer verbunden“, sagt Lisa Schwarz. Dort hat sie vor 15 Jahren im Vororchester angefangen, seit zehn Jahren spielt sie in der Stammkapelle. Zur Blasmusik gekommen ist sie damals über eine Aktion, die sie heute selbst organisiert: den Infotag in der Grundschule, bei dem die Kinder alle Instrumente des Orchesters ausprobieren dürfen. Das Baritonhorn hatte es ihr damals besonders angetan, aber weil die Mama meinte, das sei eher etwas für Buben, wählte sie die Klarinette – und hat es bis heute nicht bereut.

Mit den Jahren im Verein wuchs sie dann auch in ein Amt hinein. Zuerst war sie Jugendvertreterin, als dann die Jugendleiterin aufhörte, „bot sich die nächste Position an“, erzählt die junge Mutter. Seither ist sie zuständig für den Nachwuchs von den Früherziehungs- und Blockflötenkindern bis zu den jungen Instrumentalisten, die im Vor- oder Jugendorchester spielen. Dass sie das gut macht, ist schon alleine daran abzulesen, dass bei der Musikkapelle Amendingen aktuell 38 Kinder in Ausbildung sind – ohne die ganz Kleinen.

"Habe ständig etwas im Hinterkopf"

Schwarz organisiert den Infotag, nimmt die Anmeldungen entgegen, kontaktiert die Ausbilder, schreibt Belegungspläne für Unterricht und Proben im Musikheim oder meldet ihre Schützlinge zu Prüfungen an. Sie organisiert Grillfeste und Weihnachtsfeiern oder – das Highlight – alle zwei Jahre eine Fahrt in den Freizeitpark Tripsdrill, wo sich nach einem kleinen Standkonzert alle vergnügen dürfen. „Ich habe ständig etwas im Hinterkopf und denke eigentlich jeden Tag an etwas, was mit meinem Amt zu tun hat“, sagt die Jugendleiterin. Aber die Arbeit sei gut zu machen.

Alle paar Wochen reserviert sie einen Abend für Sitzungen – und die wurden nicht weniger, seit die Jungmusiker aus Amendingen, Buxheim und Steinheim (vorher Jugendkapelle ABS) gemeinsame Sache mit dem Nachwuchs aus Fellheim, Boos, Pleß und Heimertingen machen. Als Vororchester und Jugendkapelle Illertal wollten sie nach ihrem Zusammenschluss im Januar auftreten, dazu kam es allerdings wegen Corona noch nicht. „Es fing gerade erst an, dass sich die Kinder auch mal untereinander unterhalten haben“, bedauert Schwarz. Jeder Jugendleiter der sieben Blaskapellen betreut „seine“ Kinder, bei den Dirigenten läuft alles zusammen. Gemeinsam musizieren wollen sie, weil nicht alle genügend Nachwuchs haben – im Gegensatz zu Amendingen. Etwa fünf Mädchen und Buben kommen da jedes Jahr ab September dazu. Zwar hören viele im Laufe der Jugendkapellenjahre wieder auf, aber etwa ein Drittel spielt weiter in der Stammkapelle.

Corona: Kindern fehlen Proben mit der Jugendkapelle

Ob das auch nach dem Coronajahr so bleibt? Darauf hofft die Jugendleiterin natürlich. Nur wenige Proben gab es in diesem Jahr. „Das hat den Kindern schon gefehlt“, sagt Schwarz. Nach dem ersten Lockdown wurde im Sommer viel draußen geprobt und der Einzelunterricht wieder aufgenommen – teils mit Trennwänden zwischen Schülern und Lehrern. Doch kaum kam man wieder regelmäßig zusammen, musste wieder alles abgesagt werden. Auch alle Auftritte. Aber Lisa Schwarz bleibt zuversichtlich, dass auch der Nachwuchs bald wieder erleben kann, was für sie das Schönste in ihrer Musikkapelle ist: die Gemeinschaft, der Zusammenhalt und die Geselligkeit.