Denkmal

Warum das Dach des Fuggerschlosses erneuert werden muss

Illertissen - Sonderbeilage - Fuggerschloss - Schloss Babenhausen

Das Fuggerschloss in Babenhausen (links im Bild der Turm der Pfarrkirche St. Andreas) soll Schritt für Schritt saniert und neu genutzt werden.

Bild: Alexander Kaya

Das Fuggerschloss in Babenhausen (links im Bild der Turm der Pfarrkirche St. Andreas) soll Schritt für Schritt saniert und neu genutzt werden.

Bild: Alexander Kaya

Die Eigentümer wollen einen Teil der Babenhauser Residenz sanieren. Das bewertet der Bürgermeister erstmal positiv - denn es gibt noch einiges zu tun. 

Von Sabrina Schatz
11.06.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Manch einer sagt, das Babenhauser Fuggerschloss befinde sich seit Jahren in einer Art Dornröschenschlaf. Um im Bild zu bleiben: Nun erfolgt ein Weckruf. Ein Teil des stattlichen Gebäude-Ensembles - das Neue Schloss - soll Schritt für Schritt saniert werden; in Räume, die lange Zeit leer standen, wieder Leben einkehren. Im Rahmen eines ersten Bauabschnitts im östlichen Bereich des Neuen Schlosses wird das Dach instandgesetzt.

"Es ist positiv, das am Schloss mal etwas vorwärtsgeht", sagt der Babenhauser Bürgermeister Otto Göppel dazu. Er werte es als gutes Zeichen, dass die Familie Fugger "Geld in die Hand nimmt" und in das Schloss investiert. 

Der Bauantrag der Fürst Fugger-Babenhausen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe lag jüngst bei einer Sitzung des Bauausschusses auf dem Tisch. Der Dachbereich, der erneuert werden soll, beginnt demnach auf der Giebelseite im Osten des Langschlosses und endet an der Brandwand zum westlichen Teil hin. Tragende Bauteile sind von den Arbeiten betroffen. Es handele sich aber um „rein statische Belange“, nicht um ortsgestalterische. Die Außenansicht des Gebäudes verändert sich laut Göppel nicht. Der Bauausschuss fällte in seiner Sitzung keinen Beschluss. Nicht, weil die Mitglieder etwas gegen die geplante Maßnahme hatten; es gab keine Wortmeldung dazu. Die Gemeindeverwaltung hatte bereits ihre Zustimmung erteilt – laut Sitzungsvorlage „zur Beschleunigung des Verfahrens“. „Es ging darum, Zeit zu gewinnen“, erklärte Göppel diese Vorgehensweise. So sei es dem Bauherrn möglich, Fristen einzuhalten, um sich Fördergelder zu sichern.

Wie berichtet, schmiedet das fürstliche Haus verschiedenste Pläne für die Zukunft des Babenhauser Fuggerschlosses, das als Denkmal von nationaler Bedeutung gilt – auch in Kooperation mit der Gemeinde. Ein bereits konkreter Baustein zur Aufwertung des Fugger-areals ist eine Kindertagesstätte, die nach einer entsprechenden Sanierung in den ehemaligen Ökonomietrakt einziehen wird. Ebenso gibt es Überlegungen, den Zehentstadel instandzusetzen und in Zukunft als Gemeindesaal und Kulturzentrum zu nutzen.

Auf Zuschüsse angewiesen

Um die Vorhaben überhaupt finanziell stemmen zu können, ist das fürstliche Haus und auch der Markt Babenhausen auf Zuschüsse von verschiedenen Seiten angewiesen. Der Bund sicherte Ende des vergangenen Jahres millionenschwere Fördergelder zu. Allein 2,5 Millionen Euro sollen der Renovierung des Schlosses zugutekommen, hieß es zu diesem Zeitpunkt, weitere vier Millionen der Instandsetzung und Umnutzung des Zehentstadels.