Egg an der Günz

Sterben wird teurer

Die Gemeinde Egg hat die Grabgebühren um 50 Prozent angehoben.

Die Gemeinde Egg hat die Grabgebühren um 50 Prozent angehoben.

Bild: Kustermann

Die Gemeinde Egg hat die Grabgebühren um 50 Prozent angehoben.

Bild: Kustermann

Der Gemeinderat erhöht die Grabgebühren um 50 Prozent. Warum das eigentlich zu wenig ist und was die Gemeinde sonst noch rund um den Friedhof investieren muss.
20.12.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Sterben ist teuer, schon allein wegen der Kosten für eine Grabstelle. In Egg an der Günz werden die Grabgebühren künftig höher sein als bisher: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über eine neue Friedhofs- und Bestattungs-Satzung abgestimmt. Einstimmig wurde eine 50-prozentige Erhöhung der Gebühren beschlossen. Damit wird zwar noch keine Kostendeckung für den Betrieb des Friedhofs erreicht, zumindest wird aber künftig das Defizit für die Gemeinde reduziert. Es hat sich in den letzten fünf Jahren in diesem Bereich auf über 33 264 Euro summiert.

„Theoretisch wäre es möglich, nichts zu tun“, betonte Bürgermeister Wolfgang Walter (Freie und überparteiliche Wählervereinigung). Im schlimmsten Fall bekäme es die Kommune dann aber von der Rechtsaufsicht nicht mehr genehmigt, wenn sie einen Kredit aufnehmen müsste. Denn „kostenrechnende Einrichtungen müssen kostenrechnend sein“. Laut dem Gemeindechef beträgt die Grabgebühr für ein Familiengrab auf die Nutzungszeit von 20 Jahren derzeit noch 320 Euro. „Kostenrechnend“ müsste die Gebühr mit 647 Euro jedoch mehr als verdoppelt werden. Ein Einzelgrab kostet bisher 175 Euro; die Gemeinde müsste hier 340 Euro verlangen.

Für eine Nische im Urnenquader (Nutzungszeit 15 Jahre) müssen aktuell 350 Euro bezahlt werden. Kostenrechnend wären dies aber 515 Euro. Am günstigsten ist ein Urnengrab, für das derzeit 140 Euro fällig werden, dafür müsste die Kommune aber eigentlich 311 Euro verlangen.

Kalkulation zu extrem

Die Kalkulation des Prüfungsverbandes war den Gemeinderäten auch nach langer und ausgiebiger Diskussion allerdings zu extrem. Mehr als verdoppeln wollten die Räte die Gebühren nicht – zumal dies ja nicht die einzigen Kosten sind, die für eine Bestattung an die Gemeinde zu bezahlen sind. Für das Ausheben und Schließen des Grabes sind jeweils 470 Euro, bei Tieferlegen eines Sarges sogar 546 Euro fällig. Bei einem Urnengrab darf Egg 168 Euro, für die Benutzung eines Urnenquaders 131 Euro in Rechnung stellen. Die Nutzung des Leichenhauses kostet zusätzlich pauschal 174 Euro. Laut Walter klinge das zwar pietätlos, doch letztendlich werde in der Gemeinde einfach zu wenig gestorben: „Im Verhältnis zu den Fixkosten haben wir zu wenig Grabverkäufe und Beerdigungen.“

Laut der sogenannten Gefährdungsbeurteilung bei einer Betriebsprüfung durch die Berufsgenossenschaft, berichtete der Gemeindechef weiter, müssten zudem das Treppengeländer am Friedhof saniert, eine neue Zuluftöffnung mit Mückengitter ins Tor der Leichenhalle eingebracht und rutschfeste, 40 Zentimeter breite Grablaufroste angeschafft werden.