Zu viele Neuinfektionen

Viele neue Corona-Fälle: Diese Regeln gelten ab Samstag im Unterallgäu

An einem Tag wurden im Unterallgäu 17 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Landkreis hat deshalb nun strenge Regeln erlassen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

An einem Tag wurden im Unterallgäu 17 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Landkreis hat deshalb nun strenge Regeln erlassen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Bild: Gil Cohen Magen, dpa (Symbolbild)

An einem Tag wurden im Unterallgäu 17 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Landkreis hat deshalb nun strenge Regeln erlassen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Bild: Gil Cohen Magen, dpa (Symbolbild)

Innerhalb eines Tages gab es im Unterallgäu 17 Neuinfizierte mit dem Coronavirus. Nach Memmingen erlässt auch der Landkreis Unterallgäu spezielle Verordnungen.
08.10.2020 | Stand: 17:55 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen schnellt im Unterallgäu in die Höhe. Innerhalb eines Tages meldete das Gesundheitsamt 17 neue Fälle. Zwar blieb der Landkreis damit am Donnerstag mit einer 7-Tage-Inzidenz von 44,72 noch knapp unterhalb der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Dennoch hat das Landratsamtes nun eine Allgemeinverfügung erlassen, die ab kommenden Samstag, 10. Oktober, gilt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Kita-Gruppen dürfen nicht gemeinsam zum Spielen

An Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen demnach maximal 50 Personen teilnehmen. Zudem wird dringend empfohlen, in privaten Räumen die Gästezahl auf maximal 25 zu begrenzen. In Kindertagesstätten gilt: Es muss eine funktionelle Trennung der Gruppen vorgenommen werden – wo es organisatorisch möglich ist.

Die Erzieherinnen müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Gleiches gilt für Schüler an weiterführenden Schulen und Berufsschulen. Nur wer durchgängig im Klassenverband unterrichtet wird, darf nach Angaben des Landratsamts an seinem Platz die Maske abnehmen.

Wird jedoch der kritische Wert von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen überschritten, müssen sich die Bürger auf weitreichendere Regeln einstellen: Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zwei Hausstände, nahe Angehörige oder Gruppen bis fünf Personen gemeinsam aufhalten. Das gilt auch für Zusammenkünfte in privat genutzten Räumen oder auf privaten Grundstücken.

Falls die Obergrenze erreicht wird: Private Feiern nur noch mit bis zu 25 Personen

Bei Veranstaltungen und privaten Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen ist, wie bisher, ein Hygienekonzept erforderlich. Dann dürfen maximal 25 Personen zusammenkommen, im Freien können es bis zu 50 Menschen sein.

„Es ist wichtig, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wo immer dies mit vertretbaren Einschränkungen und guter Aussicht auf Erfolg möglich ist“, betont Landrat Alex Eder. Auch um bezüglich der Nachverfolgung der Infektionsketten das System des Gesundheitsamts nicht zum Erliegen zu bringen, seien Einschränkungen beim derzeitigen sehr dynamischen Geschehen leider unausweichlich. „Ich hätte mir allerdings gewünscht, gezielt auf das Geschehen vor Ort abgestimmte Maßnahmen ergreifen zu können und nicht an starre Werte verpflichtend gebunden zu sein. Das lassen jedoch die Vorgaben der Staatsregierung nicht zu. Hier sind mir die Hände gebunden“, so Eder.

Aktuell sind 67 Unterallgäuer nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt wurden seit Mitte März 527 Landkreis-Bürger positiv getestet, 440 gelten als genesen. Zudem gab es zwei weitere Todesfälle: Ein 83-Jähriger, der positiv auf das Virus getestet worden war, ist verstorben sowie eine 73-Jährige, die sich bereits seit längerem in stationärer Behandlung befand. Damit steigt im Unterallgäu die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona auf 20.

Zwei neue Corona-Fälle in Memmingen

In Memmingen hat sich die Zahl der bestätigten Coronafälle gestern um zwei auf 160 erhöht. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit auf 45,6. Wie berichtet, hat die Kommune bereits seit Mittwoch, 7. Oktober, ähnlich wie nun auch im Landkreis, eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Verordnungen gelten vorerst bis einschließlich Dienstag, 13. Oktober.