Lindau/Bregenz

Politischer Protest und kuriose Jonglierkunst

Laufsport Beim Dreiländermarathon mischen sich einige Exoten unter die 8000 Teilnehmer
##alternative##
Von bes, ded, sz
07.10.2019 | Stand: 15:42 Uhr

Sandra Urach war überglücklich. Die 43-Jährige aus Andelsbuch hat beim Dreiländermarathon nicht nur ihren Vorjahressieg wiederholt, sondern mit ihrer Zeit von 2:42:33 Stunden einen neuen Vorarlberger Landesrekord aufgestellt. „Ich bin aber auch an meine Grenzen gegangen, das war das Maximum“, sagte sie. Die Bregenzerwälderin war erneut ohne echte Konkurrenz: Die Zweitplatzierte Natascha Baer aus der Schweiz hatte nach 42,195 Kilometern fast zehn Minuten Rückstand.

Hingegen war Patrick Wägeli mit seinem Auftritt nicht zufrieden. Er gewann zwar mit einer Zeit von 2:17:51 Stunden und sicherte sich ebenso wie Urach die 2000 Euro Preisgeld, doch das Olympialimit für Tokio 2020 (2:11:30) verpasste der Schweizer. „Ich bin zu schnell angelaufen und so wurden die letzten zwölf Kilometer extrem hart“, sagte der 28-Jährige. Unterstützt worden war er bei seinem Vorhaben vom Kenianer Charles Juma Ndiema. Er war als Tempomacher vorgesehen und sollte eigentlich nach 30 Kilometern aussteigen. Doch dann fühlte er sich so gut, dass er weiterlief – und den Schweizer praktisch über die Ziellinie trug. „In diesem Fall war es ein Gentlemen’s Agreement, den Topläufer zu unterstützen und ihm den Sieg zu überlassen“, berichtete Rennleiter Günter Ernst. Ndiema hatte die gleiche Schlusszeit wie Wägeli. Als Zweiter bekam er 1500 Euro.

Beim 13. Dreiländermarathon, der von Lindau über St. Margrethen nach Bregenz führt, nahmen 1200 Sportler die Königsdisziplin in Angriff. 4000 Laufbegeisterte aus 53 Nationen starteten beim Halb- und Viertelmarathon. Hin zu kamen 2500 Kinder und Jugendliche.

Im Teilnehmerfeld waren einige Exoten. Fung In Tai aus Hergensweiler (Westallgäu) lief mit Atemschutzmaske, Schutzbrille und Bauarbeiterhelm. Die 38-Jährige stellte sich in dieser Kluft hinter den Protest in ihrer Heimat Hongkong. Und Daniel Raum aus Höchst (Vorarlberg) hat die Strecke absolviert und dabei ständig drei kleine Bälle jongliert. Die ließ der 37-Jährige nur einmal fallen – und kam dennoch nach 3:21 Stunden ins Ziel. Er steht mit seiner Kunst im Guinness-Buch der Rekorde.