Mindelheim

Ritterschlag fürs Krippenmuseum

Ein Tag in Mindelheims Altstadt, Innenstadt, Textilmuseum, Krippenmuseum, Carl Millner, mit Leiter Christian Schedler.

Ein Tag in Mindelheims Altstadt, Innenstadt, Textilmuseum, Krippenmuseum, Carl Millner, mit Leiter Christian Schedler.

Bild: Max Kramer

Ein Tag in Mindelheims Altstadt, Innenstadt, Textilmuseum, Krippenmuseum, Carl Millner, mit Leiter Christian Schedler.

Bild: Max Kramer

Ehrung Zuerst kamen die Besucher in Scharen in die neu gestalteten Räume. Und nun bekommen die Mindelheimer Macher auch noch den Schwäbischen Museumspreis verliehen
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Von Johann Stoll
28.10.2019 | Stand: 16:27 Uhr

Beim Publikum hat das neu gestaltete Schwäbische Krippenmuseum in Mindelheim vom ersten Tag an gewonnen. Kaum war es vor einem Jahr eröffnet worden, strömten die Menschen in die völlig neu konzipierten Ausstellungsräume. Schon nach wenigen Wochen waren mehr als 10 000 Besucher gezählt worden. Das Gästebuch war in kürzester Zeit mit Superlativen vollgeschrieben. Jetzt bekamen die Museumsmacher um Leiterin Friederike Haber, Kulturamtsleiter Christian Schedler und Markus Fischer vom Heimatmuseum Anerkennung auch von fachlicher Seite: Dem Krippenmuseum wurde im Rahmen eines Festaktes in der Mindelheimer Jesuitenkirche der „Schwäbische Museumspreis 2019“ verliehen.

Stifter ist die Hans-Frei-Kulturstiftung. Mehr als 100 Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft nahmen an der Ehrung teil. Die Feier wurde durch ein Bläserquartett der städtischen Sing- und Musikschule musikalisch umrahmt. Verbunden mit der ideellen Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Nicht nur das: Ein ungenannter Mindelheimer Unternehmer war nach einer Führung von Markus Fischer durch das Museum so begeistert, dass er weitere 5000 Euro drauflegte.

Bürgermeister Stephan Winter lobte das neue Museum seiner ästhetischen Gestaltung wegen, die sehr zeitgemäß sei. Und es überzeuge mit einer Fülle an kostbaren Exponaten. Die „euphorischen Eintragungen“ ins Gästebuch „haben uns allen gut getan“ und seien Bestätigung gewesen, es richtig gemacht zu haben. Immerhin sind 700 000 Euro in das Projekt geflossen. Mit dem Museumspreis sei die Arbeit „geadelt“ worden, freute sich Winter.

Ähnlich äußerte sich Landrat Hans-Joachim Weirather. Der Landkreis hatte das Museum mitfinanziert. Konzeptionell und inhaltlich rage das Museum unter den insgesamt 31 Museen heraus, die es im Unterallgäu und der Stadt Memmingen gibt. 2016 war das Benninger-Ried-Museum mit dem Schwäbischen Museumspreis ausgezeichnet worden. Weirather würdigte besonders die Leistung der Mitarbeiter im Kulturamt und nannte Christian Schedler, Friederike Haber und Markus Fischer. Sie machten nicht nur ihre Arbeit, sie seien mit Herzblut bei der Sache.

Der langjährige Bezirksheimatpfleger und Vorsitzender der Stiftung, Hans Frei, hielt die Laudatio. Er lobte Mindelheim dafür, dass das Thema Krippen so große Wertschätzung erfahre. Vor mehr als 400 Jahren haben die Jesuiten die Krippenkunst nach Mindelheim gebracht. Von dort aus strahlte diese Form der Glaubensvermittlung in ganz Süddeutschland aus. Er als langjähriger Begleiter der fünf Mindelheimer Museen habe gestaunt, was hier entstanden ist, sagte Frei. „Das Museum ist ein Markstein in der schwäbischen Krippenlandschaft und hat weit über Schwaben hinaus Bedeutung“.

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Die Hans-Frei-Kulturstiftung ist vor zehn Jahren in Mindelheim gegründet worden. Ihr Ziel ist, die regionalen Traditionen noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Museen seien Orte der Bildung, Geschichte und Volkskunde. Die Stiftung will dazu motivieren, dieses Erbe zu pflegen. Frei ging auch auf die außerordentliche Qualität der Exponate im Mindelheimer Museum ein. Es zeigt zum Beispiel die älteste Jesusfigur aus der Zeit um das Jahr 1300.

Von der Schnitzkunst bis zu Tonfiguren reicht die Vielfalt der Krippen. Vor allem im 19. und 20. Jahrhundert herrschte eine große Krippenbegeisterung. Das Museum sei besucherorientiert und setze auch moderne Medien ein. Auch Hans Frei würdigte das Museumsteam um Christian Schedler.

Die Leiterin des Museums, Friederike Haber, zeigte sich tief berührt von der Ehrung und dankte herzlich für die Unterstützung ihrer Arbeit. Kulturamtsleiter Schedler verriet, dass weder Haber noch Markus Fischer im vorigen Jahr Urlaub genommen hatten, so sehr waren sie von dem neuen Museum in Beschlag genommen. „Ohne solche Mitarbeiter wäre das alles nicht möglich“, sagte er.

Schedler lobte auch die Politiker. Wir werden geschätzt und wir werden getragen“, sagte er in Richtung Stadträte, Kreisräte, Bürgermeister und Landrat. Auch einige private Gönner hatten bei der Finanzierung mitgeholfen.