Ottobeuren

„Nur eine Unterschrift reicht nicht“

OB Lokales Projektvorstellung Natürlich Bayern mit Umweltminister Thorsten Glauber am 18.09.2019

OB Lokales Projektvorstellung Natürlich Bayern mit Umweltminister Thorsten Glauber am 18.09.2019

Bild: SIEGFRIED REBHAN

OB Lokales Projektvorstellung Natürlich Bayern mit Umweltminister Thorsten Glauber am 18.09.2019

Bild: SIEGFRIED REBHAN

Umwelt Staatsminister Thorsten Glauber packt beim Artenschutz mit an: Blumensamen im Rahmen des Projekts „Mehr Arten-Reiche fürs Unterallgäu“ in Ottobeuren angesät
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Von Anna Kabus
18.09.2019 | Stand: 17:17 Uhr

Wiesen im Unterallgäu wieder so herzustellen wie sie früher einmal verbreitet waren – das ist es, was der Landschaftspflegeverband (LPV) Unterallgäu mit dem Projekt „Mehr Arten-Reiche fürs Unterallgäu“ erreichen möchte, sagte Geschäftsführer Jens Franke. Ihm zufolge wurde durch vermehrtes Düngen der Wiesen und das häufigere Mähen die pflanzliche Artenvielfalt in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt. „Wir haben festgestellt, dass nur durch weniger Mähen die Arten nicht von selbst zurückkommen. Deshalb müssen wir nachsäen“, sagte Franke.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber griff aus diesem Grund gestern im Kurpark Ottobeuren (Unterallgäu) selbst zum Saatgut-Eimer und verteilte heimische Blumensamen auf einem Feld. Sehr viele Menschen hätten beim Volksbegehren für mehr Artenvielfalt unterschrieben – doch nur eine Unterschrift reiche eben nicht, sagte er. „Der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist eine generationenübergreifende Gemeinschaftsaufgabe.“

Die vielfältigen Pflanzen, die im nächsten Jahr auf der Wiese aufgehen werden, sollen die artenarme Fläche aufwerten und so unterschiedlichen Insekten wieder mehr Nahrung und Lebensraum bieten.

Mindestens 50 verschiedene Pflanzenarten sollen aus den Samen wachsen. Diese wurden aus einem Gebiet in der Nähe gewonnen. So ist sichergestellt, dass die Pflanzen auch gut am neuen Standort gedeihen. Gesammelt wurden die Samen mithilfe des „Wiesefix“: Das ist ein vom LPV konstruiertes Gerät, mit dem die Pflanzensamen geerntet werden können, ohne die Spenderwiese mähen zu müssen. „Der Wiesefix ist mittlerweile in ganz Deutschland bekannt“, sagt Franke.

Wolfram Güthler, Leiter des Referats Naturschutzförderung und Landschaftspflege im Bayerischen Umweltministerium, lobte im Zuge des Projekts auch das Entgegenkommen der Landwirte, denen viele der Wiesen gehören: „Es ist toll, dass die Bauern bereit sind, mitzumachen – und auch Spaß dabei haben.“

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Das Projekt „Mehr Arten-Reiche fürs Unterallgäu“ ist ein Einzelprojekt der Initiative „Natürlich Bayern“, die im Mai 2019 gestartet ist. Innerhalb der kommenden fünf Jahre werden im Rahmen dieser Initiative insgesamt 30 solcher Einzelprojekte von den Bayerischen Landespflegeverbänden in ganz Bayern umgesetzt. „Natürlich Bayern“ wird vom Bayerischen Umweltministerium mit drei Millionen Euro gefördert.

Die Initiative gehört zum neuen „Blühpakt Bayern“, den das bayerische Umweltministerium zum Schutz der heimischen Wildinsekten und ihrer Lebensräume ins Leben gerufen hat.