Einzelhandel

Tedi-Markt darf nicht ins Memminger Fraunhofer-Palais einziehen

Fraunhofer Palais

Die Mitglieder des Memminger Bauausschusses haben einen Tedi-Markt im Fraunhofer-Palais abgelehnt.

Bild: Uwe Hirt

Die Mitglieder des Memminger Bauausschusses haben einen Tedi-Markt im Fraunhofer-Palais abgelehnt.

Bild: Uwe Hirt

Stadträte lehnen Ansiedlung des Billig-Markts im Memminger Gewerbegebiet Nord ab. Schutz des innerstädtischen Handels hat Vorrang.
14.03.2021 | Stand: 15:56 Uhr

Einstimmig abgelehnt haben die Mitglieder des Memminger Bauausschusses die Ansiedlung eines Tedi-Markts in der Fraunhoferstraße – und zwar zum Schutz des Handels in der Innenstadt.

Laut Baureferatsleiter Fabian Damm wollte der Markt ins Fraunhofer-Palais einziehen und seine Waren auf einer Fläche von gut 700 Quadratmetern verkaufen. Tedi bietet in seinen über 2000 Filialen günstige Artikel aller Art an. Dabei ist der Anteil der sogenannten innenstadtrelevanten Sortimente sehr hoch. Solche Waren dürfen laut dem Memminger Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2020 aber nur in der Innenstadt neu angeboten werden. Darunter fallen zum Beispiel Bekleidung, Wäsche, Haushaltswaren, Papier- und Schreibwaren sowie Schuhe und Spielwaren. Wer bisher bereits solche Artikel außerhalb der Altstadt angeboten hat, darf dies weiterhin tun. Hier gilt Bestandsschutz.

Memminger Einzelhandelskonzept gibt klare Regeln vor

Letztlich empfahl Damm den Stadträten mit Blick auf das Einzelhandelskonzept, die Ansiedlung des Tedi-Markts abzulehnen. Hierfür ist aus rechtlichen Gründen die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans samt Veränderungssperre nötig. Denn laut Baurecht wäre der Tedi-Markt im Gewerbegebiet-Nord grundsätzlich zulässig.

Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) sagte in Anbetracht des vom Stadtrat beschlossenen Einzelhandelskonzepts: „Wenn wir jetzt von diesem Beschluss abweichen, machen wir uns unglaubwürdig.“ Dem stimmte Rupert Reisinger (Linke) zu: „Das Konzept ist der einzig richtige Weg, den Handel in der Innenstadt zu schützen.“

Stadtrat Baur regt Standortsuche in der Altstadt an

Auch Christoph Baur (CSU) sprach sich gegen eine Tedi-Ansiedlung im Gewerbegebiet aus. Allerdings kann er sich so einen Markt gut in der Innenstadt vorstellen. In diesem Zusammenhang zitierte er einen Slogan von Tedi: „Das Leben gehört ins Zentrum.“ Dementsprechend sollte sich das Unternehmen in Baurs Augen einen Standort in der Innenstadt suchen. Gleichzeitig regte der Stadtrat an, dass die städtische Wirtschaftsförderung mit entsprechenden Angeboten auf Tedi zugehen sollte.

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