Sensationsfund Udo

Udo für alle, alle für Udo: So soll es mit dem Menschenaffen aus Pforzen weitergehen

Udo Ausstellung Pforzen

Menschenaffe Udo soll bald auf Wanderschaft in der Region gehen – sofern es die Corona-Regeln zulassen. Im Ostallgäuer Pforzen war die Ausstellung Ende 2020 bereits für einige Tage zu sehen.

Bild: Mathias Wild (Archivfoto)

Menschenaffe Udo soll bald auf Wanderschaft in der Region gehen – sofern es die Corona-Regeln zulassen. Im Ostallgäuer Pforzen war die Ausstellung Ende 2020 bereits für einige Tage zu sehen.

Bild: Mathias Wild (Archivfoto)

Ausstellung, Wanderroute und Grabungsfest: Was die Ostallgäuer für 2021 planen, damit der aufrecht gehende Menschenaffe nicht in Vergessenheit gerät.
25.02.2021 | Stand: 10:37 Uhr

Ginge es nach dem Arbeitskreis (AK) Hammerschmiede, wäre der Jahreskalender 2021 mit Aktionen rund um Menschenaffe Udo gefüllt – vor allem im Ostallgäuer Pforzen, aber auch in der ganzen Region. Am Ortsrand der Gemeinde waren Forscher in der Tongrube Hammerschmiede auf die Überreste des fast zwölf Millionen Jahre alten Primaten gestoßen. Wegen der Corona-Pandemie fällt es nach wie vor schwer zu planen. Es bleibt offen, was in ein paar Wochen oder Monaten möglich sein wird und was nicht. Doch AK-Mitglied Josef Freuding betont: „Wir können jetzt nicht fünf Jahre warten. Es braucht Aktionen, um das Thema voranzubringen.“ An Ideen mangelt es den Ostallgäuern jedenfalls nicht: Ein Grabungsfest soll im Herbst stattfinden, ein Tag für Kinder zur Pfingstzeit und ein virtueller Rundgang soll einen Einblick in die Ausstellung im alten Feuerwehrhaus gewähren.

Projekte, die auch Herbert Hofer unterstützen möchte. „Unser Interesse an Udo ist nach wie vor ungebrochen“, sagt Pforzens Bürgermeister. Ende 2019 präsentierte die Paläontologin Madelaine Böhme den aufrecht gehenden Menschenaffen der Öffentlichkeit und stellte damit Teile der Evolutionstheorie infrage. Gingen Wissenschaftler bisher doch davon aus, dass sich der aufrechte Gang erst viel später entwickelt hat – und zwar in Afrika. Seither sorgt Udo in Gelehrtenkreisen für Aufsehen und für grübelnde Köpfe in Pforzen.

Ausstellung musste wegen Lockdown nach wenigen Tagen wieder schließen

Fast ein Jahr hatte die Gemeinde überlegt, wie sich der Menschenaffe am besten präsentieren lässt. Im Oktober 2020 eröffnete dann die Ausstellung „Sensation Udo und die Evolution“. Wegen des Lockdowns musste sie jedoch nach wenigen Tagen wieder schließen. Mit den über 1300 Besuchern zeigt sich Arbeitskreis-Mitglied Rudolf Stiening trotzdem zufrieden: „Der Andrang war groß. Die Leute haben zeitweise sogar eine halbe Stunde gewartet, bis sie rein durften.“ Zudem seien die Einträge im Gästebuch durchwegs positiv und lobend gewesen.

Jener Teil der Schau, der als Wanderausstellung konzipiert ist, soll so bald wie möglich ins Landratsamt nach Marktoberdorf gehen, sagt Hofer: „Damit sie auch wirklich ins Wandern kommt.“ Kaufbeuren, Füssen und Bad Wörishofen hätten ebenfalls Interesse angemeldet, genauso wie der Heimatverein Unterthingau (Kreis Ostallgäu). Der Arbeitskreis möchte der Ausstellung ein Medienpaket auf den Weg geben, mit Materialien für ein Rahmenprogramm und Flyern. Daneben soll ein Teil der Pforzener Ausstellung im Internet zu sehen sein. „Um sie, auch wenn sie nicht mehr physisch da ist, auf andere Weise erlebbar zu machen“, sagt Hofer.

Fest in Pforzen im Herbst

Für den Herbst haben sich die Ostallgäuer Großes vorgenommen: ein Fest in Pforzen. „Das Grabungsteam würde über die Funde des vergangenen Jahres berichten und die Besucher könnten mit den Forschern ins Gespräch kommen“, sagt Günter Wolf vom Arbeitskreis. Sicherlich sei das auch ein guter Termin, um den Vortrag mit Professorin Böhme nachzuholen. Ursprünglich sollte er zur Ausstellungseröffnung im vergangenen Jahr stattfinden. Freuding sieht die Veranstaltung als Chance, die Bürger miteinzubinden und die Geschichte des Ortes vorzustellen.

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Menschenaffe Udo führt durch "virtuelles Museum"

Eine eigene Wanderroute hat Udo bereits. Der Rundweg führt an seinem Fundort vorbei und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Pforzen und Irsee. Was noch fehlt, sind die Wegweiser entlang der Strecke – sie sollen in den nächsten Wochen aufgestellt werden. Zudem soll ein Informationstag für Grundschüler stattfinden. Und dann ist da noch die Machbarkeitsstudie: Das Planungsbüro Frankonzept beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit eine dauerhafte Schau zu Udo in Pforzen sinnvoll ist. Im Mai sollen die Ergebnisse vorliegen, sagt Hofer. „Wir hoffen, dass wir dann in Richtung Dauerausstellung vorankommen.“

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