Droht die Ausgangssperre?

Das passiert, wenn der Landkreis Lindau den Inzidenzwert von 200 überschreitet

Auch die Schulen sind von schärferen Corona-Regeln betroffen.

Auch die Schulen sind von schärferen Corona-Regeln betroffen.

Bild: Oliver Boehmer, dpa (Symbolfoto)

Auch die Schulen sind von schärferen Corona-Regeln betroffen.

Bild: Oliver Boehmer, dpa (Symbolfoto)

Lindau liegt am Donnerstag knapp unter dem Inzidenzwert von 200, ab dem verschärfte Corona-Regeln in Kraft treten. Welche Einschränkungen dann gelten.
10.12.2020 | Stand: 12:53 Uhr

Der Landkreis Lindau hat am Mittwoch knapp den Corona-Inzidenzwert von 200 angekratzt. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) verzeichnete der Kreis einen Wert von 200,05. Das Robert Koch-Institut (RKI) hingegen meldete am Donnerstagmorgen einen Inzidenzwert von 196,4. „Für weitere Maßnahmen gelten immer die Zahlen des RKIs“, teilt das Landratsamt mit. Damit liegt der Kreis Lindau knapp unter dem Schwellenwert, für den das bayerische Kabinett schärfere Einschränkungen vorsieht. Das Landratsamt Lindau informiert über die Einschränkungen, die im Fall der Fälle in Kraft treten.

Erweiterte Ausgangssperren in Lindau

In Landkreisen mit einem Inzidenzwert von über 200 gelten zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens „erweiterte Ausgangssperren“, wie die Staatsregierung das nennt. Das Verlassen der Wohnung ist in diesem Zeitraum nur aus einem triftigen Grund erlaubt. Darunter fallen beispielsweise berufliche Tätigkeiten, medizinische Notfälle oder die Wahrnehmung des Sorgerechts. Auch weiterhin gelten die bestehenden Corona-Regeln. So ist der Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr untersagt. Zudem ist nach Angaben des bayerischen Kabinetts der Konsum von alkoholischen Getränken in Innenstädten und unter freiem Himmel verboten.

Eingeschränkter Grenzverkehr nach Österreich und die Schweiz

Seit dem gestrigen Mittwoch hat Bayern zudem die Regeln für den kleinen Grenzverkehr verschärft. Bisher war es Reisenden möglich, für 24 Stunden test- und quarantänefrei ins Ausland zu reisen. Dies ist bis zum 5. Januar nicht mehr möglich. Grenzpendler und Grenzgänger einschließlich Schule und Ausbildung sind von der Regel ausgenommen.

Bereits im Vorfeld hatte Landrat Elmar Stegmann angekündigt, dass sich ab einem Inzidenzwert von 200 im Landkreis Lindau auch die Abstandsregeln an den Schulen verschärfen. So wird der Mindestabstand von 1,50 Metern wieder eingeführt. Die schärferen Regeln gelten ab der Jahrgangsstufe acht – Abschlussklassen sind nach Angaben des Landratsamtes Lindau von der Regelung ausgenommen. Schulen, die aus Platzgründen keinen vollumfänglichen Präsenzunterricht anbieten können, müssen damit wieder in den Wechselunterricht gehen. An allen beruflichen Schulen gilt Distanzunterricht.

Musik- und Fahrschulen müssen schließen

Auch Musik- und Fahrschulen sind von den Einschränkungen betroffen. Der Präsenzunterricht ist untersagt. Digitale Angebote sind jedoch weiterhin möglich. Die Corona-Einschränkungen sehen zudem vor, dass Märkte zum Warenverkauf nicht erlaubt sind. Darunter fallen beispielsweise Floh- oder Handwerkermärkte. Der Verkauf von Lebensmitteln im Rahmen regelmäßig stattfindender Wochenmärkte ist dagegen weiter erlaubt.

Lesen Sie auch
Schärfere Corona-Regeln gelten ab Sonntag in Lindau.
Ausgangssperre, Musik- und Fahrschulen zu

Kreis Lindau: Diese schärferen Corona-Regeln gelten ab Sonntag

„Sobald wir die 7-Tage-Inzidenz von 200 übersteigen sollten, werden wir die Presse informieren“, sagt die Sprecherin des Landratsamtes Lindau, Sibylle Ehreiser. Ein Grund für den schnellen Anstieg der Zahlen ist offenbar die Lage an den Heimen. „Wir hatten in den letzten zwei Wochen verstärkt Ausbrüche in Pflegeheimen mit einer großen Anzahl an betroffenen Personen sowohl bei den Bewohnern als auch beim Pflegepersonal“, sagt Ehreiser. Dies führte dazu, dass der Inzidenzwert innerhalb von zwei Wochen stark anstieg. Am 27. November lag er nach Angaben des LGL noch bei 79. Kaum zwei Wochen später ist knapp die 200er- Marke erreicht. Die verschärften Regeln würden so lange gelten, bis der Inzidenzwert von 200 sieben Tage am Stück unterschritten wird.

„Das Ziel einer erfolgreichen Pandemieeindämmung ist es zunächst, eine Inzidenz von 50 zu erreichen“, schreibt die bayerische Regierung am 6. Dezember. Erst ab diesem Inzidenzwert ist eine sichere Nachkontrolle von Infektionswegen möglich. „Und erst dann kann an Lockerungen für das öffentliche Leben gedacht werden.“