Kaufabsicht

Warum Memmingen immer noch auf eine Entscheidung von Ikea wartet

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Eine Ikea-Filiale wird es auch künftig in Memmingen nicht geben, obwohl bereits konkrete Pläne existiert hatten. Der Möbelkonzern konzentriert sich nun unter anderem auf Metropolregionen.

Bild: Peter Gercke/dpa

Eine Ikea-Filiale wird es auch künftig in Memmingen nicht geben, obwohl bereits konkrete Pläne existiert hatten. Der Möbelkonzern konzentriert sich nun unter anderem auf Metropolregionen.

Bild: Peter Gercke/dpa

Was soll mit dem Ikea-Areal am Memminger Autobahnkreuz passieren? Die Antwort liegt noch in Schweden. Oberbürgermeister Schilder über die Pläne der Stadt.

04.06.2020 | Stand: 16:49 Uhr

„Noch immer nichts Neues“ gebe es beim Ikea-Areal am Memminger Autobahnkreuz. Das sagte gestern Oberbürgermeister Manfred Schilder auf MZ-Anfrage. Nach wie vor wolle die Stadt das Areal kaufen, um dort mittelfristig ein neues Klinikum zu bauen. „Leider ändern sich bei den Schweden regelmäßig unsere Ansprechpartner – das macht es nicht einfacher.“ Lediglich ein Kontakt in der deutschen Zentrale des Möbelhauses im hessischen Wallau sei geblieben – und mit dem telefoniere die Stadt zumindest immer wieder. „Für uns ist das momentan wie eine Wundertüte: Wir wissen noch nicht einmal, ob Ikea das Grundstück überhaupt verkaufen will oder wenn ja an wen oder ob es Ikea eventuell mit uns gemeinsam vermarkten würde...“

Ikea kommt doch nicht nach Memmingen

Für Verhandlungsgespräche oder gar einen konkreten Abschluss gebe es auch keine Zeitschiene, bedauert Schilder. „Wir haben da wenig Handhabe, um Druck auf die Schweden auszuüben.“ Ikea hatte im März 2019 überraschend verkündet, nun doch kein neues Möbelhaus in Memmingen bauen zu wollen – wegen einer mittelfristigen Neuausrichtung auf Online-Handel und Innenstädte. Die Stadt Memmingen kündigte seinerzeit an, das rund 14 Hektar große Areal kaufen zu wollen.

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Stadt Memmingen möchte auf dem Areal ein Klinikum bauen

Die Pläne der Stadt Memmingen, ein neues Klinikum zu bauen, sind noch in der Anfangsphase. Weil die Räumlichkeiten am jetzigen Standort in der Bismarckstraße zu verschachtelt und zu klein seien sowie mittelfristig auch eine Grundsanierung für eine hohe Millionensumme nötig wäre, haben sich die Stadtverordneten im Februar während einer Klausur grundsätzlich und mittelfristig für einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Rinderbesamungsstation ausgesprochen. Experten rechnen mit Investitionen von rund 300 Millionen Euro.

Ikea Gelände
Auf diesem Gelände am Autobahnkreuz Memmingen wollte Ikea ein Möbelhaus bauen, die Schweden stoppten die Pläne jedoch im vergangenen Jahr. Nun möchte die Stadt das Areal kaufen – um dort ein neues Klinikum zu bauen.
Bild: Uwe Hirt