Bauen in Memmingen

Die Reichshainschule in Memmingen bekommt eine neue Turnhalle

So soll die neue Turnhalle der Reichshainschule in Memmingen einmal aussehen.

So soll die neue Turnhalle der Reichshainschule in Memmingen einmal aussehen.

Bild: F64 Architekten

So soll die neue Turnhalle der Reichshainschule in Memmingen einmal aussehen.

Bild: F64 Architekten

Die Reichshainschule in Memmingen bekommt eine neue Turnhalle. Es soll ein "absolutes Schmuckstück" werden - doch ein Punkt sorgt für Diskussionen.
24.01.2023 | Stand: 06:42 Uhr

Die Reichshainschule in Memmingen bekommt eine neue Turnhalle. Einen entsprechenden Bauantrag hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig genehmigt. Bereits im Juli 2022 war ein Vorentwurf im Gremium auf Wohlwollen gestoßen. Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger sprach gar von einem „absoluten Schmuckstück“.

Alte Halle an der Schule in Memmingen musste wegen Baumängel abgerissen werden

Die alte Zweifeld-Halle aus dem Jahr 1962 musste aufgrund von Baumängeln abgerissen werden, da die Standsicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet werden konnte. Die Schule stand daher mehrere Jahre ohne eigene Sporthalle da. Für den Neubau wurde im Jahr 2021 ein Realisierungswettbewerb durchgeführt, aus dem das Planungsbüro F64 Architekten aus Kempten am Ende als Sieger hervorging. Nun soll die Reichshainschule eine Einfeld-Turnhalle bekommen, die um ein halbes Geschoss eingegraben wird, wie leitender Baudirektor Fabian Damm dem Gremium erklärte. Von außen wird also nur die Halle selbst zu sehen sein, die auf allen Seiten verglast wird. Im Untergeschoss, das über eine Treppe und einen Aufzug erreichbar ist, werden sich Technikräume und die Umkleiden befinden.

Im Vergleich zur alten Halle, „bei der die beiden Turnhallengeschosse übereinandergestapelt waren“, nehme sich die neue sehr zurück. Sie füge sich deutlich besser in ihre Umgebung und die angrenzende Parklandschaft ein. Daher werden die Pläne nach Angaben von Damm von der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Bayerischen Amt für Denkmalpflege und der Heimatpflege sehr begrüßt.

Darum bekommt die neue Sporthalle am Reichshain gleich zwei Eingänge

Da die Halle auch von Vereinen genutzt werden soll, erhält das neue Bauwerk zwei Eingänge, sodass es vom Reichshainpark aus auch öffentlich zugänglich ist, erklärte der leitende Baudirektor. Der andere Zugang erfolge über das Schulgelände.

Auf einem Teil des Hallendachs soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, der Rest werde komplett begrünt. Dies habe zwei Gründe, so Damm: Da man sich hier im Altstadt-Ensemble befinde, müsse man sicherstellen, dass die Anlage nicht vom öffentlichen Raum aus einsehbar ist. Zudem sei der südliche Bereich durch die dort stehenden Bäume „stark verschattet“, sodass eine Anlage auf dem kompletten Dach „nicht wirtschaftlich darstellbar wäre“.

Leitender Baudirektor spricht bei PV-Anlage von "gutem Kompromiss"

Grünen-Stadtrat Professor Dieter Buchberger meinte, dass auf dem Dach auch eine sogenannte Halbschatten-Solaranlage errichtet werden könnte. Dies sei immer noch billiger als den Strom von irgendwo her einzukaufen. Zudem befänden sich ringsherum große „städtische Verbraucher“ wie die Schule und auch ein Seniorenheim, die günstigen Strom sehr gut gebrauchen könnten. Damm erwiderte, dass die geplante Anlage nachrüstbar sei und die produzierte Menge Strom für das Licht und die Wärmepumpe, mit der die Halle beheizt werde, ausreiche. Und schließlich sollte sie ja nicht öffentlich einsehbar sein. Er sprach von einem „guten Kompromiss“. Dr. Hans-Martin Steiger (SPD) regte an, das Dach der benachbarten Schule für eine PV-Anlage zu nutzen. Damm entgegnete, dass es sich bei dem Schulgebäude um einen ehemaligen Salzstadel handle, der unter Denkmalschutz stehe. Und das Dach sei vom Reichshainpark aus „wunderbar einsehbar“.

Noch im Juli vergangenen Jahres wurden die Kosten für das Gesamtprojekt auf rund 6,8 Millionen Euro geschätzt. Nun geht das Architekturbüro nach aktueller Kostenberechnung von 7,46 Millionen Euro aus, wie das Bauamt auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Darin enthalten sind laut Damm auch die Kosten für die notwendigen Umgestaltungen des Pausenhofs und des angrenzenden Reichshainparks. Zudem rechnet er damit, dass es für das Vorhaben auch eine Förderung gibt. Der Baubeginn sei für Frühjahr 2024 vorgesehen.