Bad Grönenbach/Augsburg

Richard Hörmann wird am Sonntag zum Priester geweiht

BG Richard Hörmann wird Priester

Richard Hörmann aus Bad Grönenbach wird am Sonntag in Augsburg zum Priester geweiht.

Bild: privat

Richard Hörmann aus Bad Grönenbach wird am Sonntag in Augsburg zum Priester geweiht.

Bild: privat

Wegen der Pandemie muss die Feier in Augsburg mit Bischof Meier aber kleiner ausfallen. Was den Bad Grönenbacher zu dem Schritt bewogen hat, Pfarrer zu werden.
26.06.2020 | Stand: 12:19 Uhr

Bischof Dr. Bertram Meier wird am Sonntag, 28. Juni, vier Diakone aus dem Bistum Augsburg zu Priestern weihen. Richard Hörmann aus Bad Grönenbach ist einer von ihnen, der das Sakrament der Priesterweihe in einem feierlichen Pontifikalgottesdienst empfangen wird. Doch auch auf hohe Kirchenfeste nimmt die Corona-Pandemie Einfluss, weswegen an der Weihe im Augsburger Hohen Dom nur ausgewählte Gäste dabei sein können. Wie Richard Hörmann berichtet, wird auch die ursprünglich geplante Primizfeier in seiner Heimatpfarrgemeinde, der römisch-katholischen Stiftskirche St. Philippus und Jakobus in Bad Grönenbach, nicht wie geplant stattfinden können. Hörmann plant jedoch nach seiner Priesterweihe, die ihm wichtig gewordenen Orte zu besuchen und in deren Gemeinden Gottesdienste zu feiern. Genaue Termine stehen dazu aber noch nicht fest. „Auf diese Weise können wir trotz der Einschränkungen gemeinsam dieses Glaubensfest feiern“, sagt der 28-Jährige.

Glaube stets lebendig

Auf die Weihe selbst hat sich der Diakon im Schweigen und im Gebet vorbereitet. Für den angehenden Priester, der sein pastorales Praktikum in der Pfarreiengemeinschaft Nördlingen St. Salvator absolviert, ist der Glaube stets lebendig. Ihm sei dieser Glaube bereits in die Wiege gelegt worden. Mit Gottvertrauen sei er aufgewachsen, was er selbst als durchaus spannend beschreibt. „Denn da gibt es Veränderungen, Höhen und Tiefen, Zweifel und auch Brüche“, sagt er über seinen Weg mit Gott, der ihm jetzt die wichtige Aufgabe als katholischer Priester anvertraut.

Im Laufe der Jahre vernahm Hörmann den Ruf Gottes immer deutlicher. „Nur wenn man Gott spürt und erfährt, kann man so einen Weg einschlagen. Es, beziehungsweise er, hat mich nicht losgelassen und da habe ich es gewagt“, so Hörmann. Trotz allem waren die Familie und seine Freunde von der Entscheidung Priester zu werden zunächst einfach nur überrascht.

Nach der Grundschule in Bad Grönenbach ging Richard Hörmann kurz auf die Mittelschule, dann wechselte er an die Realschule nach Ottobeuren. An der Fachoberschule in Memmingen machte er sein Abitur, danach folgten vier Jahre Studium der Theologie in Augsburg und ein weiteres Jahr in Münster. Jetzt ist er als Diakon einer Pfarreiengemeinschaft tätig, dessen Aufgaben er als eine Herausforderung sieht, die er vor allem geistig angeht. „Mein eigenes Leben bringe ich jeden Tag vor Gott neu. Aus dieser lebendigen Beziehung heraus möchte ich in die Begegnungen mit den Menschen gehen, um zu erkennen was heute gefragt ist und was getan werden soll“, sagt er.

Dieses feste Vertrauen in den christlichen Glauben drückt auch sein gewählter Primizspruch aus, der im Brief an die Hebräer steht: „Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit (Hebr. 13,8)“. Für Richard Hörmann ist Christus die Mitte seiner Berufung. Er versteht dieses Bibelwort durchaus biografisch, denn auf ganz unterschiedliche Art und Weise hat Christus in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart sein Leben geprägt.

Keine Spezialeffekte

Lesen Sie auch
##alternative##
Diakonweihe

Bischof Bertram Meier weiht Ostallgäuer zum Diakon: "Mach was draus!"

Mit der Priesterweihe will er weiter in die Zukunft mit Christus gehen. Für seinen Beruf nimmt er sich die Worte des Leiters im Priesterseminar zu Herzen, der es so ausdrückte: „Das Wichtigste ist, dass man die Menschen gerne hat.“ Kirche braucht laut Hörmann keine Spezialeffekte oder endlose Diskussionen, um kraftvoll zu sein und begeistern zu können. Seiner Meinung nach kann nur Gott selbst die Kirche attraktiv machen. Deswegen sollte sich die Kirche wieder ganz auf die Gegenwart Gottes ausrichten, beschreibt Hörmann die Zukunft der katholischen Kirche.

Mit der Entscheidung Priester zu werden hat der junge Mann sich auch für den Zölibat entschieden. Für ihn ist es aber keine Entscheidung gegen die Partnerschaft, Ehe und die Sexualität, es ist vielmehr eine bejahende Entscheidung für ein Leben mit Gott. „Gott ist gut und ein Leben mit ihm macht mich frei und glücklich. Und das sage ich nicht aus Naivität. Das Leben ist immer auch ein Risiko. Und dieses Risiko gehe ich mit Gott ein“, sagt Hörmann aus voller Überzeugung.

Die Priesterweihe wird am Sonntag ab 14.30 Uhr als Livestream im Internet aus dem Hohen Dom zu Augsburg übertragen. Zu sehen ist die Feier unter www.katholisch1.tv, www.bistum-augsburg.de und www.facebook.com/bistumaugsburg.

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.