Zugverkehr

Ärgerliche Geschichte endet: Bald ist der Bahnhof Hergatz barrierefrei

Die verglasten Schächte stehen schon seit 17 Jahren an den Bahnsteigen. Bald dürften hier auch Aufzüge fahren.

Die verglasten Schächte stehen schon seit 17 Jahren an den Bahnsteigen. Bald dürften hier auch Aufzüge fahren.

Bild: Susi Donner

Die verglasten Schächte stehen schon seit 17 Jahren an den Bahnsteigen. Bald dürften hier auch Aufzüge fahren.

Bild: Susi Donner

Mit dem Einbau von Fahrstühlen in die seit 17 Jahren bereitstehenden Schächte findet eine lange und ärgerliche Geschichte ein Ende. Was am Bahnhof noch verändert wird.
04.12.2020 | Stand: 07:01 Uhr

Der Bahnhof in Hergatz ist bald barrierefrei. Damit sind die vielen Jahre vorbei, in denen Eltern Kinderwagen über Treppen und durch die Unterführung tragen mussten, Touristen ihre Fahrräder schleppten und Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, den Hergatzer Bahnhof so gut wie möglich mieden. Bereits vor 17 Jahren wurden Fahrstuhlschächte an den Bahnsteigen gebaut – und jetzt läuft der Einbau der Aufzüge. Auch eine weitere Baumaßnahme im Bahnhofsbereich geht ihrem Ende zu: die Anhebung des Fußgängerstegs.

Barrierefreiheit des Bahnhofs Hergatz eine "unendliche Geschichte"

Die Barrierefreiheit des Bahnhofs Hergatz hat etwas von einer „unendlichen Geschichte“. Als der Bahnhof zu Beginn der 2000er Jahre für die Neigetechnik umgebaut wurde, entstanden auch die Fahrstuhlschächte. Allerdings änderten sich während dieser Zeit die Förderrichtlinien – nur noch ab 1000 Zu- und Ausstiegen wurden Aufzüge gefördert. Darum sagte die Bahn den Einbau der Fahrstühle ab. Neben der Finanzierung der technischen Einrichtung war über die Jahre auch immer wieder die Frage des Unterhalts Thema der Diskussionen zwischen Bahn, Freistaat und Gemeinde.

Diese Punkte sind inzwischen geklärt. Die Kosten des Aufzugseinbaus – zuletzt war von 500 000 Euro die Rede – tragen Bahn und Freistaat Bayern je zur Hälfte. Für den Unterhalt ist die Bahn zuständig. „Auf die Gemeinde kommen keine Kosten zu“, sagt Bürgermeister Oliver Raab.

Aufzüge sollten schon 2020 fertig sein

Eigentlich sollten die Aufzüge schon 2020 fertig sein. „Aber es gab wohl Probleme, Anbieter für die Arbeiten zu finden“, schildert Raab. Erst im Sommer startete die Maßnahme. Vor zwei Monaten nun erhielt Raab einen Anruf der Projektleitung. „Man sagte mir, spätestens im Februar wird es so weit sein.“ Damit ist ein Thema abgearbeitet, das auch immer mal wieder im bayerischen Landtag anklang – als schlechtes Beispiel für nicht gerade kundenfreundliche Bahnhöfe.

Derzeit sind Bauarbeiter in Hergatz neben den Aufzügen auch mit dem Fußgängersteg im Südwesten des Bahnhofs beschäftigt. Wegen der Elektrifizierung der Strecke Lindau – München muss das knappüber die Gleise angehoben werden. So wird Platz geschaffen für die Oberleitung der künftig elektrisch fahrenden Züge.

Alte Pläne wurden vom Gemeinderat Hergatz aufgegeben

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Derzeit werden die beiden neu errichteten Betonpfeiler – der mittlere Stahlpfeiler wurde abgebaut und wird nicht ersetzt – sowie die neuen Widerlager südlich und nördlich der Gleise für den Wiedereinbau des Steges vorbereitet. Frühere Überlegungen, die Brücke ersatzlos abzubauen und dafür die Unterführung zu verlängern, wurden nach intensiven Beratungen im Gemeinderat aufgegeben. Auch der Plan, den Fußgängersteg komplett neu zu bauen, wurde laut Bürgermeister Oliver Kersten Raab verworfen.

t die Stegkonstruktion eine Verstärkung und wird schließlich wieder auf die neuen, ebenfalls verstärkten und erhöhten Betonpfeiler und Widerlager aufgesetzt. Anstatt dem alten Sichtschutz aus Blech werden transparente Module die Lauffläche einfassen. Der Steg ist eine wichtige Verbindung für Fußgänger in Hergatz. Im Zuge von Anhebung und Sanierung waren auch Rodungen, Erd- und Betonarbeiten und Geländeuntersuchungen nötig. 806 000 Euro kostet die Gesamtmaßnahme laut Bürgermeister Raab insgesamt. Den Großteil bezahlt die Deutsche Bahn, an der Gemeinde bleiben 17 000 Euro hängen.

Nach Information von Bürgermeister Raab sollte die Brücke noch in diesem Jahr fertig werden. „Aber es wird sich wohl noch bis Anfang Februar ziehen.“