Ottobeuren

Ottobeurer Abt Johannes feiert Silbernes Priesterjubiläum

Abt Johannes Schaber

Diakon Richard Hörmann (links) war Mitzelebrant und Festprediger beim Gottesdienst zum Silbernen Priesterjubiläum von Abt Johannes Schaber (rechts) in der Basilika Ottobeuren.

Bild: Walter Müller

Diakon Richard Hörmann (links) war Mitzelebrant und Festprediger beim Gottesdienst zum Silbernen Priesterjubiläum von Abt Johannes Schaber (rechts) in der Basilika Ottobeuren.

Bild: Walter Müller

Jubiläums-Gottesdienst findet ebenso wie die Priesterweihe vor 25 Jahren an Pfingsten in der Basilika Ottobeuren statt. Was daran "merkwürdig" war.

01.06.2020 | Stand: 17:58 Uhr

Der Ottobeurer Abt Johannes Schaber wurde am Pfingstsamstag im Jahr 1995 vom Augsburger Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz, seinem Mitbruder aus dem Benediktinerorden, in der Basilika zum Priester geweiht. Dass er nun das Silberne Jubiläum als Abt an gleicher Stelle feiern durfte, war vor 25 Jahren nicht unbedingt abzusehen. Und dass dieser Dankgottesdienst am Pfingstsonntag – wiederum in der prächtigen Barockkirche – zu einem, wie Abt Johannes es in seiner Begrüßung ausdrückte, „merkwürdigen Gottesdienst“ geriet, war den aktuellen Corona-Vorschriften zuzuschreiben: Maximal 104 Besucher durften in das Gotteshaus und es bestand Maskenpflicht. Zudem gab es außer wenigen gesungenen Liedstrophen kein großartiges musikalisches Angebot. Der Widerhall in der zwangsweise nur spärlich besetzten Kirche bot dabei nicht das vor Corona gewohnte Erlebnis.

Ein besonderes Schmankerl bot Abt Johannes den Teilnehmern dennoch: Die Festpredigt, dem Anlass und den äußeren Umständen entsprechend kurz gehalten, prägnant und trotzdem mit viel Gefühl für Ottobeuren, hielt Diakon Richard Hörmann. Hörmann ist in der Ottobeurer Pfarrei aufgewachsen, hat bei den Demenzgottesdiensten im St.-Josefs-Spital regelmäßig mitmusiziert und ist auch schon zusammen mit Abt Johannes konzertant aufgetreten. Er wird in wenigen Wochen seine Priesterweihe empfangen.

„Groß und beeindruckend“

„Was kann ein junger Diakon einem Priester mit 25 Jahren Erfahrung denn mitgeben?“, fragte Hörmann. „Ratschläge aus eigener Erfahrung kommen schon mal nicht in Frage“. Vielmehr hob der Diakon das hohe Pfingstfest, „den Geburtstag der Kirche“, hervor und sprach darüber, wie es um diese Kirche heute steht und wie „wir als Gläubige und Priester in die Zukunft voranschreiten können“. Hörmann wählte dafür einen Vergleich der Kirche mit der Basilika in Ottobeuren: „Immer, wenn ich durch diese Tore trete, richte ich den Blick nach oben und stelle fest, sie ist immer noch so groß und beeindruckend wie eh und je.“

Er sprach davon, dass „hier etwas ist, das größer ist als ich, etwas, das vor mir war und nach mir noch sein wird“. Ja, und auch heute sei „unsere Kirche“ noch groß, auch heute noch beeindruckend und weltumspannend. Hörmann gab aber auch zu bedenken, dass Kirche zugleich so zerbrechlich sei, dass man manchmal gar nicht mehr laut über sie sprechen wolle, „aus Angst, sie könnte in den Händen zerbrechen“. Hilfe und Stütze für die Zukunft sieht er auch im Benediktinerorden, dem Abt Johannes in Ottobeuren Gesicht und Stimme gebe.