Kunstmuseum

Ausstellung in Lindau: Marc Chagall kommt 2021 auf die Insel

Marc Chagall

„Der Lustgarten“ ist Blatt 34 des Künstlerbuchs „Daphnis & Chloe“ betitelt.

Bild: Bernhard Strauss

„Der Lustgarten“ ist Blatt 34 des Künstlerbuchs „Daphnis & Chloe“ betitelt.

Bild: Bernhard Strauss

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Paradiesische Gärten“ in Lindau stehen Lithografien. Eigentlich war etwas anderes geplant. Doch Corona bremst den Kunstverleih.
12.11.2020 | Stand: 12:13 Uhr

Chagall zieht immer. 75.000 Besucherinnen und Besucher strömten im Jahr 2012 ins Kreuzgewölbe des Lindauer Stadtmuseums Cavazzen, um die Ausstellung „Magie des Lichts“ zu sehen. Für diese Schau hatte Kurator Roland Doschka 29 Ölbilder, Aquarelle, Pastelle und Gouachen von verschiedenen Sammlern, Museen und Stiftungen an den Bodensee gebracht. Nun konzipiert er erneut eine Chagall-Ausstellung für Lindau.

Unter dem Titel „Marc Chagall – Paradiesische Gärten“ werden vom 27. März bis 3. Oktober 2021 vor allem Lithografien gezeigt. Die ursprünglich geplante Sonderschau „Mythos Natur“ wird verschoben.

Im Kunstmuseum Lindau beim Inselbahnhof werden laut einer Pressemitteilung 50 Werke Marc Chagalls (1887 bis 1985) präsentiert. Im Zentrum stehen seine Illustrationen der antiken Liebesgeschichte „Daphnis und Chloe“ des griechischen Autors Longos. Der Zyklus besteht aus 42 Lithografien.

Inspiration hierfür fand Marc Chagall in Griechenland, das er bereiste, um der auf Lesbos angesiedelten Erzählung nachzuspüren. Nach Einschätzung von Kunsthistorikern revolutionierte er mit der technischen Qualität seiner Lithografien die Kunst des Steindrucks.

Professor Dr. Roland Doschka wird parallel zu seiner Kuratoren-Tätigkeit einen Chagall-Garten für Lindau kreieren, passend zur 2021 in Lindau stattfindenden Gartenschau. Im Chagall-Garten will Doschka Blautöne in allen Variationen zum Blühen bringen.

Die ursprünglich für 2021 geplante Sonderausstellung „Mythos Natur“ wird vermutlich 2022 realisiert. Hintergrund der Planänderung ist wohl die Pandemie.

Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn nennt als Grund „die Sorge, dass der internationale Leihverkehr im kommenden Jahr unter Umständen nicht reibungslos verlaufen könnte und dadurch kapitale Werke nicht oder nicht rechtzeitig in Lindau eintreffen könnten“. Für die Ausstellung seien Exponate von Claude Monet, Éduard Manet und Auguste Renoir aus Japan und Übersee angefragt.