Corona-Pandemie

Corona: Landkreis Lindau bayernweit mit am stärksten betroffen

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Lindau steigt weiterhin.

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Lindau steigt weiterhin.

Bild: David Taneèek, dpa (Symbolfoto)

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Lindau steigt weiterhin.

Bild: David Taneèek, dpa (Symbolfoto)

Immerhin sinkt die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen im Landkreis erstmals seit Tagen leicht. Warum das Landratsamt die Bürger weiter um Vorsicht bittet.
06.11.2020 | Stand: 20:20 Uhr

Die Zahl der neu gemeldeten positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau ist am Freitag (6. November) erstmals seit längerem leicht zurückgegangen. Neu hinzugekommen sind 24 Fälle.

Das Landratsamt will allerdings noch nicht von einer Entspannung sprechen. Vor allem, weil die 7-Tage-Inzidenz weiter steigt. Mit einem Wert von 243,96 (Quelle: Bayerisches Gesundheitsamt) liegt der Landkreis Lindau bayernweit unter den fünf am stärksten betroffenen Gebieten.

Landrat Elmar Stegmann: "Wir arbeiten am Limit"

„Wir arbeiten hier am Limit“, sagt Landrat Elmar Stegmann zu den Bedingungen im Gesundheitsamt.

In fast allen Gemeinden des Landkreises ist in der vergangenen Woche die Zahl der Infizierten gestiegen. Ausnahmen sind nur Gestratz, Stiefenhofen und Nonnenhorn.

Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen nicht nachvollziehbar

Nach wie vor herrscht im Landkreis ein diffuses Infektionsgeschehen. Einzelne Hotspots kann das Landratsamt also nicht ausmachen. Etwa bei der Hälfte der Neuinfektionen können die Mitarbeiter den Ansteckungsweg nicht nachvollziehen.

Das Landratsamt ruft deshalb alle Bürger auf, Kontakte sehr stark zu verringern. „Damit können vor allem die häufigen Infektionen im privaten Umfeld reduziert werden“, sagt Sprecherin Sibylle Ehreiser auf Anfrage.

Bundeswehr und Polizei unterstützen das Landratsamt

Das Landratsamt hatte für die Bewältigung des Corona-Geschehens in den vergangenen Monaten zusätzliches Personal eingestellt. Seit einigen Tagen unterstützen auch Polizeibeamte und Angehörige der Bundeswehr das Gesundheitsamt.

Die Soldaten kommen aus dem Kreisverbindungskommando Lindau sowie von der „Schule ABC-Abwehr und gesetzliche Schutzaufgaben“ aus Sonthofen. Ihr Einsatz ist zunächst auf sechs Wochen beschränkt, kann aber bei Bedarf verlängert werden.

Nach wie vor ist es das wichtigste Ziel des Gesundheitsamtes, die Kontakte von positiv getesteten Bürgern nachzuvollziehen. Gelinge das in größerem Umfang nicht mehr, müssten eventuell noch stärkere Maßnahmen ergriffen werden, warnt das Landratsamt und verweist auf ähnlich gelagerte Fälle in anderen Landkreise.

Von Infektionen betroffen sind mittlerweile acht Schulen. Dort werden am 9. November beim geplanten Start des Unterrichts nach den Herbstferien einige Klassen, teils auch ganze Jahrgangsstufen in Quarantäne sein.

Corona-Fälle im Landkreis Lindau

  • Gesamt: 675 – 181 mehr als in der Vorwoche
  • Quarantänefälle: 1180

Corona-Fälle in den einzelnen Kommunen

  • Lindenberg 95 (+15 im Vergleich zur Vorwoche)
  • Lindau 249 (+77)
  • Weiler-Simmerberg 27 (+6)
  • Scheidegg 36 (+10)
  • Heimenkirch 14 (+5)
  • Gestratz 12 (+0)
  • Grünenbach 8 (+2)
  • Hergatz 15 (+4)
  • Hergensweiler 32 (+10)
  • Maierhöfen 12 (+7)
  • Nonnenhorn 11 (+0)
  • Oberreute 9 (+6)
  • Opfenbach 52 (+10)
  • Röthenbach 10 (+3)
  • Sigmarszell 21 (+4)
  • Stiefenhofen 5 (+0)
  • Wasserburg 18 (+5)
  • Weißensberg 19 (+8)

Betroffene Schulen

  • Lindenberg Mittelschule, Realschule und Gymnasium
  • Lindau Bodensee-Gymnasium, Valentin-Heider-Gymnasium, Berufsschule, Fachoberschule, Freie Schule, Mittelschule Reutin