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Probleme bei Breitbandausbau in Bad Grönenbach

Glasfaseranschlüsse, Internet, Netzausbau, Symbol

Der Breitbandausbau schreitet in Bad Grönenbach nur langsam voran.

Bild: Carsten Rehder/dpa

Der Breitbandausbau schreitet in Bad Grönenbach nur langsam voran.

Bild: Carsten Rehder/dpa

Verzögerungen beim Ausbau der Datenautobahn sorgen in Bad Grönenbach für erheblichen Unmut bei Gemeinderäten und Bürgern. Die Arbeiten sollen nun im August abgeschlossen werden.

08.06.2020 | Stand: 11:57 Uhr

Der Breitbandausbau in Bad Grönenbach ist beträchtlich in Zeitverzug geraten. Ein Umstand, der im Gemeinderat und der Verwaltung – aber auch bei der Bürgerschaft schon seit längerem auf Unverständnis und Verärgerung stößt. Sorgen bereitet auch die teils mangelhafte Bauausführung durch Subunternehmer, wie Bürgermeister Bernhard Kerler in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete.

Den Zuschlag für die aktuell in Arbeit befindliche Breitband-Ausbaustufe hatte die Telekom erhalten. Im Jahr 2017 wurde der Vertrag abgeschlossen und im April 2019 hätte die schnelle Datenautobahn fertiggestellt sein sollen. Doch dies ist bislang nicht geschehen. „Im Gegenteil. Der Fertigstellungstermin wurde seitens der Telekom immer wieder verschoben“, fügte Kerler an und betonte, dass man im Ratsgremium von der unbefriedigenden Situation nicht begeistert sei. Auch jetzt in Corona-Zeiten habe es wieder Anrufe von verärgerten Bürgern gegeben, die im Homeoffice arbeiten und daher eine schnellere Internetanbindung benötigen würden.

Darüber hinaus handle es sich auch kostenmäßig um ein beachtliches Projekt. Die Ausbaukosten liegen im Bereich von 1,3 Millionen Euro. 540 000 Euro steuert der Freistaat bei und 230 000 Euro muss die Marktgemeinde aufbringen. Den Restbetrag trägt die Telekom.

Eduard Hanneder (Vertriebsmitarbeiter der Telekom) erläuterte, dass der Breitbandausbau in Bad Grönenbach nicht ganz einfach zu bewerkstelligen sei. Es gebe viele Ortsteile und Hofstellen, was wiederum viel Tiefbauarbeiten nach sich ziehe. Hinzu komme, dass die Kapazitäten der Unternehmen im Tiefbau sehr gut ausgelastet und daher stark begrenzt seien. Letztlich sei man auch darauf angewiesen, mit zahlreichen Subunternehmern zusammenzuarbeiten. Telekommitarbeiter Holger Betz fügte an, dass Tiefbauarbeiten auf elf Kilometer Länge und an vielen verschiedenen Stellen erforderlich seien. Zudem müssten 43 Kilometer Glasfaserkabel eingebaut werden. Betz meinte, dass man sich vonseiten der Telekom auf einen Generalunternehmer verlassen habe, der die Anforderungen nicht erfüllt habe und dem man letztlich unter die Arme hätte greifen müssen. Hinzugekommen sei auch, dass die Tiefbaupreise innerhalb von zwei Jahren um 20 bis 25 Prozent gestiegen seien. Man habe daher nach kostengünstigeren Ausbaualternativen suchen müssen.

Erheblicher Aufwand

Aber auch hier gab es Probleme. Bürgermeister Kerler berichtete, dass die Befüllung im Baustellenbereich mit belastetem Material erfolgen sollte. Das habe die Marktgemeinde abgelehnt. Letztlich müsse man dieses Material bei einem späteren Straßenbau wieder teuer entsorgen. Darüber hinaus seien Asphaltierungsarbeiten von Subunternehmen teilweise miserabel ausgeführt worden, beziehungsweise hätten nachgebessert werden müssen. „Das hat uns zur Weißglut gebracht“, betonte Kerler. Der Überwachungsaufwand für Bauamtsmitarbeiter und Bauhofpersonal sei enorm gewesen.

Die Argumentation vonseiten der Telekom fiel im Ratsgremium auf wenig fruchtbaren Boden. CSU-Ratsmitglied Gerhard Trunzer hielt die Verzögerung bei der Fertigstellung um ein Jahr für nicht tragbar. Man sehe sich deswegen massiven Vorwürfen aus der Bevölkerung ausgesetzt. Grünen-Marktrat Konrad Lichtenauer betonte, dass er von der Telekom ein professionelleres Vorgehen erwartet hätte. Zweifel gab es auch am neuen Fertigstellungstermin, der nun im August dieses Jahres sein soll. Die von FW-Markträtin Katharina Guggenberger angesprochenen Regressforderungen lassen sich laut Bürgermeister vertraglich gesehen nicht realisieren.

Eduard Hanneder von der Telekom entschuldigte sich letztlich für die zeitlichen Verzögerungen. Der Breitbandausbau in Deutschland und Bayern sei eine riesige Aufgabe, die man nicht überall termingerecht schaffen werde.