Memhölz

Ski-Stars mal locker-flockig

Wintersport Beim Unternehmer-Stammtisch auf dem Gauklerhof in Memhölz plaudern Andreas Sander und Katharina Althaus über Training und Ziele für die neue Saison
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Von Franziska Müller
15.10.2019 | Stand: 16:15 Uhr

Hans-Peter Gaukler war überglücklich: „Es war schon immer ein Traum von mir, ein paar Allgäuer Wintersportler ins Haus zu bekommen.“ Der 67-jährige Oberallgäuer organisiert seit einigen Jahren Gesprächsrunden im Gauklerhof in Memhölz. Prominent besetzt – sowohl auf dem Podium als auch im Publikum. Bei der neunten Auflage erfüllte sich endlich Gauklers größter Wunsch: Ein Talk mit Wintersportlern. Zugesagt hatten neben Skispringerin Katharina Althaus (23) aus Oberstdorf sowie Super-G- und Abfahrtsspezialist Andreas Sander (30/Burgberg) auch der alpine Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), Wolfgang Maier (58) und der Cheftrainer der deutschen Skispringerinnen Andreas Bauer (55) aus Oberstdorf. Interessierter Zuhörer waren unter anderem Fernsehrichter Alexander Hold (57) und Rennfahrer Christian Abt (52/beide Kempten). Für eine schwungvolle Gesprächsleitung sorgte Moderator Tom Meiler vom Bayerischen Fernsehen. Er diskutierte mit den Weltcup-Athleten Althaus und Sander über ihr Training und die kommende Wintersaison.

Die amtierende Team-Weltmeisterin Katharina Althaus kam direkt vom Trainingscamp aus Bischofshofen in Österreich. Aktuell ist sie mit ihrem Team besonders viel unterwegs, da die heimische Schanze in Oberstdorf für die Nordische Weltmeisterschaft 2021 umgebaut wird. So sind die Fliegerinnen um Bundestrainer Bauer für eine einzige Trainingseinheit oft Stunden im Bus unterwegs. Althaus: „Die Fahrerei ist schon nervig. Wir sind meistens nach Stams bei Innsbruck ausgewichen, aber das ist halt fast 150 Kilometer weg“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Zuhause in Oberstdorf steht Athletik-Training auf dem Programm.

Doch so langsam rückt die kommende Saison in den Fokus. Am Mittwoch reist Althaus zur DSV-Einkleidung nach Laupheim, anschließend geht es direkt weiter zur deutschen Meisterschaft nach Klingenthal. Mitte November wird Althaus vermutlich erstmals auf Schnee springen. „Wir bereiten uns dann in Skandinavien auf den ersten Weltcup Anfang Dezember in Lillehammer vor“, erzählt die 23-Jährige. Nachdem Althaus zweimal Zweite hinter der Norwegerin Maren Lundy im Gesamtweltcup wurde, will sie dieses Jahr um den Sieg kämpfen: „Ich möchte konstant springen. Wenn ich um den Gesamtweltcup mitkämpfen könnte, wäre das natürlich das Größte für mich.“ Trainer Bauer freut sich aber nicht nur über Erfolge, wie er sagte, sondern vor allem über die Harmonie in seinem Team. „Das ist das Wichtigste“, sagte er.

Für die alpinen Skicracks beginnt der Weltcup bereits Ende nächster Woche in Sölden. Andi Sander ist hier noch nicht am Start, denn die ersten Speedrennen steigen erst im Dezember in Kanada. Nach seinem Kreuzbandriss in Bormio vergangenen Dezember verpasste der Wahl-Allgäuer, der für den SC Ennepetal startet, zwar das Frühjahrstraining auf dem Gletscher, blickt aber trotzdem positiv nach vorne: „Klar war das ein Rückschlag, aber ich hatte noch Glück, dass esnurdas Kreuzband war und keine Begleitverletzungen dabei waren.“ Laut Sander verlief die Genesung planmäßig und er konnte seine Vorbereitung uneingeschränkt in Angriff nehmen. Die vergangenen Wochen verbrachte der 30-Jährige mit Schneetraining in Chile und in Saas-Fee in der Schweiz. Anfang November fliegt er nach Nordamerika: „Das Trainingslager auf Kunstschnee ist für uns Abfahrer sehr wichtig. Wir bereiten uns in den USA auf den Weltcup in Lake Louise vor.“ Konkrete Ziele hat sich Sander, der zuletzt wie die Teamkollegen Sepp Ferstl und Thomas Dreßen immer wieder in die Weltspitze fuhr, nicht gesteckt: „Ich werde sicher noch ein paar Jahre Rennen fahren und versuchen, meine bisherigen Platzierungen zu übertrumpfen.“ Die neue Stärke von Sander und Co. erklärte Sportdirektor Maier vor allem damit, dass man innerhalb des DSV viele Strukturen verändert habe „und alle an einem Strang ziehen“.

Kein Problem habe Sander damit, dass ihn künftig Ex-Kollege Felix Neureuther – laut Moderator Meiler nicht unbedingt ein Abfahrtsspezialist – als Fernsehexperte kritisieren wird. „Damit komme ich klar, ich kann ihm höchstens vorwerfen, dass er noch nie ein Rennen auf der Streif gefahren ist.“

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