Tierquälerei?

Tote Taube erhitzt die Gemüter in Memmingen

Am Kempter Tor hängt diese tote Taube. Wie sie starb, ist unklar.

Bild: Thomas Schwarz

Am Kempter Tor hängt diese tote Taube. Wie sie starb, ist unklar.

Bild: Thomas Schwarz

Eine tote Taube sorgt derzeit für Diskussionen in Memmingen: Der Vogel hängt am Kempter Tor. War es Tierquälerei?

22.05.2020 | Stand: 13:56 Uhr

„Sowas an Geschmacklosigkeit ist nur schwer zu übertreffen“, schreibt Alfred Rauch auf Facebook. Bei einer Fototour durch Memmingen entdeckte er am Vorbau des Kempter Tores eine tote Taube – das Tier hing in mehreren Metern Höhe unterhalb einer kleinen Öffnung. Rauch sagt, dass die Taube eine Drahtschlinge um den Hals hätte und sich daran erdrosselt habe. Er mutmaßt, dass die Schlinge mit Absicht an dem historischen Gebäude nahe der Reichshainschule angebracht wurde. Und da das nicht frei zugänglich sei, hat er Mitarbeiter der Stadt im Verdacht und bezichtigt sie der Tierquälerei. Auch wenn ihm klar sei, „dass Tauben mit ihrem Kot Schäden an unseren Bauwerken anrichten“.

Ordnungsamt: Tier sei "bedauerlicherweise verunfallt"

Das städtische Ordnungsamt und die Polizei haben auf Anfrage der Memminger Zeitung hin die Sachlage geprüft. „Ein Zugang zur Maueröffnung ist nur von außen mittels einer Leiter möglich, von innen besteht keine Zugangsmöglichkeit“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Die Vermutung des Facebook-Nutzers einer Drahtschlinge habe nicht bestätigt werden können. „Ordnungsamt und Polizei gehen davon aus, dass die Taube bedauerlicherweise verunfallt ist.“ Das Tier wurde inzwischen von Mitarbeitern des Bauhofs entfernt. Es habe sich in einem Netz verfangen, teilte die Stadtverwaltung mit. Ob das Netz am Turm hing und wer es gegebenenfalls dort befestigt hatte, könne man nicht sagen. Netze gibt es eigentlich nur unter der Decke der Turm-Durchfahrt.