Dennis Endras (Sonthofen, 34, Adler Mannheim)

„Vielleicht ein Wink des Schicksals“

Benda und Reimer in Memmingen

Benda und Reimer in Memmingen

Bild: Ralf Lienert

Benda und Reimer in Memmingen

Bild: Ralf Lienert

Was DEL-Profis zum Aus sagen
11.03.2020 | Stand: 16:29 Uhr

lPatrick Reimer (Mindelheim, 37, Nürnberg Ice Tigers)Die Überraschung über das vorzeitige Saisonende hielt sich in Grenzen. „Es gab Anzeichen. Es wurden verschiedene Szenarien durchgespielt“, sagt Reimer. Finanziell trifft ihn der Abbruch nicht. Er hat in Nürnberg einen Zwölf-Monats-Vertrag, bekommt sein Grundgehalt auch in der spielfreien Zeit. Reimer glaubt auch, dass die Profis, deren Verträge nur neun Monate laufen und über den Sommer ausgesetzt sind, weiter bezahlt werden. Auf ihn wartet nun trotzdem eine schöne Zeit: Seine Frau ist schwanger. Reimer: „Wir warten jeden Tag auf das Kind.“lTim Wohlgemuth (Kaufbeuren, 20, ERC Ingolstadt)Er hatte sich so sehr auf das Duell seiner Ingolstädter mit den Augsburger Panthern in den Pre-Play-offs der DEL gefreut. Nun sagt Stürmer Tim Wohlgemuth: „Mit Blick auf den sportlichen Wettkampf ist es traurig, dass wir jetzt die Play-offs verpassen. Immerhin haben wir eine Saison lang für eine möglichst gute Platzierung gespielt.“ Er bezeichnet das Saisonende aber auch als „sinnvolle Reaktion“. Für Wohlgemuth, der in der Hauptrunde zwölf Treffer erzielte, geht’s nach ein paar Tagen in Ingolstadt zum vorzeitigen Heimaturlaub nach Kaufbeuren.

Der wertvollste Spieler der Finalserie 2019 ist für seine klare Meinung bekannt. Und so sorgte Endras am Mittwoch mit einem Instagram-Post für Aufsehen: „Vielleicht sollten wir das alle als Zeichen sehen, endlich umzudenken und unserem Planeten und allen Lebewesen darauf, den Respekt zu zollen, den sie verdient haben.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt er: „Das ist vielleicht ein Wink des Schicksals. Ich glaube, diese Entwicklung wird die Welt in eine neue Richtung lenken.“ Aus sportlicher Sicht bedauert der zweifache deutsche Meister, dass es keine erfolgreiche Titelverteidigung mit Mannheim geben wird. Endras: „Es war für uns Spieler wie ein Schlag ins Gesicht – auch wenn ich zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung stehe. Aber es fühlt sich irgendwie so an, als ob du 60 Minuten lang spielst, es steht 2:2 und dann müssen alle runter vom Eis.“