Newsblog: Corona-Krise im Allgäu

Wegen seiner Corona-Politik: Söder erhält Morddrohungen - Zahl der Neuinfektionen auf Höchststand seit April

Markus Söder hat beim großen Online-Parteitag der CSU seine Corona-Politik verteidigt.

Markus Söder hat beim großen Online-Parteitag der CSU seine Corona-Politik verteidigt.

Bild: Sven Hoppe, dpa

Markus Söder hat beim großen Online-Parteitag der CSU seine Corona-Politik verteidigt.

Bild: Sven Hoppe, dpa

Tirol, Tschechien und Luxemburg wurden am Freitag zu Risikogebieten erklärt. Mehr im Newsblog der Allgäuer Zeitung.
26.09.2020 | Stand: 21:47 Uhr

  • Im gesamten Allgäu gab es in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 79 nachgewiesene Neuinfektionen (Vortag 92) mit dem Coronavirus. Sie teilen sich wie folgt auf: Landkreis Oberallgäu 12 (11), Stadt Kempten 3 (6), Landkreis Ostallgäu 22 (19), Stadt Kaufbeuren 8 (7), Landkreis Unterallgäu 17 (24), Stadt Memmingen 3 (3), Landkreis Lindau 14 (22). (Quelle: RKI, Stand: Samstag).
  • 89 Menschen aus der Region starben seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion. (Quelle: LGL und Behörden in der Region, Stand: Samstag)
  • Für Deutschland gibt das Robert-Koch-Institut für 282.730 (Vortag: 280.223) Menschen positive Corona-Tests an. Die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen liegt bei 9.452 (Vortag 9.443). Genesen sind nach Schätzungen des RKI etwa 248.500 Menschen. (Stand: Samstag)

Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt.

Samstag, 26. September. 21.30 Uhr: Virologe Hendrik Streeck will Corona "nicht überdramatisieren“

Der Virologe Hendrik Streeck bezieht beim Thema Covid-19 eine wesentlich gelassenere Haltung als sein Kollege Christian Drosten in Berlin. Woher kommt das? Das Interview mit dem Top-Virologen lesen Sie hier.

Samstag, 26. September, 19 Uhr: Vorarlberg ist Corona-Risikogebiet - keine Grenzkontrollen, dafür besondere Regeln

Die Einstufung des Landes Vorarlberg als Risikogebiet hat in der Region Verunsicherung ausgelöst. Westallgäuer haben noch deutlich vor Augen, welche Folgen die Schließung der deutsch-österreichischen Grenze im Frühjahr hatte: Neben Kontrollen, Staus und Behinderungen bei der Berufsausübung war es für viele eine unschöne Erfahrung, Verwandte nicht mehr besuchen und gewohnte Ausflüge nicht mehr unternehmen zu können. Das bedeutet die Risiko-Einstufung für Allgäuer und Vorarlberger - jetzt exklusiv lesen mit AZ Plus.

Samstag, 26. September, 17 Uhr: Johnson fordert Einigkeit im Corona-Kampf - mehr Geld für die WHO

Angesichts von Spannungen zwischen den USA und China im Kampf gegen das Coronavirus hat der britische Premierminister Boris Johnson zur Einigkeit aufgerufen. "Wir wissen, dass wir so nicht weitermachen können. Wenn wir uns nicht vereinen und unser Feuer gegen unseren gemeinsamen Feind wenden, wissen wir, dass jeder verlieren wird", sagte Johnson am Samstag in seiner Video-Ansprache bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

Der erbitterte Streit zwischen Washington und Peking hatte auch die Generaldebatte in den vergangenen Tagen bestimmt. In den letzten Monaten hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften auch wegen der Corona-Pandemie massiv verschlechtert. US-Präsident Donald Trump hatte das Coronavirus unter anderem wiederholt als "China-Virus" bezeichnet. Der Konflikt berührt mittlerweile fast jeden Aspekt der Beziehungen zwischen den beiden Großmächten. Zudem machte Trump der WHO den Vorwurf, eine Marionette Pekings zu sein, und kündigte offiziell den Austritt aus der Organisation an. Wirksam wird er im Juli nächsten Jahres.

Johnson kündigte zudem eine Erhöhung der Gelder für die Weltgesundheitsorganisation WHO um 30 Prozent an. Demnach solle die Organisation in den kommenden vier Jahren 340 Millionen Pfund (etwa 372 Millionen Euro) aus dem Vereinten Königreich erhalten.

Johnson stellte zudem einen Fünf-Punkte-Plan vor, um Pandemien wie die Gegenwärtige in Zukunft zu verhindern. Dieser beinhaltet unter anderem den Aufbau von Zentren zur genaueren Beobachtung potenziell gefährlicher Erreger. Auch solle es einen global abgestimmten Plan zur Bekämpfung einer Pandemie geben, anstatt nationale Ansätze wie momentan.

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie findet die 75. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in diesem Jahr noch bis Dienstag größtenteils online statt. Die Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten - darunter weit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs - sprechen nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden.

Samstag, 26. September, 15 Uhr: Corona-Politik: Söder erhält Morddrohungen - und kündigt Verbot der Reichskriegsflagge in Bayern an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ein Verbot der Reichskriegsflagge im Freistaat angekündigt. Er werde anordnen, die Flagge in Bayern zu verbieten, sagte der CSU-Vorsitzende am Samstag auf einem Online-Parteitag. "Mit einer solchen Flagge zeigt man nämlich seine klare Ablehnung und auch Distanz zu unserer Demokratie." Söder betonte: "Wir lassen unsere freiheitliche Demokratie nicht von Rechtsradikalen kapern."

Über ein Verbot der Flagge läuft aktuell eine bundesweite Debatte. Hintergrund ist, dass die Flaggen häufig auf Kundgebungen gegen die Corona-Beschränkungen geschwenkt werden. Die Bremer Innenbehörde hatte bereits vergangene Woche beschlossen, die Flaggen, die unter anderem von Reichsbürgern und Mitgliedern rechter Gruppierungen bei Kundgebungen geschwenkt oder auch am Balkon befestigt werden, aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Söder sagte Verschwörungstheoretikern, Demokratiefeinden und Neonazis den Kampf an. Vor allem kritisierte er "offene und verdeckte" Neonazis, die unter dem Vorwand des Kampfes gegen Corona die Demokratie angriffen. Der CSU-Vorsitzende betonte: "Unser und mein Leitmaßstab heißt Vernunft statt Verschwörung." Söder berichtete von Drohungen, Anfeindungen und Morddrohungen, die ihn regelmäßig erreichten. Er zitierte auch aus Kommentaren, in denen ihm mit dem Tod gedroht wurde.

Samstag, 26. September, 14.15 Uhr: Söder verteidigt Corona-Strategie - Schutz von Leben steht ganz oben

"Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern", sagte er am Samstag in seiner Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU. Wie die Strategie weiterhin angepasst werden muss.

Samstag, 26. September, 13.30 Uhr: Corona-Teststation an der A93 überlastet

Die Corona-Teststation an der Autobahn 93 ist seit Samstagvormittag überlastet. Auf dem Rastplatz Heuberg, wo Covid-19 Abstriche bei Reiserückkehrern durchgeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Auf der A93 gehe es seit etwa 9 Uhr nur stockend voran. Der Rückstau reiche bis zum Grenzübergang Kiefersfelden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk (BR24) darüber berichtet.

Nach der Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Risikogebiet sei es wahrscheinlich, dass Urlauber nun früher abreisen und einen Corona-Test machen lassen, so der Sprecher der Polizei in Rosenheim.

Samstag, 26. September, 12.45 Uhr: BDI: Bei Corona-Beschränkungen am lokalen Geschehen orientieren

In der Debatte über erneute staatliche Beschränkungen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen mahnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eine strikte regionale Differenzierung an. "Bund und Länder müssen bei allen bevorstehenden Eindämmungsmaßnahmen den kleinsten regionalen Nenner zum Maßstab haben", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf am Samstag in Berlin. Das Herunterfahren wirtschaftlicher Aktivität in ganzen Landkreisen mit hohem Industrieanteil müsse unbedingt vermieden werden. Sonst würde die konjunkturelle Erholung massiv zurückgeworfen.

Kempf betonte vor dem Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag, gerade die deutsche Exportwirtschaft sei auf Reisen ins Ausland zwingend angewiesen. Reisewarnungen und Beschränkungen müssten sich noch stärker am lokalen Infektionsgeschehen orientieren, um den grenzüberschreitenden Verkehr nicht flächendeckend zu hemmen. Die anvisierte pauschale fünftägige Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten würde die Wirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Für Geschäftsreisende sollte es EU-einheitliche, kurze Quarantänezeiten mit Verkürzungsmöglichkeiten durch Schnelltests geben.

Samstag, 26. September, 11.30 Uhr: Nach Reisewarnung für Tirol: Zahlreiche Abreisen aus dem Tannheimer Tal

Nachdem das deutsche Auswärtige Amt am Freitag auch für das österreichische Bundesland Tirol eine Reisewarnung ausgesprochen hat, herrscht Aufregung in der Tourismusregion in direkter Nachbarschaft zum Allgäu. "Die Telefone stehen nicht mehr still", sagte eine Sprecher des Tourismusverbandes Tannheimer Tal auf Nachfrage unserer Redaktion.

Mehr darüber lesen Sie hier.

Samstag, 26. September, 10.30 Uhr: Erhöhte Corona-Zahlen: Schalke gegen Bremen doch ohne Zuschauer

Das Krisen-Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga muss am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) doch ohne Zuschauer stattfinden. Wie die Schalker am Samstagmorgen mitteilten, haben sie von den lokalen Behörden die entsprechende Nachricht bekommen, nachdem die 7-Tage-Inzidenz in Gelsenkirchen zum entscheidenden Zeitpunkt am Samstag um 0.00 Uhr doch wieder über 35 lag. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag sie bei 39,5.

Weil sie im Wochenverlauf und am Freitag mit 33,4 erstmals unter 35 gesunken war, hatten die Schalker auf die Erlaubnis für etwa 11 000 Zuschauer gehofft und die entsprechende Zahl an Tickets verkauft. Die betreffenden Fans erhalten nun ihr Geld zurück.

Es ist am 2. Spieltag bereits das dritte Spiel, bei dem wenige Stunden vor dem Anpfiff die Erlaubnis für eine bestimmte Zuschauerzahl zurückgezogen wird. In der Vorwoche waren die Partien FC Bayern München gegen Schalke (8:0) und 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim (2:3) betroffen.

Samstag, 26. September, 9.30 Uhr: Litauen führt wieder Quarantänepflicht für Deutsche ein

Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht - alle Reisende müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Die Liste mit Ländern, für die Quarantänepflicht gilt, wird einmal wöchentlich aktualisiert. Dabei gilt in Litauen ein Grenzwert von 25 Corona-Neuinfektionen in dem jeweiligen Land pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland liegt der Grenzwert bei 16 Fällen - auch dort müssen sich Reisende aus Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Samstag, 26. September, 7 Uhr: Schäuble ruft zur Zuversicht auf - Deutschland in "guter Verfassung"

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ruft die Deutschen in der Corona-Krise zur Zuversicht auf. "Deutschland ist heute in einer guten Verfassung. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir eine lange und alles in allem glückliche Phase in unserer Geschichte", sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Der Krise könne man auch Positives abgewinnen. "Wir sehen wieder, was freiwilliges Engagement und ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe wert sind. Dass der Zusammenhalt auch in den Familien wieder stärker wird, das sind alles gute menschliche Erfahrungen." Große Veränderungen könnten auch große Chancen sein.

Anlässlich von 30 Jahren Deutscher Einheit am 3. Oktober sagte Schäuble: Die Ostdeutschen hätten in den letzten 30 Jahren viel mehr grundlegende Veränderungen aushalten und bewältigen müssen, "als sich das die meisten in unserem teilweise behaglich gewordenen Westdeutschland vorstellen können". Sie seien "womöglich besser auf die massiven Veränderungen vorbereitet, die auf uns zukommen."

Samstag, 26. September, 6 Uhr: 2.507 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2153 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282 730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Freitag, 25. September, 22 Uhr: Tirol: Listung als Corona-Risikogebiet "ein schwerer Schlag"

Das österreichische Bundesland Tirol bedauert die Aufnahme auf die Liste der Corona-Risikogebiete in Deutschland. Damit verband die Bundesregierung wegen rasant steigender Infektionszahlen auch eine Warnung vor touristischen Reisen. "Diese Entscheidung stellt einen schweren Schlag für unseren Wirtschaftsstandort, unseren Arbeitsmarkt und ganz Tirol dar", sagte Tirols Landeschef Günther Platter am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. "Im Sommer haben wir gezeigt, dass wir ein sicherer Gastgeber sind. In den letzten drei Monaten waren von 1800 in Tirol Infizierten nur 55 ausländische Gäste." Tirol hatte am Freitag 67 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Nach Angaben der Tiroler Regierung machen deutsche Gäste die Hälfte aller Touristen aus. Im August seien zehn Prozent mehr Deutsche dort gewesen als im Jahr davor. "Es ist nun von größter Bedeutung, dass wir die Infektionszahlen wieder nach unten bringen und damit die Voraussetzungen schaffen, dass diese Reisewarnung möglichst rasch zurückgenommen wird", meinte Platter.

Neben Tirol nahm die Bundesregierung auch ganz Tschechien und Luxemburg auf die Liste der Corona-Risikogebiete.

Freitag, 25. September, 20.00 Uhr: Tschechien, Luxemburg und Tirol sind Corona-Risikogebiete

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien sowie das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert. Auch ganz Luxemburg wurde zum Corona-Risikogebiet erklärt. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

Die meisten tschechischen Regionen waren bereits am Mittwoch in die Risikoliste aufgenommen worden. Jetzt folgten noch die Mährisch-Schlesische Region im äußersten Osten des Landes an der Grenze zu Polen und das an Sachsen grenzende Usti (Aussig). Auch Tirol mit der Hauptstadt Innsbruck ist eine Grenzregion und zudem ein bei Deutschen sehr beliebtes Urlaubsgebiet im Sommer wie Winter. Dort liegt auch der Skiort Ischgl, der im vergangenen Winter zu den Hotspots gehörte, von denen sich die Pandemie in Europa ausbreitete.

Freitag, 25. September, 17.50 Uhr: Finnland führt wieder Reisebeschränkungen für Deutschland ein

Für Reisende aus Deutschland gelten in Finnland ab Montag wieder Einreisebeschränkungen. Die Regelungen werden dann nach finnischen Regierungsangaben auch für Estland, Island, Norwegen, die Slowakei und Schweden wiedereingeführt. Grund dafür ist die Corona-Lage in den betroffenen Ländern. Ausnahmen werden für den Tagesverkehr aus den schwedischen und norwegischen Grenzgebieten gemacht. Erst vor gut zwei Wochen hatten die Finnen die Einreisebeschränkungen für Deutschland gelockert.

Die Maßnahme bedeutet nun, dass Freizeitreisen nach Finnland aus den entsprechenden Staaten nicht länger erlaubt sind. Nur die Rückkehr ins Land, der Transitverkehr auf dem Weg in andere Staaten, Dienstreisen und Reisen mit anderen triftigen Gründen sind dann noch gestattet. Wer dennoch nach Finnland kommt, muss für 14 Tage in Quarantäne. Diese Zeit können Reisende ab dem 1. Oktober abkürzen, indem sie in dem Zeitraum zwei freiwillige Corona-Tests machen.

Die finnische Regierung will demnach von nun an wöchentlich immer donnerstags darüber entscheiden, für welche Länder die Beschränkungen gelten sollen. Dabei gilt bei den Finnen für EU- und Schengenländer der Grenzwert von 25 Corona-Neuinfektionen in dem jeweiligen Land pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen.

Freitag, 25. September, 16.16 Uhr: Corona: Deutschland sitzt auf 1,2 Milliarden Masken

In Deutschland werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zur Zeit gut 1,2 Milliarden Schutzmasken gelagert. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus hervor, über die RTL und ntv zuerst berichtet hatten. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurden und werden in diesem und im nächsten Jahr OP- und FFP2-Masken für insgesamt 5,9 Milliarden Euro beschafft. Voraussichtlich werden "nach jetzigem Kenntnis- und Prüfungsstand" mehr als 85 Prozent aller Masken "verkehrsfähig und damit für den Gesundheitssektor verwendbar sein", heißt es weiter.

"Das Ministerium ist noch immer dabei die Masken zu prüfen, das dauert einfach viel zu lange", sagte Aschenberg-Dugnus. Wenn die Haltbarkeit nur zwei Jahre betrage, frage man sich, wie viele nach Ende der Prüfung überhaupt noch nutzbar seien. "Es ist wichtig, in Zukunft die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung wieder nach Deutschland und Europa zurückzuholen, so dass wir die überhöhten Preise aus China nicht mehr zahlen müssen."

Zu Beginn der Corona-Pandemie waren Schutzmasken Mangelware. Die Regierung war nach Hilferufen aus Kliniken und Pflegeheimen in die zentrale Beschaffung eingestiegen. Für Organisation, Logistik, Einkauf und Verträge wurde die Unternehmensberatung Ernst & Young eingeschaltet. Die Bundesregierung zahlt dafür nach früheren Angaben fast zehn Millionen Euro.

Freitag, 25. September, 15.15 Uhr: Erneut positiver Corona-Test bei Schalker Fußball-Profi

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 ist einen Tag vor dem wichtigen Spiel gegen Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr/Sky) durch einen positiven Corona-Fall bei einem Lizenzspieler aufgeschreckt worden. Das gab der Verein am Freitag bekannt. Der betroffene Spieler, dessen Name der Verein nicht veröffentlichte, befindet sich in häuslicher Quarantäne. Über das weitere Vorgehen ist der Verein mit den Gesundheitsbehörden im Austausch. Laut Trainer David Wagner steht das Spiel aber nicht auf der Kippe.

Der Verein selbst habe aus "den Vorkommnissen im Trainingslager den ein oder anderen Schluss gezogen", sagte Wagner. Schon in Österreich war ein Schalker Profi positiv auf Corona getestet worden. Seitdem halte er "jedes Mal die Luft an, dass alle negativ bleiben". Der erneute positive Fall beeinträchtige die Vorbereitung auf das auch für Wagner nach dem 0:8 zum Auftakt beim FC Bayern wichtige Bremen-Spiel. "Natürlich sind Gedankengänge, die du über die Woche entwickelt hast, hinfällig", sagte der 48-Jährige.

Freitag, 25. September, 14.40 Uhr: Greta Thunberg demonstriert fürs Klima - mit Aufruf zum Abstandhalten

Greta Thunberg hat sich am globalen Klimaprotesttag an diesem Freitag an bewährter Stelle postiert: Die Anführerin der weltweiten Klimaschutzbewegung Fridays for Future versammelte sich am Freitagmorgen gemeinsam mit einem guten Dutzend weiterer Demonstranten vor dem Parlament in Stockholm, um dort wie viele weitere Menschen in aller Welt für einen stärkeren Kampf gegen die Klimakrise zu protestieren. "Heute ist unser globaler Klimaaktionstag, und wir streiken an über 3.100 Orten!", schrieb die 17-jährige Schwedin zu einem Foto von der Aktion.

Alles dazu lesen Sie hier.

Freitag, 25. September, 14.05 Uhr: Polizei beschlagnahmt Millionen von gefälschten Corona-Masken

Bei einer europäischen Polizeiaktion gegen Produktpiraten hat die italienische Polizei rund 27 Millionen gefälschte und nicht normgerechte medizinische Gesichtsschutzmasken beschlagnahmt. Insgesamt seien bei der Operation "Aphrodite" 28 Millionen gefälschte Produkte sichergestellt worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Freitag in Den Haag mit. Darunter befänden sich rund 800.000 nachgemachte Kleidungsstücke sowie Schuhe, Spielzeug und Ausrüstungen für den Fernsehempfang über das Internet.

Bei der von Europol koordinierten Operation, an der 21 Länder beteiligt waren, wurden in Griechenland zehn Verdächtige verhaftet. Gegen 37 weitere mutmaßliche Täter wurden der Mitteilung zufolge in Griechenland, Italien und Portugal Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet. 123 Konten in sozialen Medien sowie 36 Websites, die unter anderem für den Vertrieb der illegalen Erzeugnisse benutzt wurden, sind von den Strafverfolgern stillgelegt worden.

Freitag, 25. September, 13.25 Uhr: Corona: Merkel trifft sich am Sonntag mit CDU-Kabinettsmitgliedern

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich an diesem Sonntagnachmittag mit den CDU-Ministern ihres Kabinetts treffen, um die aktuelle politische Lage zu besprechen. Im Mittelpunkt dürften die hohen Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus stehen. Es werde aber auch um weitere in den nächsten Monaten anstehende Projekte und die allgemeine Lage der Regierung gehen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin. Eine Information der Öffentlichkeit über Ergebnisse war demnach nicht geplant.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz sagte auf Fragen zu dem Termin, die Kanzlerin stehe mit Ministerinnen und Ministern immer wieder in regelmäßigem Austausch. Das Treffen dürfte auch der Vorbereitung der Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag (14.00 Uhr) dienen. Zuletzt hatten Merkel und die Länderregierungschefs Ende August in einer Videoschalte nötige Maßnahmen in der Pandemie erörtert.

Aus Sorge um steigende Covid-19-Infektionszahlen lehnten Bund und Länder damals Lockerungen der Auflagen ab, sie verschärften diese zum Teil noch. So sollte nach den Beratungen in 15 der 16 Bundesländer künftig ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gelten - nur Sachsen-Anhalt schert aus und macht nicht mit. Sorgen bereiteten schon damals vor allem auch Feiern im privaten und Familienkreis, die als eine der Hauptursachen für die steigenden Infektionszahlen gelten. Hier konnten sich Bund und Länder nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen.

Freitag, 25. September, 13.15 Uhr: Madrid kündigt Teil-Abriegelung acht weiterer Wohngebiete an

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die spanische Hauptstadt Madrid die teilweise Abriegelung acht weiterer Wohngebiete mit besonders hohen Infektionszahlen angekündigt. Es gehe darum, die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen, sagte der regionale Vize-Gesundheitsminister Antonio Zapatero am Freitag bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Damit steigt die Zahl der von solchen Maßnahmen betroffenen Stadtgebiete Madrids auf 45. In den Gebieten, in denen mehr als eine Millionen Menschen leben, wurden in den vergangenen 14 Tagen mehr als 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. In Deutschland liegt diese Zahl derzeit auf sieben Tage gerechnet bei 13.

Spaniens Gesundheitsminister brachte unterdessen in einer zeitgleich abgehaltenen Pressekonferenz das Missfallen der linken Zentralregierung an den Maßnahmen zum Ausdruck. Die Regierung habe der Stadt geraten, alle Wohngebiete abzuriegeln, in denen die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 500 Neuinfektionen, also der Hälfte, liege, sagte Illa. Diesem Rat wollte die Stadt offensichtlich nicht folgen. Die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hat einen Lockdown für den gesamten Hauptstadtbereich, in dem mit dem Umland insgesamt 6,6 Millionen Menschen leben, wegen der befürchteten verheerenden Auswirkungen auf die Wirtschaft bisher abgelehnt.

Kritiker werfen Ayuso jedoch Versagen bei der Pandemiebekämpfung vor. Viele der Maßnahmen kämen zu spät und seien unzureichend. Es mangele bei der Nachverfolgung von Infektionsketten und an Testkapazitäten. Zudem stehe das Gesundheitssystem schon fast wieder vor dem Kollaps. Etwa ein Drittel aller Neuinfektionen in Spanien entfallen auf den Großraum Madrid.

Spanien ist das in Westeuropa im Hinblick auf die absoluten Infektionszahlen das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Bis Donnerstag wurden mehr als 700.000 Corona-Infektionen und mehr als 31.000 Todesopfer gezählt.

Freitag, 25. September, 12.35 Uhr: UEFA nach Supercup: Baldige Entscheidung über Fan-Frage

Nach dem umstrittenen Pilotprojekt beim Supercup-Sieg des FC Bayern München gegen den FC Sevilla will die UEFA vermutlich noch in der kommenden Woche eine Entscheidung über künftige Fan-Regularien treffen. Rund um die Auslosung zur Champions League am Donnerstag in Nyon könnte demnach entschieden werden, ob auch in der Fußball-Königsklasse und in den anstehenden Länderspielen im Oktober wieder Zuschauer Zutritt zu den Stadien bekommen, hieß es am Freitag aus Verbandskreisen. Eine Festlegung müsste das Exekutivkomitee in einer Video-Konferenz treffen.

Für eine detaillierte Bewertung der Abläufe bei der Partie am Donnerstagabend in der Puskas Arena von Budapest sei es noch zu früh. Informationen über gravierende Probleme beim Ablauf habe man aber nicht, hieß es von der UEFA. Trotz Kritik hatte die Europäische Fußball-Union die Partie im Corona-Hotspot vor rund 15.500 Zuschauern veranstaltet. Viele Münchner Anhänger hatten nach eindringlicher Warnung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wegen der Pandemielage auf die Reise nach Ungarn verzichtet.

Von der Entscheidung der UEFA ist auch abhängig, ob die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erstmals seit November 2019 wieder vor Zuschauern spielen kann. Nach einem Test gegen die Türkei am 7. Oktober in Köln stehen die Partien der Nations League am 10. Oktober in Kiew gegen die Ukraine und am 13. Oktober wiederum in Köln gegen die Schweiz an. Der DFB würde für die Heimspiele wohl einige Tausend Karten verkaufen wollen, sofern es die Genehmigung der UEFA und der letztlich entscheidenden lokalen Behörden in Köln gibt.


Freitag, 25. September, 12.05 Uhr: Steigende Infektionszahlen drücken Aktienkurse erneut nach unten

Zum Ende einer ohnehin schwachen Börsenwoche hat der deutsche Aktienmarkt auch am Freitag nochmals Federn gelassen. Der Dax verlor am Vormittag 0,8 Prozent auf 12 505 Punkte. Die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus sind zuletzt europaweit stark gestiegen. Auf Wochensicht zeichnet sich für den Dax ein Minus von fast fünf Prozent ab.

Die Pandemie könnte die Perspektiven für die Wirtschaft eintrüben. "Über alle Branchen hinweg werden weitere Stellenstreichungen in Aussicht gestellt", merkte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba an. Auch das Thema Insolvenzen solle man nicht aus den Augen verlieren. An der Börse überwögen gegenwärtig wieder die Risiken.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 0,56 Prozent auf 26 276 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,78 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni.

In das Bild passte, dass die Kurse von unmittelbar von der Pandemie betroffenen Unternehmen überdurchschnittlich stark fielen. So waren die Papiere des Triebwerkherstellers MTU mit 2,5 Prozent der größte Verlierer im Dax. Im Mdax waren Lufthansa mit minus 5 Prozent das Schlusslicht, sie sackten auf den tiefsten Stand seit 2003 ab. Aktien des Flughafenbetreibers Fraport büßten 3,5 Prozent ein.

Auch um Automobilwerte machten Anleger vor dem Wochenende einen Bogen. Um bis zu 2,4 Prozent gaben die Kurse von Volkswagen, BMW und dem Zulieferer Infineon nach.

Freitag, 25. September, 10.40 Uhr: Gesundheitsminister in Marseille - Rekordwert neuer Fälle

Angesichts der Proteste gegen die Schließung von Restaurants und Bars will der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Freitag ein Krankenhaus in Marseille besuchen. In der südfranzösischen Hafenmetropole treffen neue Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen Corona auf Unverständnis und große Wut.

In Frankreich wurde nach Behördenangaben vom Donnerstagabend mit 16.096 neuen Fällen ein Höchstwert erreicht. "Das Aufkommen von Covid-19 im gesamten Land ist beunruhigend", warnte Regierungschef Jean Castex. Der Mitte-Rechtspolitiker kündigte neue Hilfen für Betriebe an, die von Schließungen betroffen sind. Frankreich registrierte in der Covid-19-Pandemie bisher über 31.500 Todesfälle.

Der Präsident der Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur (Paca), Renaud Muselier, hatte angekündigt, er werde per Einspruch rechtlich gegen die Schließung der Lokale vorgehen. Er kritisierte die Maßnahmen als "kollektive Bestrafung". Marseille liegt in der Region Paca.

Ressortchef Véran hatte angekündigt, dass für Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden sei. Das hat besondere Beschränkungen zur Folge. Es bedeutet, dass neben Bars und Restaurants auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen schließen müssen, sofern sie kein "strenges Gesundheitsprotokoll" haben. Theater und Kinos sind davon nicht betroffen.

Freitag, 25. September, 10.15 Uhr: Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". In den Reisehinweisen der Regierung für Risikogebiete heiße es, man solle auf "unnötige Reisen" verzichten und das seien nun mal Urlaubsreisen. Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. "Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen", sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

Freitag, 25. September, 10 Uhr: Symphonieorchester Vorarlberg sagt Konzerte ab

Aufgrund der derzeit geltenden Corona-Beschränkungen in Vorarlberg hat das Symphonieorchester seine Konzerte abgesagt.

Es dürften nur jeweils 250 Besucher den insgesamt vier Konzerten des Symphonieorchesters Vorarlberg lauschen. Nach Angaben auf der Webseite des Symphonieorchesters Vorarlberg lohnt sich das für die Veranstalter nicht, weshalb alle vier Konzerte abgesagt wurden. "Ein wahrlich trauriger Moment", schreiben die Verantwortlichen.

Betroffen sind die Konzerte, die am Freitag und Samstag im Montforthaus in Feldkirch sowie die beiden, die am Sonntag im Festspielhaus in Bregenz hätten stattfinden sollen.

Freitag, 25. September, 9.30 Uhr: Vorarlberg als Corona-Risikogebiet: Landratsamt Lindau richtet eigene Serviceseite ein

Am Mittwochabend hat das RKI das Bundesland Vorarlberg als Covid-19-Risikogebiet eingestuft. Parallel hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen. So wird vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Vorarlberg gewarnt. Was bedeutet das hier in der Region für den „kleinen Grenzverkehr“, wenn unser Nachbarland Risikogebiet ist? Für die Einreise nach Vorarlberg gilt österreichisches Recht, bei der Einreise nach Bayern gilt die Bayerische Einreise-Quarantäneverordnung (EQV). „Ich bin in engem Austausch mit dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner und mit dem Bayerischen Innenministerium mit dem Ziel, gemeinsam eine gute Lösung für unser Grenzgebiet zu finden“, so Landrat Elmar Stegmann. „Mir ist wichtig, dass es vor allem für Familien und Berufspendler keine drastischen Einschränkungen mehr gibt.“ Das Landratsamt Lindau hat eine eigene Serviceseite dazu eingerichtet.

Freitag, 25. September, 8.45 Uhr: Müller will Berliner Partyszene strenger kontrollieren

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat strengere Kontrollen für Feiernde in Berlin ins Spiel gebracht. "Es gibt natürlich auch illegale Partys und dann muss man mit Polizeieinsatz da natürlich auch gegen vorgehen", sagte er in der ZDF-Talkshow "maybrit illner" am Donnerstagabend. "Wir machen das auch schon, aber das muss mit Sicherheit auch verschärft werden." In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen schössen die Infektionszahlen derzeit nach oben, sagte Müller. "Da haben wir nunmal die Situation, dass die sehr mobil sind, dass die in der Stadt viel unterwegs sind, dass die reisen, dass die eben auch feiern, auch vor den Gaststätten feiern. Darauf muss man eben reagieren und ich glaube auch mehr als wir es bisher getan haben."

Auch in Berlin waren die Fallzahlen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Müller forderte daher ein vorausschauendes Vorgehen mit Blick auf die kommenden Monate, in denen sich die Situation noch verschärfen könnte. "Alle sagen uns, ihr müsst damit rechnen, dass es im Oktober, November, Dezember noch ganz anders kommen kann", sagte er. Es gehe darum, "sehr zielgerichtet vielleicht auch schon einen Vorratsbeschluss im Senat zu treffen, um dann sehr schnell reagieren zu können."

Der für Neukölln zuständige Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) geht ebenfalls davon aus, dass sich insbesondere das Problem mit Partys im Herbst nicht erledigen werde. "Weil sich die Menschen von draußen, wo eine geringere Ansteckungsgefahr besteht, in die Innenräume verlagern, dort die Abstände nicht einhalten, singen, tanzen, Alkohol trinken", sagte er dem RBB. "Das wird steigende Zahlen zur Folge haben. Aber wir planen vorausschauend für die kommenden Monate, wir haben das im Blick."

Freitag, 25. September, 8.25 Uhr: Heil: Missbrauch von Kurzarbeitergeld ist eine "Sauerei"

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat den Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise verurteilt. "Jede Form von Leistungsmissbrauch ist natürlich eine Sauerei, um das mal klar zu sagen, weil es unsolidarisch ist gegenüber denen, die die Hilfe brauchen", sagte der SPD-Politiker dem Bayerischen Rundfunk am Freitag. Nach Angaben der Bundesregierung ist durch Leistungsmissbrauch von Kurzarbeitergeld in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden.

Gleichzeitig sagte Heil, man könnte nicht von einem massenhaften Missbrauch sprechen. Hinweisen der Bundesagentur für Arbeit zufolge gebe es bei rund 2.100 Unternehmen einen Verdacht auf Missbrauch. "Wenn man aber dagegen stellt, dass wir insgesamt 6,3 Millionen Menschen insgesamt in Kurzarbeit haben, ist das ein relativ kleiner Prozentsatz", sagte Heil. Er liege ungefähr bei 0,3 Prozent. "Jeder ist zu viel, und deshalb geht die Bundesagentur der Sache auch nach mit Plausibilitätsprüfungen, mit Kontrollen, um dann auch zu Unrecht ausgezahltes Geld zurückzuverlangen. Das werden wir mit Macht auch durchsetzen."

Zudem verteidigte der Arbeitsminister die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Die Krise sei zu tief, um jeden Arbeitsplatz in Deutschland zu retten. "Aber wir können um jeden Arbeitsplatz kämpfen, und das tun wir mit der Kurzarbeit." Er habe wenig Verständnis für Theoretiker, die sich länger nicht mehr mit der betrieblichen Wirklichkeit auseinandergesetzt haben - "und schon gar kein Verständnis für Politiker, die den Menschen in Kurzarbeit unterstellen, dass sie sozusagen der Arbeit entwöhnt und faul werden." Die meisten Menschen wollten arbeiten, die Unternehmen wollten Geschäfte machen.

Heil rechnet damit, dass die Konjunktur im kommenden Jahr wieder anzieht. "Die Branchen werden sehr unterschiedlich betroffen sein - einige werden schnell zu Geschäften zurückkehren, andere sind schwer strukturell getroffen." Deshalb sei es wichtig, diesen Strukturwandel als Staat zu unterstützen. Der Bundesarbeitsminister wollte an diesem Freitag die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg besuchen.

Freitag, 25. September, 7.35 Uhr: Bericht: Absichtliche Corona-Infektionen für Impfstoff-Tests geplant

In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die Financial Times unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von "Human Challenge"-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London.

"Human Challenge Trials" - so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe.

"Human Challenge Trials" sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über die US-amerikanische Organisation 1DaySooner, die sich für solche sogenannten Challenge-Studien am Menschen stark macht, sollen sich bereits rund 2.000 Freiwillige für das Projekt gefunden haben. Bislang waren Pläne für solche Tests vor allem theoretischer Natur.

Etliche potenzielle Impfstoffe gegen das Coronavirus werden weltweit bereits getestet. Einige aussichtsreiche Vakzine befinden sich bereits in der wichtigen Testphase III, in der überprüft wird, ob das Mittel nicht nur verträglich, sondern auch tatsächlich wirksam ist.

Freitag, 25. September, 6.30 Uhr: Laschet: Nicht nur auf Infektionszahlen schauen - Debatte um Auflagen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gibt es eine Debatte um erneute Beschränkungen. Diskutiert wird zum Beispiel über eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Der nordrhein- westfälische Ministerpräsident Armin Laschet schlug unterdessen vor dem neuen Gespräch am Dienstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten eine andere Art der Risikobewertung vor.

"Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Freitag). Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse.

"Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet", sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein "Ampel"-System ausspricht. Als Beispiel nennt der Rat Österreich.

Donnerstag, 24. September, 22.15 Uhr: Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

"Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Donnerstag, 24. September, 21.25 Uhr: Das müssen Allgäuer zur Corona-Lage in Vorarlberg wissen

Wird verstärkt kontrolliert? Können Pendler noch normal zur Arbeit? Nachdem Vorarlberg zum Risikogebiet erklärt worden ist, müssen Allgäuer auf einiges achten.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten hier zusammengefasst.

Donnerstag, 24. September, 20.15 Uhr: Unterschiedliche Corona-Werte sorgen für Ärger in Bayern

Die teils großen Unterschiede zwischen den Corona-Werten des Robert-Koch-Institutes (RKI) und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sorgen in Bayern für Ärger und Verunsicherung. "Wir verfolgen die veröffentlichten Werte schon eine ganze Zeit und niemand versteht die Unterschiede", sagte am Donnerstag etwa Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Unternehmerinitiative CityPartnerMünchen. Da die Auswirkungen auf Handel und Gastronomie erheblich seien, wachse die Verärgerung. Auch bei Eltern von Schulkindern sorgen die Zahlen für Unsicherheit, da bei hohen Werten Schulschließungen drohen können.

Hintergrund für den Ärger ist der von RKI und LGL täglich veröffentlichte Inzidenz-Wert, der besagt, wie viele Neuansteckungen es pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis gegeben hat. So hatte in den vergangenen Tagen etwa für München das RKI meist Werte unterhalb des Grenzwertes von 50 angegeben, wogegen die LGL-Werte deutlich darüber lagen. Beispiel 19. September: Während das RKI einen Inzidenzwert von 45,7 meldete, lag er beim LGL bei 54,16. Am 23. September meldete das RKI einen Wert von 44,7, das LGL dagegen einen Wert von 51,04. Dass es auch ohne Unterschiede geht, zeigte sich am Donnerstag (24. September), als RKI und LGL der Landeshauptstadt eine Inzidenz von 45,1 attestierten - also wieder unter der kritischen Marke von 50.

Donnerstag, 24. September, 18.05 Uhr: Knapp 80 Schüler in Mindelheim unter Quarantäne

Fast eine komplette Jahrgangsstufe des Maristenkollegs in Mindelheim ist seit Kurzem laut Gesundheitsamt in Quarantäne, nachdem bekannt wurde, dass sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert hat. Am Freitag sollen knapp 80 Schüler getestet werden.

65 Unterallgäuer sind aktuell nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt wurden seit Mitte März 448 Unterallgäuer positiv getestet. 18 von ihnen sind leider verstorben, 365 gelten als genesen. Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Unterallgäu liegt laut LGL aktuell bei 20,83.

Donnerstag, 24. September, 16.50 Uhr: Dritter Todesfall in Senioreneinrichtung in Ottobeuren

Einen dritten Todesfall hat es unter den Bewohnern der Ottobeurer Senioreneinrichtung Lebenszentrum gegeben: Dies teilte das Landratsamt mit. Demnach litt die 73-Jährige, die positiv getestet worden war, unter Vorerkrankungen und wurde im Klinikum behandelt. Derzeit werden dort drei weitere Bewohner versorgt. Indes konnten für zwei Bewohnergruppen – insgesamt 30 Personen – sowie für mehrere Mitarbeiter die Quarantänemaßnahmen aufgehoben werden.

Donnerstag, 24. September, 16.15 Uhr: Merkel: Pandemiebedingte Einschränkungen müssen gut begründet sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ein transparentes Vorgehen der Regierungen in der Corona-Krise geworben. "Unser politisches Handeln basiert auf Forschung und auf Fakten, die verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden müssen, um Desinformation, Verschwörungstheorien und fatale Rückschlüsse daraus entgegen zu wirken", sagte Merkel (CDU) am Donnerstag in einer Video-Ansprache bei einem virtuellen Gipfel der "Open Government Partnership" für transparente Regierungsführung, einer Nebenveranstaltung der momentan stattfindenden UN-Generaldebatte in New York.

Bei jeder staatlichen Maßnahme zum Schutz vor der Pandemie müsse abgewogen werden, ob sie zielführend und verhältnismäßig sei und ob es bessere Maßnahmen gebe. "Und zeitweilige pandemiebedingte Einschränkungen unseres Lebens müssen sehr gut begründet sein", sagte Merkel weiter. Die Bundeskanzlerin betonte dabei auch die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit. Globale Aufgaben ließen sich nur global lösen. Es gelte, multilaterale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO zu stärken.

Donnerstag, 24. September, 15.20 Uhr: Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter Warnwert

In München ist die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infizierten Menschen unter den kritischen Grenzwert von 50 je 100.000 Einwohner gesunken. Der Wert lag nun bei 45,1, wie am Donnerstag aus der Tabelle des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. Seit Donnerstag gelten in der Landeshauptstadt verschärfte Einschränkungen und Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grund für die Entscheidung war, dass der Warnwert überschritten wurde. Die neue Regeln gelten dennoch vorerst bis 1. Oktober, sagte ein Stadtsprecher.

Donnerstag, 24. September, 13.15 Uhr: Corona trifft bayerische Wirtschaft überdurchschnittlich

Die Corona-Krise hat die bayerische Wirtschaft härter getroffen als viele andere Bundesländer: Die Wirtschaftsleistung im Freistaat schrumpfte im ersten Halbjahr um 7 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Im Durchschnitt aller Bundesländer sank das Bruttoinlandsprodukt um 6,6 Prozent, der Rückgang fiel vor allem im Osten etwas glimpflicher aus.

Im Vergleich der westdeutschen Flächenländer brach die Wirtschaft nur in Baden-Württemberg und Niedersachsen noch stärker ein. In beiden Ländern spielt wie in Bayern die exportabhängige Autoindustrie eine große Rolle.

Donnerstag, 24. September, 12.55 Uhr: Drosten erläutert seine Bemerkungen zum Corona-Pandemie-Verlauf

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat seine am Mittwoch bekanntgewordenen Äußerungen zum Verlauf der Corona-Pandemie erläutert. Er habe bei dem bereits vor Wochen geführten Interview einen sehr weiten Zeitrahmen gespannt, sagte Drosten in einem ZDF-Beitrag. Aus einer Perspektive im Sommer habe er gemeint: Das wird noch mal kommen. "Hier geht es jetzt nicht darum zu warnen vor der nächsten Woche oder so etwas, sondern es geht um eine weltweite Perspektive, und weltweit geht es tatsächlich jetzt richtig los."

Die Anmerkung bezieht sich auf ein im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin am Mittwoch veröffentlichtes Interview. "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns", erklärt Drosten darin.

Nach Angaben des World Health Summit vom Donnerstag wurde das Interview am 13. August geführt. Der Erscheinungstermin sei mit allen Beteiligten abgestimmt gewesen - auch Drosten war der Termin demnach bekannt.

Der World Health Summit ist eine strategische Konferenz für Global Health und bringt Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter aus Industrie und Zivilgesellschaft zusammen. Das Forum wurde 2009 zum 300-jährigen Jubiläum der Charité gegründet und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Donnerstag, 24. September, 12.40 Uhr: Verschärfung der Corona-Auflagen für Privatfeiern in NRW geplant

Als Konsequenz aus Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm sollen die Vorschriften in Nordrhein-Westfalen nun landesweit verschärft werden. "Wir werden in die Corona-Schutzverordnung hineinschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag dem Radioprogramm WDR 2.

Außerdem sei dabei ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. "Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren", sagte Laumann. Die Feier in Hamm sei größer gewesen als erlaubt. Außerdem sei die Teilnehmerliste nicht in Ordnung gewesen, was die Nachverfolgung erschwere. Die Feier hätte so gar nicht stattfinden dürfen.

In der Stadt Hamm waren in der Folge die Corona-Neuinfektionszahlen auf den bundesweit höchsten Wert geklettert. Die Stadt hatte am Mittwoch 94,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet. Das Robert Koch-Institut, das die Zahlen mit zeitlichem Verzug veröffentlicht, wies am Donnerstagmorgen einen Wert von 88,2 aus. Seit Mittwoch dürfen sich zum Schutz gegen die Pandemie im öffentlichen Raum in Hamm nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten.

Donnerstag, 24. September, 12.15 Uhr: Mann verstößt gegen Hygiene-Auflagen in Oberstdorfer Restaurant

Ein Mann hat sich in einem Oberstdorfer Restaurant geweigert, die Hygiene-Auflagen einzuhalten. Dem 52-Jährigen wurde laut Polizei bei einem Restaurantbesuch in einem Lokal in der Ludwigstraße ein Tisch zugewiesen. Dies missachtete er und setzte sich an einen anderen Tisch. Den Aufforderung des Gastwirtes, den zugewiesenen Tisch zu benutzen kam er nicht nach, sondern beharrte auf „freier Tischwahl“. Daraufhin forderte der Gastwirt ihn auf, sein Lokal zu verlassen. Der Mann war jedoch der Meinung, dass er dort sitzen bleiben dürfe. Die herbeigerufenen Polizeibeamten konnten den Mann nur unter Androhung von unmittelbarem Zwang zum Verlassen des Lokals bewegen. Er zweifelte weiterhin die Maßnahmen der Polizei und die Rechtmäßigkeit der Infektionsschutzmaßnahmen an.

Ihn erwarten nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Verstößen nach der Infektionsschutzverordnung.

Donnerstag, 24. September, 11.30 Uhr: Österreich will "Ski-Vergnügen ohne Après-Ski" in der Corona-Krise

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung am Donnerstag an. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur 3 Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen

Donnerstag, 24. September, 10.40 Uhr: Keine Grenzschließungen in Österreich

Trotz steigender Infektionszahlen in Vorarlberg wird es zunächst keine Grenzschließungen geben. Das berichtete Landeshauptmann Markus Wallner in einer Pressekonferenz. Mehr dazu hier.

Donnerstag, 24. September, 10.05 Uhr: Corona-App für England und Wales mit großer Verspätung gestartet

Eine Corona-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten ist in England und Wales mit großer Verspätung gestartet. Die App des nationalen Gesundheitsdienstes NHS steht seit Donnerstag in den gängigen App Stores zum Herunterladen bereit. "Der heutige Launch ist ein wichtiger Schritt in unserem Kampf gegen diesen unsichtbaren Killer", sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. "Ich empfehle jedem, der kann, die App herunterzuladen, um sich selbst und seine Lieben zu schützen."

Auf der Isle of Wight und in einem Londoner Bezirk war ein vorherige Version der App bereits im Sommer getestet worden - was dann aber wegen technischer Probleme wieder gestoppt wurde. In etlichen europäischen Ländern sind ähnliche Apps bereits seit Monaten im Einsatz. Auch Schottland und Nordirland haben bereits eigene Systeme.

Wie auch die deutsche Corona-Warn-App tauscht die englische App Bluetooth-Signale mit anderen Handys aus, um Kontakte anonymisiert nachzuverfolgen. Neben Warnungen nach engen Kontakten zu Corona-Infizierten, wie man sie auch von der deutschen App kennt, gibt das englische Programm auch Auskunft darüber, wie hoch das Corona-Risiko im eigenen Postleitzahl-Gebiet ist.

Außerdem soll die App zum Einsatz kommen, wenn sich Menschen in Restaurants, Kinos oder anderen öffentlichen Räumen aufhalten. Die Betreiber sollen dafür einen QR-Code beantragen und aufhängen, den Besucher mit der App scannen können. Entwickelt sich die Lokalität zum Ausbruchs-Hotspot, sollen Nutzer über die App gewarnt werden.

Donnerstag, 24. September, 9 Uhr: Wohnimmobilien in Deutschland verteuern sich weiter

Häuser und Wohnungen in Deutschland haben sich in der Corona-Krise noch deutlicher verteuert als zunächst angenommen - sowohl in Städten als auch auf dem Land. Durchschnittlich lagen die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2020 um 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhten sich die Preise für Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser demnach um 2 Prozent.

Die Preissteigerungen fallen höher aus als in einer ersten Schätzung vor vier Wochen veranschlagt. Damals waren die Wiesbadener Statistiker von 5,6 Prozent Plus zum Vorjahresquartal und 1,4 Prozent Steigerung zum Vorquartal ausgegangen.

Nach der neuesten Berechnung der Statistiker waren im Zeitraum April bis einschließlich Juni in den sieben größten Städten der Republik (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 Prozent und Eigentumswohnungen 6,1 Prozent teurer als im Vorjahresquartal. In den anderen Großstädten ab 100.000 Einwohner stiegen die Häuserpreise noch deutlicher um 7,3 Prozent, die Preise für Eigentumswohnungen kletterten gar um 8,2 Prozent zum Vorquartal.

Auch auf dem Land verteuerte sich Wohneigentum: Häuser um mindestens 4,8 Prozent, Wohnungen um mindestens 5,9 Prozent. Die Nachfrage nach Wohnraum ist vor allem in Ballungsräumen groß. Weil dort die Preise in der Regel höher sind als auf dem Land, weichen Kaufinteressenten auch auf ländliche Regionen aus. Niedrige Bauzinsen heizen den Immobilienmarkt zusätzlich an.

Donnerstag, 24. September, 8.45 Uhr: Hilfsorganisation: Corona wirft Kampf gegen Armut und Hunger zurück

Die Corona-Pandemie droht mühsam erzielte Fortschritte im weltweiten Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheiten zunichte zu machen. Zum fünften Jahrestag der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation wies die Entwicklungsorganisation One am Mittwoch darauf hin, dass durch das Virus schon 37 Millionen Menschen in extreme Armut geraten seien. "Wir schlagen Alarm!", sagte One-Direktor Stephan Exo-Kreischer in Berlin.

Mit den Nachhaltigkeitszielen habe die Weltgemeinschaft vor fünf Jahren einen ehrgeizigen Fahrplan aufgestellt. Bis 2030 sollten extreme Armut und Hunger beseitigt und allen Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten ermöglicht werden. Doch heute drohe die Corona-Krise, die Bemühungen "um Jahre zurückzuwerfen."

Die globale Impfrate sei auf das Niveau der 90er Jahre zurückgefallen. "In 25 Wochen ist es Corona gelungen, 25 Jahre Entwicklung zunichtezumachen", sagte Exo-Kreischer. Die Weltgemeinschaft müsse ihre Kräfte bündeln, um der Pandemie "gemeinsam die Stirn zu bieten" - bei der schnellen Erforschung und Produktion eines Impfstoffs, von Diagnostika und Medikamenten.

"Noch nie waren die Vereinten Nationen so wichtig wie heute", sagte Exo-Kreischer. Sie seien "unsere beste Chance" gegen das Virus. Unter ihrem Dach müsse die Welt zusammenstehen und gemeinsam internationale Bemühungen im Kampf gegen Covid-19 vorantreiben. "Die UNO muss ein Bollwerk gegen die Pandemie sein."

Der vielversprechendste Ansatz, die Anstrengungen zu bündeln, sei die Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Akteure mit dem "ACT-Accelerator" (Access to Covid-19 Tools Accelerator). Reiche Länder und der Privatsektor müssten jetzt ausreichend Gelder dafür bereitstellen. Ein wichtiger Teil sei die Covax-Initiative, in der die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffes gebündelt werden wollen, um allen Ländern einen gerechten Zugang zu ermöglichen.

Donnerstag, 24. September, 8 Uhr: Mehr als 24 neue Corona-Fälle in einer Woche: Landkreis Lindau am Anschlag

Die Corona-Zahlen im Landkreis Lindau und im Westallgäu steigen. Auch öffentliche Einrichtungen sind betroffen - so wie das Rathaus Lindenberg. Eine Auflistung der Zahlen und was Landrat Stegmann dazu sagt, finden Sie hier.

Donnerstag, 24. September, 6.50 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier "vorsorglich" in häuslicher Quarantäne

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich am Mittwoch freiwillig in Quarantäne begeben. Das teilte Altmaier über Twitter mit. Er habe am Nachmittag erfahren, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet worden sei. "Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", twitterte der Minister. "Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut."

Kurz zuvor hatte sich Außenminister Heiko Maas (SPD) wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien.

Donnerstag, 24. September, 6.30 Uhr: Regierung: Missbrauch von Kurzarbeitergeld kostet Millionen

Kurzarbeiter mit Hilfe des Staates hilft vielen Betrieben und Arbeitnehmern durch die Corona-Krise. Doch nicht in allen Fällen geht es dabei mit rechten Dingen zu. Durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise ist nach Angaben der Bundesregierung in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden.

Von März bis einschließlich August dieses Jahres seien bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2.100 Fälle erfasst worden, die auf möglichen Leistungsmissbrauch beim Kurzarbeitergeld hindeuteten, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der FDP im Bundestag.

"Ein konkreter Verdacht auf Leistungsmissbrauch liegt aktuell in 21 Fällen vor", so das Sozialministerium. Sie seien den Strafverfolgungsbehörden übergeben worden. Bislang sei ein finanzieller Schaden von etwa 6,3 Millionen Euro bekannt geworden. Die BA verfüge seit März über eine systematische Erfassung von Missbrauchsfällen. Mit der Bearbeitung und Überprüfung von Fällen beim Kurzarbeitergeld seien bundesweit mehr als 6.000 Personen beschäftigt.

Donnerstag, 5.40 Uhr: Bundesregierung erklärt Regionen in elf EU-Ländern zu Risikogebieten

Die Bundesregierung hat Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt wegen rasant steigender Infektionszahlen nun vor Reisen dorthin.

Darunter sind direkt an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin. Mehr darüber lesen Sie hier.

Donnerstag, 24. September, 5.30 Uhr: Lauterbach: Lockdown wie vor ein paar Monaten ist unwahrscheinlich

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. "Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null", sagte er dem Nachrichtenportal watson.de (Donnerstag). Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. "Da bin ich absolut sicher."

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. "Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern."

Mittwoch, 23. September, 21.40 Uhr: Anteil positiver Corona-Tests in Deutschland gestiegen

Zuletzt fiel ein größerer Anteil der in Deutschland durchgeführten Corona-Tests positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 38 rund 1,086 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,121 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 12.900 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 9.700 noch deutlich weniger.

Innerhalb eines Tages hatten die Gesundheitsämter in Deutschland 1.769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr). Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Mittwoch, 23. September, 21.10 Uhr: Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt - auch Vorarlberg gehört dazu

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. So ist jetzt auch Vorarlberg auf der Liste. Hintergründe dazu bekommen Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 20.30 Uhr: 100 Tage Corona-Warn-App - die wichtigsten Fragen und Antworten

Bisher ist sie kein Erfolg - doch könnte ihre große Stunde noch schlagen? Dann, wenn im Herbst und Winter die Pandemie wieder Fahrt aufnimmt, mehr Menschen in geschlossenen Räumen beisammen sind - und mehr Smartphone-Nutzer sie installieren? Seit 100 Tagen gibt es die Corona-Warn-App in Deutschland. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum aktuellen Stand.

Mittwoch, 23. September, 19 Uhr: Putin stellt bereits zweiten Corona-Impfstoff aus Russland in Aussicht

Im August gab Wladimir Putin den im Westen umstrittenen ersten Corona-Impfstoff "Sputnik V" frei. Nun stellt er bereits einen weiteren russischen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht. Das zweite Mittel werde bald in Russland registriert, sagte Putin am Mittwoch in Moskau. Warum es wiederum Kritik an offenen Fragen und fehlenden Tests geben wird, erfahren Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 18.45 Uhr: München verschärft Corona-Regeln

In München gelten ab Donnerstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfte Kontaktbeschränkungen sowie eine generelle Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung, die die Stadt am Mittwoch bekanntgegeben hat. Die neuen Regelungen sollen zunächst bis zum 1. Oktober gelten. Sollten die Werte danach immer noch hoch sein, ist auch eine Verlängerung möglich.

In den kommenden Tagen dürfen sich in München nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal. Ausnahmen gelten etwa für Familien oder Lebenspartner. Nicht öffentliche Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten können mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt. Von 9.00 Uhr bis 23.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt zudem eine Maskenpflicht. Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte am Mittwoch für einen Zeitraum von sieben Tagen 51,04 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Damit überschritt die Stadt am Mittwoch (Stand: 8.00 Uhr) zum wiederholten Male die kritische Marke von 50.

Mittwoch, 23. September, 18.30 Uhr: Ab Oktober bundesweit stärkere Kontrollen der Maskenpflicht in Bus und Bahn

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt.

Seit Wochen wird jedoch darüber diskutiert, wer die Pflicht durchsetzen soll. Wer laut Verordnung zuständig ist und was Maskenmuffeln droht, erfahren Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 18.10 Uhr: 49 Schüler in Marktoberdorf unter Corona-Quarantäne

In Marktoberdorf stehen Klassen der Mittelschule und der Don-Bosco-Schule unter Quarantäne. Insgesamt durften in der Kreisstadt am Mittwoch 49 Schüler nicht in die Schule gehen. Der Grund für die Quarantäne-Maßnahmen: An beiden Schulen wurde jeweils ein Kind positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Alle Hintergründe dazu und was nun passiert, lesen Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 15.15 Uhr: Neue Corona-Maßnahmen in Frankreich erwartet

Frankreichs Regierung will neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ankündigen. "Die Situation verschlechtert sich in einigen Gebieten schneller als in anderen und sie verschlechtert sich in einigen Regionen drastisch", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Mancherorts wachse der Druck auf die Krankenhäuser. Weitere Maßnahmen würden daher ergriffen und sollten am Mittwochabend von Gesundheitsminister Olivier Véran bekannt gegeben werden, sagte Attal, ohne weitere Details zu nennen.

Medienberichten zufolge wird erwartet, dass Véran in seiner wöchentlichen Pressekonferenz Einschränkungen für die Hauptstadt Paris ankündigen wird. Zuvor hatten bereits mehrere Städte wie Marseille oder Nizza nach Aufforderung der Regierung die Regeln verschärft. Dazu zählen etwa Einschränkungen beim Alkoholverkauf und eine Begrenzung der Personenzahl bei Treffen in der Öffentlichkeit.

In Paris ist die Corona-Lage angespannt. Innerhalb einer Woche haben sich den zuletzt verfügbaren Daten zufolge rund 180 von 100 000 Menschen in der Hauptstadt mit dem Coronavirus infiziert. In anderen Regionen des Landes ist dieser Wert aber durchaus noch höher. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 31 000 Menschen sind bisher gestorben. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt regelmäßig bei mehr als 10 000.

Mittwoch, 23. September, 15 Uhr: Wegen Corona: Frist für Baukindergeld verlängert

Die Bundesregierung hat die Frist für das Baukindergeld um drei Monate verlängert. Sie gilt jetzt nicht mehr bis Ende dieses Jahres, sondern bis Ende März. Das bedeutet, dass die Leistung beantragen kann, wer bis zum 31. März 2021 eine Baugenehmigung erhält oder eine Immobilie kauft. Hintergrund ist die Corona-Pandemie, durch die sich die Erteilung von Baugenehmigungen und die Unterzeichnung von Kaufverträgen teilweise verzögert hat. Der Antrag auf Förderung kann noch bis Ende 2023 abgegeben werden. Diese Frist bleibt unverändert.

Wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch weiter mitteilte, hatten bis Ende August 2020 rund 260.500 Familien die Förderung für die eigenen vier Wände beantragt. Dadurch sind für das vor zwei Jahren eingeführte Baukindergeld den Angaben zufolge Mittel in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro gebunden.

Seit dem 18. September 2018 winkt Familien für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie der staatliche Zuschuss. Pro Kind gibt es 12.000 Euro, ausgezahlt in zehn Jahresraten zu je 1200 Euro. Insgesamt stehen 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

An der Leistung war immer wieder Kritik laut geworden, etwa dass sie die Immobilienpreise weiter anfeuere oder dass Familien profitierten, die das Geld eigentlich nicht nötig hätten. Nach Daten der KfW Bankengruppe haben etwa 60 Prozent der Bezieher ein durchschnittliches zu versteuerndes Haushaltseinkommen von höchstens 40.000 Euro pro Jahr. Die Obergrenze beträgt 90.000 Euro bei einem Kind und für jedes weitere Kind 15.000 Euro höher.

Mittwoch, 23. September, 14.30 Uhr: Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit.

Mittwoch, 23. September, 11.50 Uhr: Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5.000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine "große Erfolgsgeschichte". Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

Mittwoch, 23. September, 11.30 Uhr: Einwohnerzahl Bayerns gesunken - Weniger Zuwanderung wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einwohnerzahl Bayerns im ersten Halbjahr 2020 leicht gesunken. Stand 30. Juni lebten nach Angaben des Landesamts für Statistik gut 13,12 Millionen Menschen im Freistaat, rund 1200 weniger als zu Jahresbeginn, wie das bayerische Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Grund dafür sei vor allem die wegen der Corona-Reisebeschränkungen gesunkene Zuwanderung, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Waren im ersten Halbjahr 2019 noch fast 30 500 Menschen mehr in den Freistaat gekommen als von dort wegzogen, lag dieses Wanderungsplus ein Jahr später nur bei 9900. Gleichzeitig starben in Bayern 8700 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. Dazu kamen statistische Korrektur-Abzüge von Kommunen (etwa 2300 Einwohner). Der Freistaat sei aber weiter "auf einem guten Weg", sagte Herrmann. Bayern werde "ein Zukunftsland bleiben und an Attraktivität nicht verlieren".

Mittwoch, 23. September, 10.25 Uhr: Schulen und Kitas im Raum Bad Königshofen die ganze Woche dicht

Wegen etlicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen bleiben alle Kitas und Schulen der Stadt die ganze Woche geschlossen. Betroffen seien zudem Einrichtungen von Nachbarorten, so dass nun insgesamt neun Schulen und acht Kindergärten sowie eine heilpädagogische Tagesstätte zu bleiben müssen, wie ein Sprecher des Landratsamts Rhön-Grabfeld am Mittwoch sagte. Darüber hinaus seien Besuche in den Alten- und Pflegeheimen der 6.000-Einwohner-Stadt bis auf Weiteres untersagt.

Vermutlich bei einer Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen hatten sich viele Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Wie viele genau, werde derzeit noch ermittelt - etwa 30 Menschen seien bisher positiv getestet worden. "Wir haben die Situation unseres Ermessens nach unter Kontrolle", sagte der Sprecher.

Mittwoch, 23. September, 10.10 Uhr: Leopoldina empfiehlt einheitliche Corona-Regeln für den Herbst

Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt. "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Akademie.

Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter.

"Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, die je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen", empfehlen die Leopoldina-Experten.

Mittwoch, 23. September, 10.05 Uhr: Corona-Disziplin mit Militär? - Johnson muss sich rechtfertigen

Die Opposition im britischen Parlament hat Premier Boris Johnson aufgefordert, seinen Vorschlag für einen Einsatz des Militärs im Kampf gegen die Corona-Pandemie genauer zu erklären. Ein Abgeordneter der Labour-Partei fragte in einem Schreiben am Mittwoch, was genau die Soldaten in einem solchen Fall tun und wie die Kosten dafür gestemmt werden sollten. Außenminister Dominic Raab warf der Opposition daraufhin "Panikmache" vor.

In einer Fernsehansprache an die Nation hatte Johnson die Nation am Dienstag darauf eingeschworen, sich an die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie zu halten. "Wir werden mehr Polizei auf der Straße einsetzen und sie mit dem Militär unterstützen, wenn nötig", sagte er und kündigte hohe Bußgelder bei Verstößen an.

Ein Regierungssprecher stellte klar, dass Soldaten gegebenenfalls Büroaufgaben übernehmen oder Plätze bewachen sollten, für die sonst die Polizei zuständig ist. Das Militär solle keine neuen Befugnisse bekommen oder Bußgelder verhängen. Es gehe vielmehr darum, weitere Kapazitäten für Kontrollen bei der Polizei zu schaffen.

Mittwoch, 23. September, 8.50 Uhr: Budapest-Oberbürgermeister: Supercup-Finale zwischen FC Bayern und Sevilla als Geisterspiel

Angesichts der Corona-Lage hat sich Budapests Oberbürgermeister gegen die Austragung des Supercup-Finales FC Bayern gegen Sevilla vor Publikum ausgesprochen. Welche Sportsender außerdem auf eine Reise nach Budapest verzichten, erfahren Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 8.40 Uhr: Corona-Pandemie beeinflusst Verkehrsunfallzahlen in Deutschland

Bei Straßenverkehrsunfällen sind im Juli dieses Jahres 282 Menschen in Deutschland ums Leben gekommen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, waren das zwölf mehr als im Juli 2019. Die Zahl der Verletzten sank hingegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,7 Prozent auf 34.300.

Insgesamt erfasste die Polizei von Januar bis Juli 1,3 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Das waren 17,6 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist auch auf das geringere Verkehrsaufkommen während der Corona-Pandemie zurückzuführen. Unter den Unfällen waren 146.900 mit Personenschaden, bei denen 1.561 Menschen getötet wurden. Das waren 185 Unfalltote - oder 10,6 Prozent - weniger als in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019. Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank um 17,1 Prozent auf 181.800.

Mittwoch, 23. September, 8.15 Uhr: Trump: Haben "Millionen Leben" in Corona-Pandemie gerettet

Nach dem Überschreiten der Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. "Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet", sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die 200.000 Toten seien "schrecklich". Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber "zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen" Tote zu beklagen.

"Wir haben Millionen Leben gerettet", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. "Sie haben die Seuche herausgelassen", fügte der Präsident mit Blick auf China hinzu. "Es ist das China-Virus, nicht das Coronavirus. Corona klingt nach einem Ort in Italien, einem schönen Ort. Es ist Corona. Nein, es ist das China-Virus, sie wollen es nicht sagen, wisst Ihr, die radikalen Linken, sie wollen es nicht sagen."

Mittwoch, 23. September, 7.50 Uhr: Nach Corona-Ausbrüchen: Großaktion gegen illegale Leiharbeit in Fleischindustrie

Die Bundespolizei führt seit Mittwochmorgen Durchsuchungen im Zusammenhang mit der illegalen Einschleusung von Arbeitskräften für die Fleischindustrie durch. Rund 800 Beamte seien schwerpunktmäßig in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Einsatz, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Mitteldeutschland am Mittwoch. Weitere Durchsuchungen gebe es in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Nach gehäuften Corona-Infektionen in Fleischbetrieben waren die Arbeitsbedingungen in der Branche und die Unterbringung ausländischer Beschäftigter erneut in den Fokus gerückt. Mehr Details zu den Durchsuchungen erfahren Sie hier.

Mittwoch, 23. September, 6.15 Uhr: GEW-Chefin für Maskenpflicht im Unterricht

Im Kampf gegen eine Verbreitung des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, "aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern".

Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang September festgestellt, dass die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet werden könne.

Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. "Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben", sagte die GEW-Chefin der Zeitung.

Mittwoch, 23. September, 5.50 Uhr: Trump attackiert China in Corona-Krise

Nach dem Überschreiten der Marke von 200 000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. "Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet", sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die 200 000 Toten seien "schrecklich". Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber "zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen" Tote zu beklagen.

"Wir haben Millionen Leben gerettet", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. "Sie haben die Seuche herausgelassen", fügte der Präsident mit Blick auf China hinzu. "Es ist das China-Virus, nicht das Coronavirus. Corona klingt nach einem Ort in Italien, einem schönen Ort. Es ist Corona. Nein, es ist das China-Virus, sie wollen es nicht sagen, wisst Ihr, die radikalen Linken, sie wollen es nicht sagen."

Mittwoch, 23. September, 5.30 Uhr: Boris Johnson erwägt Militär-Einsatz zur Corona-Kontrolle

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und bei Verstößen Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

"Wir müssen das Virus jetzt unterdrücken", schwor Johnson die Briten angesichts rapide steigender Infektionszahlen am Dienstagabend in einer Fernsehansprache zur besten Sendezeit ein. Dafür sei gesunder Menschenverstand die wirksamste Waffe.

Für England verschärfte der Premier die Schutzvorkehrungen: Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Zudem wird die Maskenpflicht weiter ausgeweitet: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von Zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine große "Back to Office"-Kampagne ("Zurück ins Büro") propagiert hatte.

Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich in Großbritannien ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Am Dienstag lag die Zahl der Neuerkrankten mit fast 5000 Fällen so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50 000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Dienstag, 22. September, 21.43 Uhr: EU-Gipfel kurzfristig verschoben - Ratschef in Quarantäne

Die Diplomatie lief schon auf Hochtouren vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs, das am Donnerstag beginnen sollte. Doch es kann diese Woche nicht stattfinden: Ratschef Michel war in Kontakt mit einem Covid-Infizierten. Was nun geplant ist, erfahren Sie hier.

Dienstag, 22. September, 21.30 Uhr: Eurostat: Zahl der Asylbewerber fällt in Corona-Krise drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46.500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Dieser starke Rückgang sei auf die Notfallmaßnahmen zurückzuführen, die die EU-Staaten seit Anfang März wegen der Coronavirus-Pandemie ergriffen hätten. Insgesamt habe es innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 196 600 Erstanträge auf Asyl gegeben. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe berichtet.

Die meisten Anträge - fast ein Drittel (14.200) - wurden zwischen April und Juni in Deutschland gestellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße liegt das kleine EU-Land Zypern jedoch mit 880 Anträgen auf dem ersten Platz. Die meisten Anträge EU-weit stellten Syrer (7.700).

Dienstag, 22. September, 20.50 Uhr: Wissenschaftler: Mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Dienstagmittag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit mehr als 137.000 Toten, gefolgt von Indien mit rund 89.000 Opfern. Relativ zur Einwohnerzahl hingegen ist die Zahl der Opfer unter anderem in Peru, Belgien, und Spanien höher als in den USA. In Peru etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 98 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Belgien 87, in Spanien 65. In den USA waren es bislang 61 Menschen pro 100.000 Einwohner, vergleichbar mit Italien (59). In Deutschland hingegen waren pro 100.000 Einwohnern bislang nur 11 Tote zu beklagen.

Dienstag, 22. September, 19.05 Uhr: Spahn: Keine Schnellzulassung bei Corona-Impfstoff

Eine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche.

Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet. Weltweit sind Unternehmen dabei, Impfstoffe zu entwickeln.

Spahn verwies auf den russischen Impfstoff Sputnik V. Der Name zeige, dass hier das Ziel der Schnelligkeit gelte. Eine vorschnelle Zulassung würde weltweit Vertrauen verspielen, mahnte der Minister.

Der Leiter der Sanofi-Impfstoffsparte, Thomas Triomphe, sagte, das Unternehmen entwickele zwei Impfstoffe. Bei den verschiedenen Test-Phasen gebe es keine Abstriche im Vergleich zu anderen Impfstoffen. Ziel sei es, jährlich mehr als eine Milliarde Dosen herzustellen. Dazu müssten bereits jetzt die Vorbereitungen getroffen werden. Vom am weitesten fortgeschrittenen Impfstoff, den Sanofi zusammen mit dem Unternehmen GSK entwickele, sollten mehrere 100 Millionen Dosen in Frankfurt hergestellt werden. Zudem sollen weitere Standorte in Europa den Impfstoff produzieren.

Das Paul-Ehrlich-Institut hatte am Freitag erklärt, mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021 zu rechnen. Derzeit seien neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III.

Dienstag, 22. September, 18.30 Uhr: Coronavirus und Ischgl: Erste Schadenersatz-Klagen gegen Österreich

Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Skiort Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen gegen die Republik Österreich und das Land Tirol. Am Mittwoch will ein österreichischer Verbraucherschutzverein beim Landgericht Wien die ersten Muster-Klagen einreichen. Es geht um Schadenersatz und die Anerkennung von Folgeschäden. Details sollen bei einer Pressekonferenz am Vormittag bekanntgegeben werden.

Mehr als 6.000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, hatten sich nach Angaben des Vereins bis Ende August gemeldet. Rund 1.000 Menschen hatten sich demnach bis dahin dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder - wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland - nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

Nach Darstellung des Vereins haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch des Virus reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Coronavirus in 45 Staaten getragen worden.

Dienstag, 22. September, 17.50 Uhr: Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

In der Debatte um den Umgang mit dem Corona-Virus lehnt der Deutsche Ethikrat eine Einführung amtlicher Immunitätsnachweise derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität nach einer überstandenen Infektion und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer am Dienstag vorgelegten Stellungnahme.

Inwiefern solche Bescheinigungen bei besseren Erkenntnissen später einmal sinnvoll und vertretbar sein könnten, war unter den Experten strittig. Alle Hintergründe dazu lesen Sie hier.

Dienstag, 22. September, 16.52 Uhr: SPD-Politiker Lauterbach: Corona-Warn-App wird unterschätzt

Die Corona-Warn-App wird nach Meinung des Mediziners und SPD-Politikers Karl Lauterbach unterschätzt. "Ich glaube, dass die goldene Zeit der App jetzt in den nächsten Monaten erst kommt", sagte der Bundestagsabgeordnete am Dienstag dem Radiosender RPR1 in Ludwigshafen. "Jetzt im Herbst, wenn die Fallzahlen deutlich steigen, wird die App ein Segen sein." Grundsätzlich habe sie fast immer gut funktioniert, es seien mehrere hundert Warnungen rausgegangen.

Die Corona-Warn-App kann seit Mitte Juni auf Smartphones installiert werden. Sie wurde mittlerweile mehr als 18 Millionen Mal heruntergeladen. Seit der Veröffentlichung im Juni waren mehrfach Fehler entdeckt und wieder behoben worden.

Dienstag, 22. September, 16.20 Uhr: Verdienstorden für Virologe Christian Drosten

Der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 12 weitere Bürgerinnen und Bürger. "Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen", teilte das Bundespräsidialamt am Dienstag mit.

Zu den Geehrten gehören die für ihren Youtube-Kanal bekannte Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim, der Schriftsteller Ingo Schulze sowie der Pianist Igor Levit. Das Motto der Verleihung zum Tag der Deutschen Einheit lautet "Vereint und füreinander da".

Dienstag, 22. September, 14.25 Uhr: Neue Regelungen für bayerische Kommunen

Was genau in Sachen Maskenpflicht, Alkoholverbot und Sperrstunde gilt, lesen Sie hier.

Dienstag, 22. September, 14 Uhr: Söder sagt Neujahrsempfang ab

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den traditionellen großen Neujahrsempfang Anfang 2021 wegen der anhaltenden Corona-Krise abgesagt. Ein solcher Empfang habe angesichts von Corona keinen Platz, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Die Absage kommt angesichts einer Besucherzahl von normalerweise bis zu zweitausend Gästen und der üblichen drangvollen Enge in der Münchner Residenz nicht überraschend. Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Empfang ausfällt: 2011 hatte ihn Söders Vorgänger Horst Seehofer (CSU) im Zuge eines notwendigen Sparhaushalts aus Kostengründen gestrichen.

Dienstag, 22. September, 13.40 Uhr: Söder: Leichtsinn immer öfter Grund für Corona-Infektionen

Für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern sind nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich. Er sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter - da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Söder sagte, derzeit gebe es noch keinen sprunghaften Anstieg der Zahlen in den Krankenhäusern - man habe aber die Sorge, dass die Infektionen wieder in die Krankenhäuser hineinwachsen könnten. Die Strategie zur höchsten Sorgfalt müsse deshalb bleiben, mahnte der Regierungschef.

Dienstag, 22. September, 13.15 Uhr: Mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Personen

Markus Söder hat in einer Pressekonferenz neue Regelungen zur Maskenpflicht, zum Alkoholverbot und zu Sperrstunde bekanntgegeben: Die Kommunen können entscheiden, ob sie eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und eine Sperrstunde einführen. Mehr dazu in Kürze hier.

Dienstag, 22. September, 13.05 Uhr: Söder ist für "Eindämmung statt Durchseuchung"

Eine gesellschaftsweite Durchseuchung hält Markus Söder nicht für sinnvoll. "Das sagen auch alle Experten", sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz.

Dienstag, 22. September, 13.05 Uhr: Anzeigen gegen Maskenverweigerer in Lechbruck und Oberstdorf

In Lechbruck am See und bei Oberstdorf hat sich jeweils ein Mann geweigert, eine Maske zu tragen. Was genau laut Polizei vorgefallen ist, lesen Sie hier.

Dienstag, 22. September, 12.30 Uhr: Wien lässt Schüler und Lehrer bei Corona-Verdacht gurgeln

Die Stadt Wien will Kinder und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen testen lassen. Kommende Woche sollen 600.000 Testkits mit einer Gurgellösung ausgeliefert werden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker am Dienstag ankündigte. Was es mit der Gurgellösung auf sich hat, erfahren Sie hier.

Dienstag, 22. September, 11.55 Uhr: Drosten mit Verdienstorden geehrt

Der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 13 weitere Bürgerinnen und Bürger. "Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen", teilte das Bundespräsidialamt am Dienstag mit.

Zu den Geehrten gehören die für ihren Youtube-Kanal bekannte Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim, der Schriftsteller Ingo Schulze sowie der Pianist Igor Levit. Das Motto der Verleihung zum Tag der Deutschen Einheit lautet "Vereint und füreinander da".

Dienstag, 22. September, 11.40 Uhr: Alle Kitas und sechs Schulen in unterfränkischer Stadt geschlossen

Wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen sind am Dienstag alle drei Kitas und sechs Schulen dort geschlossen geblieben. Zudem dürften bis auf Weiteres keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6000-Einwohner-Stadt, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld mitteilte. Die Maßnahmen sollten zunächst nur für einen Tag gelten - es werde noch beraten, wie es weitergehe.

Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Dort hätten sich mindestens 17 Gäste mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 13 weitere Infizierte. Die Betroffenen kämen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld und von außerhalb. Auch am Dienstag sollten Tests erfolgen.

Dienstag, 22. September, 11 Uhr: Corona drückt auf Löhne in den unteren Einkommensgruppen

Die Corona-Krise hat vor allem in den unteren Einkommensgruppen auf die Brutto-Entgelte gedrückt. Die Nominallöhne lagen im zweiten Quartal des Jahres 4,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent gestiegen sind, betrug der reale Lohnrückgang sogar 4,7 Prozent. Stärkere Rückgänge hat es seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 noch nie gegeben.

In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

In den unteren Lohngruppen für ungelernte Arbeitnehmer gingen die bezahlten Arbeitsstunden in der Jahresfrist überdurchschnittlich um 9,8 Prozent zurück, die vom Arbeitgeber bezahlten Löhne sanken um 7,4 Prozent. Für Menschen in leitender Stellung verringerte sich die Arbeitszeit im Schnitt nur um 3,0 Prozent und die Entgelte sanken nur um durchschnittlich 2,0 Prozent.

Für Vollzeitbeschäftigte sank die bezahlte Wochenarbeitszeit um 6,2 Prozent auf 36,8 Stunden. Auch hier übertraf der Einschnitt den Wert aus der Finanzkrise 2008/2009, als die Wochenarbeitszeit um 2,1 Prozent zurückgegangen war.

Die Statistiker fanden außerdem Belege für ein weiterhin bestehendes Lohngefälle zwischen West und Ost. Zwar sind von 2007 bis 2019 in den ostdeutschen Ländern die Nominallöhne mit 41,0 Prozent schneller gestiegen als im Westen (+33 Prozent). Mit 41 534 Euro Brutto-Durchschnittseinkommen liegen Ost-Vollzeitbeschäftigte aber immer noch fast ein Viertel hinter ihren Westkollegen, die im Schnitt auf 52 803 Euro kamen.

Dienstag, 22. September, 10.40 Uhr: Aula statt Rathaus: Friedensnobelpreis-Zeremonie wegen Corona verlegt

Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie üblich auf einer feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo überreicht. Stattdessen wird es eine deutlich kleinere Zeremonie mit begrenzter Teilnehmerzahl in der Aula der Universität der norwegischen Hauptstadt geben, wie das norwegische Nobelinstitut am Dienstag mitteilte. Der oder die Preisträger werden dann vor Ort sein oder digital zugeschaltet werden.

Am traditionellen Zeitpunkt der Preisverleihung, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel am 10. Dezember, wird sich dagegen nichts ändern. Das übliche Bankett und ein Konzert zu Ehren des Preisträgers fallen jedoch aus. Die Aula wurde bereits von 1947 bis 1989 für die Vergabe des Friedensnobelpreises genutzt. Seitdem wurde die Auszeichnung im Osloer Rathaus überreicht.

Die diesjährigen Nobelpreisträger werden in zwei Wochen in Stockholm und Oslo bekanntgegeben - der Friedenspreis am 9. Oktober. Alle Preise werden wie üblich am 10. Dezember in Stockholm überreicht, nur der Friedensnobelpreisträger wird in Oslo geehrt.

Dienstag, 22. September, 9.40 Uhr: Corona-Auflage: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants in England sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In Schottland wird eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erwartet.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3.500 bis 4.000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während der Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

"Niemand unterschätzt die Herausforderungen, die die neuen Maßnahmen für Unternehmen und Einzelne bedeuten", teilte die Regierung mit. Allerdings müsse man alles tun, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren.

Dienstag, 22. September, 8.40 Uhr: Corona-Einsatz von Krankenhauskräften: Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben begonnen

In mehreren Bundesländern haben am Dienstag die angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen begonnen. In Nordrhein-Westfalen und Bayern gab es in einzelnen Städten Aktionen vor städtischen Betrieben. Geplant waren auch punktuelle Warnstreiks in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In anderen Ländern starten die Aktionen in den kommenden Tagen.

In Gütersloh versammelten sich am Morgen etwa 40 Beschäftigte vor dem Klinikum. Mit Bezug auf den Corona-Einsatz von Krankenhauskräften sagte der Verdi-Funktionär Volker Hoppmann: "Klatschen reicht nicht - wir wollen anständig bezahlt werden."

Dienstag, 22. September, 7 Uhr: Jeder zweite neue Corona-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt

In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. "In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

"Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen", sagte Huml. "Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein." Huml bat um Vorsicht und Rücksicht: Sie werbe eindringlich dafür, an den eigenen Schutz und den der anderen Menschen zu denken und sich zum Beispiel an die Abstandsregeln zu halten. "Die Zahlen weltweit zeigen, dass die Corona-Pandemie ungebrochen ist."

Dienstag, 22. September, 5.45 Uhr: Studie: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet

Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener Covid-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin. Von 128 einbezogenen Patienten fühlten sich demnach etwas mehr als die Hälfte nach der Genesung noch für Wochen abgeschlagen. Ein Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung war nicht erkennbar, wie das Team im Vorfeld einer Konferenz zu Corona-Themen mitteilte.

Die Teilnehmer waren nach im Mittel zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt.

Dienstag, 22. September, 5.40 Uhr: 1.821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 22.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Montag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.

Dienstag, 22. September, 5.35 Uhr: Rathaus-Mitarbeiterin in Lindenberg mit Corona infiziert

Wegen des positiven Testergebnisses einer Rathaus-Mitarbeitern in Lindenberg sind jetzt auch acht weitere Kollegen in Quarantäne. Wie die Verwaltungsspitze reagiert, lesen Sie hier.

Dienstag, 22. September, 5.30 Uhr: Marburger Bund unterstützt Spahns Fieberambulanzen

Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Spiel gebrachten Pläne zu sogenannten Fieberambulanzen. Sie seien "sehr sinnvoll", sagte die Vorsitzende Susanne Johna. "Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen."

Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. "Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle", sagte Spahn am Montag in Berlin. Der CDU-Politiker sprach von "Schwerpunktsprechstunden", "Schwerpunktpraxen" und "regionalen Fieberambulanzen", an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

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