Entrüstung in Tirol

Rassismus-Vorwürfe: Wirtschafts-Obmann tritt nach heftiger Kritik an Facebook-Post zurück

Nach einem umstrittenen Facebook-Post trat der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer in Innsbruck zurück.

Nach einem umstrittenen Facebook-Post trat der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer in Innsbruck zurück.

Bild: Expa/Erich Spiess/APA/dpa

Nach einem umstrittenen Facebook-Post trat der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer in Innsbruck zurück.

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Eine Rassismus-Debatte ist in Tirol entbrannt: Nach einem umstrittenen Facebook-Post ist ein Bezirksobmann der Wirtschaftskammer zurückgetreten. Die Gründe.
24.09.2020 | Stand: 15:16 Uhr

Er sei "verärgert" gewesen. Mit dieser Begründung rechtfertigt Karl Ischia seinen umstrittenen Facebook-Post, der eine Rassismus-Debatte in Tirol ausgelöst hat - und ihn seinen Posten als Bezirksobmann der Wirtschaftskammer der Landeshauptstadt Innsbruck kostet. Auch von seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Innsbrucker Stadtmarketings GmbH trat er inzwischen aufgrund des öffentlichen Entrüstung zurück.

Am Dienstababend hatte er sich mit einem mittlerweile von ihm gelöschten Post zu Wort gemeldet. Darin kritisierte er die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr wegen gestiegener Corona-Zahlen in Tirol mit folgenden Worten:

„Statt die Somalier-, Türken-, Jugo- und Hipsterclubs, wo die Infektionen nach Mitternacht stattgefunden haben, rasch zuzusperren, werden jetzt Hotels, Res­taurants und Bars mit allen erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen, wo sämtliche Mitarbeiter wöchentlich geteste­t werden, um 22 Uhr zugesperrt. Das ist einfach ungerecht und undifferenziert. Das versteht niemand mehr.“

Kaum versendet, entfachte ein Sturm der Entrüstung. Als "einfach nur rassistisch und letztklassig", brandmarkte der Innsbrucker SPÖ-Vositzende Benjamin Plach den Post in einem Beitrag auf Facebook. Die Innsbrucker Grünen, die den Bürgermeister stellen, forderten Ischias Rücktritt.

Wirtschaftskammer distanziert sich

Doch der beließ es am Mittwochvormittag zunächst bei einer Löschung des umstrittenen Beitrags und einer Entschuldigung auf Facebook.

"Ich habe das Posting gelöscht, weil es offenbar falsch verstanden, interpretiert und benützt wird. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein weltoffener Mensch bin. Falls sich jemand diskriminiert fühlt, entschuldige ich mich (...)"

Laut österreichischen Medien kam es dann aber zum "Krisengipfel" mit Kammer-Chef Christoph Walser. Danach wurde in einer Pressemitteilung der Rücktritt Ischias bekanntgegeben, der offiziell als aktiver und konsequenter Schritt bezeichnet wird. Gleichzeitig wird darin betont, dass der Rücktritt "alternativlos" sei.

Die Wirtschaftskammer Tirol vertritt laut eigenen Angaben die Interessen von mehr als 50.000 Unternehmen. „In dieser Rolle muss es uns immer und ausschließlich um konstruktive Sacharbeit zum Wohle der Wirtschaft gehen", teilte Präsident Walser weiter mit, „Diffamierungen haben da keinen Platz.“