Historie

Wo einst die Erkheimer Schmiede stand

Schmiedebruck-Platz

Hinter Glas erinnert die Figurengruppe an die bewegte Geschichte des Schmiederbruck-Platzes.

Bild: Karl Michl

Hinter Glas erinnert die Figurengruppe an die bewegte Geschichte des Schmiederbruck-Platzes.

Bild: Karl Michl

Figuren geben auf Platz Einblick in die Geschichte. Welche bsondere Ehre Alfons Hölzle zuteil wurde.
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Von Karl Michl
02.10.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Unweit der evangelischen Kirche steht auf einer Freifläche neben der Brücke über die Günz seit Kurzem eine Figurengruppe, die an die Ortsgeschichte an dieser Stelle erinnern soll. Dort stand nämlich mehrere hundert Jahre die Gemeindeschmiede.

Die bis zu 70 Zentimeter großen Holzfiguren, eingehaust hinter Sicherheitsglas, zeigen einen Schmied bei der Arbeit. Ein Bauernknecht hält das linke Vorderbein eines Pferdes, bei dem der Schmied den Huf bearbeitet. Mit großem Interesse schaut ihm dabei ein Junge zu. Ein „Schwätzbänkle“ auf dem Platz lädt zum Verweilen ein.

Aus Schmiede wurde Feuerwehrhaus

Mit einer kleinen Feier wurde dieser „Schmiedebruck-Platz“ unter reger Teilnahme der Bevölkerung eingeweiht. Bürgermeister Christian Seeberger ging auf die Tradition der Schmiede ein, die 1930 in ein Feuerwehrhaus umgebaut wurde. Ein Anbau diente zehn Jahre als Klassenzimmer und später als Gemeindearchiv. Das Gebäude wurde schließlich 2002 abgerissen.

Die Idee zur Aufstellung dieser Figurengruppe sei durch einen Stammtisch geboren und bereits 2008 beim „Schmieda-Brucka-Fescht“ der Bevölkerung bekannt gegeben worden, so Seeberger. Den Entwurf habe Erhard Walter aus Daxberg angefertigt und die Schnitzereien seien von Florian Härtle aus Oberammergau ausgeführt worden.

Seeberger würdigte den inzwischen verstorbenen Organisator des Projekts, Alfons Hölzle, der in Erkheim schon vieles bewegt habe. Er erinnerte an den Bau der „Bürgerbruck“, die Überdachung des Eingangs zum ehemaligen Eiskeller im Eichhölzle und die Ausschilderung von Nordic-Walking-Wanderwegen. Hölzle sei bei diesen Projekten federführend und die treibende Kraft gewesen. Bürgermeister Seeberger brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass der Schmiedebruck-Platz nun zu einem Ort der Begegnung werde und mit Leben gefüllt werde. Die Feier wurde von der Musikkapelle Markt Erkheim musikalisch gestaltet.

Wichige Eckdaten

  • 1390 erste Erwähnung von „Hainz dem Schmied“, 14 Generationen auf dem Schmiedbauerngut (heute Schmiedeweg 2) mit Gemeindeschmiede
  • 1816 Anbau einer Remise für Löschgerätelager an die Schmiede
  • 1890 Versteigerung des Schmiedbauerngutes, Fortsetzung der Gemeindeschmiede durch selbstständige Schmiedehandwerker
  • 1929 Ende der Gemeindeschmiede
  • 1930 Umbau der Schmiede in ein Feuerwehr-Gerätehaus mit Schlauchturm
  • 1954 Anbau eines Notklassenschulraums (im Volksmund „Bachgymnasium“ genannt)
  • 1964 Auflösung des Schulraums, weitere Nutzung als Gemeindearchiv
  • 1984 Umzug des Feuerwehr in einen Neu- und Erweiterungsbau der ehemaligen Turnhalle in der Sontheimer Straße
  • 2002 Abbruch des Gebäudes, ein Teil des Geländes wird für den Straßenbau verwendet (kmi)

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