Kommentar

Tief durchatmen: Galeria Kaufhof und Karstadt bleiben in Kempten und Memmingen

Kempten Galeria Kaufhof - Residenzplatz - Kaufhaus - Einkaufen - Gerberstraße - Fußgängerzone -

Große Erleichterung in Kempten und Memmingen: Die Filialen von Galeria Kaufhof und Karstadt bleiben erhalten.

Bild: Ralf Lienert

Große Erleichterung in Kempten und Memmingen: Die Filialen von Galeria Kaufhof und Karstadt bleiben erhalten.

Bild: Ralf Lienert

Karstadt und Galeria Kaufhof bleiben. Für die Mitarbeiter und Kunden ein Grund zur Freude. Jedoch wäre es "blauäugig" zu glauben, dass jetzt alles gut ist.

19.06.2020 | Stand: 16:27 Uhr

Es tut richtig gut, in diesen Corona-Zeiten auch mal positive Nachrichten zu bekommen. Galeria-Kaufhof bleibt in Kempten, Karstadt bleibt in Memmingen: Für Verbraucher, Handel und Politik in den beiden Städten ist das höchst erfreulich. Was eine gegenteilige Entscheidung bedeutet hätte, lässt sich mit einem Wert bestens illustrieren: Der Anteil von Karstadt an der gesamten Verkaufsfläche in der Memminger Innenstadt liegt bei knapp 25 Prozent.

Die Filiale hat ebenso wie Galeria-Kaufhof in Kempten eine Magnetwirkung, von der auch viele andere Geschäfte in den beiden Stadtzentren profitieren. Eine Schließung der Häuser wäre für die Innenstädte ein gewaltiger Schlag ins Kontor gewesen. Und das in Zeiten, in denen der dortige Handel ohnehin schon gewaltig unter Druck geraten ist: Die Konkurrenz auf der grünen Wiese und durch den Internet-Handel setzt ihm ebenso zu wie ganz aktuell die coronabedingten Einnahme-Ausfälle.

>> Jubel in Kempten und Memmingen: Galeria Kaufhof und Karstadt bleiben erhalten <<

Klassischen Warenhäuser kränkeln

Nach der Ungewissheit in Kempten und Memmingen, was mit den Filialen geschieht, ist die jetzige Entscheidung gerade für die Mitarbeiter Anlass genug, sich zu freuen und tief durchzuatmen. Es wäre aber blauäugig zu glauben, dass jetzt alles gut ist. Denn das grundsätzliche Problem, das hinter allem steht, besteht ja weiterhin: Die klassischen Warenhäuser kränkeln in Deutschland schon seit Jahren, doch ein wirksames Medikament ist immer noch nicht gefunden.